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Malerei

10 Tipps für deine Landschaftsmalerei

Mit diesen einfachen Kniffen wirst du Landschaften besser malen

Landschaftsmalerei

Die Landschaftsmalerei ist eines der ältesten Genres der Kunst. Hier sind 10 Tipps, die du sofort umsetzen kannst und die zügig für Fortschritt beim Malen deiner liebsten Landschaften sorgen werden.

1 – Vereinfachung des Durcheinanders

Zu viele Künstler sind mit den Details der Landschaften beschäftigt. Es gibt Zeiten, in denen man aufwendige Details hinzufügen muss, aber diese Aufgabe erwartet dich meist erst am Ende der Bearbeitung des Bildes.

Oft ist es viel effektiver, bestimmte Bereiche des Bildes hervorzuheben und den Rest der Arbeit der Phantasie zu überlassen. Du kannst deine Schwerpunkte auf verschiedene Weise hervorheben, z.B. durch:

  • Verwendung von feineren Pinselstrichen im Vergleich zum Rest des Gemäldes
  • Verwendung hellerer Farben
  • Verwendung von gesättigteren Farben
  • Erzeugung von scharfem Kontrast in Farben oder Werten
  • Verwendung von präziseren Pinseln oder Palettenmessern

Die obigen Ausführungen sind nur dann wirksam, wenn du deinen Schwerpunkt betonst und den Rest des Bildes vereinfachen willst.

Die Kastanien in Osny
Camille Pissarro, Die Kastanien in Osny, 1873

Schau dir das Gemälde von Camille Pissarro an und überlege, wie viele Details hinzugefügt wurden. Bemerke, wie es nicht besonders viele Details gibt, sondern lediglich beinahe zufällig wirkende Farbstriche. Dennoch fügt sich in schöner Harmonie das gesamte Werk zusammen.

Achte auch darauf, wie wenig Details verwendet werden, um die Person unten rechts darzustellen. Ohne den Rest des Motivs würdest du wahrscheinlich gar nicht erkennen, dass es sich dabei um einen Mensch handeln soll.

Pissarro hat in diesem Fall die Vereinfachung genutzt, um die Aufmerksamkeit vom schattigen Vordergrund abzuwenden und den Betrachter durch die Bäume in den hochschlüssigen Hintergrund zu bringen. Zu viele Details im Vordergrund würden das Bild wahrscheinlich zu überladen erscheinen lassen.

2 – Wage dich ans Palettenmesser

Das Palettenmesser ist eine wertvolle Ergänzung in deinem Kunstbedarf. Damit es nicht perfekt zum Mischen der Farbe geeignet ist, gelingt dir damit ein harter Farbauftrag mit klaren Kanten beinahe automatisch.

Du kannst ein Palettenmesser oder einen Spachtel isoliert oder in Verbindung mit Pinseln benutzen, beispielsweise um die Feinheiten mit Pinseln auszuarbeiten. Palettenmesser funktionieren am besten mit Ölfarben und angedickten Acrylfarben, die ihre Form halten können, nachdem sie aufgetragen wurden.

Mit etwas Übung kannst du mit dem Palettenmesser aber auch relativ fein und präzise arbeiten, wie das nachfolgende Video beweist.

Einige der besten Anwendungen für das Palettenmesser in der Landschaftsmalerei sind:

    • Einfügen von gebrochener Textur in Felsen
    • Kräftige Wolken am Himmel erzeugen
    • Knackige Highlights für einen strahlenden Sonnenuntergang
    • Aufbrechen einer monotonen Meereslandschaft mit etwas Struktur
    • Linienarbeiten, wie z.B. Zäune
    • Schaffung einer mutigen Textur für Bäume und Sträucher

 3 – Dinge antäuschen

In der Landschaftsmalerei trifft man auf viele Situationen, in denen es viel besser ist, die Illusion eines Objekts zu vermitteln, als zu versuchen, jeden einzelnen Bestandteil des Ganzen zu malen.

Wenn du zum Beispiel einen Wald von Bäumen malen willst, solltest du nicht versuchen, jeden einzelnen Baum zu malen. Das wäre bemerkenswert komplex. Vielmehr solltest du die allgemeinen Formen und Töne des Waldes malen und dann nur einige wenige Bäume detaillieren. Dadurch sieht es aus wie ein Wald, ohne jedes einzelne Detail malen zu müssen.

Claude Monet, Mohnblumen, 1873
Claude Monet, Mohnblumen, 1873

Schau dir das Gras und die Bäume in dem obigen Gemälde von Claude Monet an. Es besteht kein Zweifel, dass es sich tatsächlich um Gras und Bäume handelt, aber es gibt im Grunde genommen keine Details, außer einigen subtilen Abweichungen in den Farbtönen, die sie real wirken lassen.

 4 – Subtile Variationen mit einer begrenzten Farbpalette

Ein Problem, mit dem viele Anfänger beim Malen von Landschaften konfrontiert sind, ist, dass sie nicht genügend subtile Variationen zwischen den Farben erzeugen. Dann fehlt der Malerei oft die Tiefe und sie wirkt sehr zweidimensional.

Viele Landschaftsbilder haben keine komplexe Farbkomposition, sondern eine einfache Harmonie von Grün, Blau und Erdfarben.

Um sicherzustellen, dass dein Gemälde nicht so monoton wird, musst du in Bereichen mit einer engen Farbpalette subtile Abweichungen erzeugen. Zum Beispiel kannst du eine große Ebene mit grünem Gras aufbrechen, indem du einige Striche mit gelbem Ocker hinzufügst.

Sobald du dieses Konzept verinnerlicht hast, solltest du nicht versuchen, farbliche Abweichungen nur um ihrer selbst willen zu erzeugen. Versuche zu malen, was du siehst. Wenn es geringe farbliche Schwankungen gibt, dann ist das in Ordnung (was in der Natur selten der Fall ist).

5 – Die Farbtemperatur ist relativ, nicht absolut

Die Farbtemperatur ist eine Skala, die angibt, wie kühl oder warm eine Farbe ist. Kühle Farben beinhalten Töne wie Blau und Grün, während warme Farben die Gelb-, Orangen- und Rottöne beinhalten.

Allerdings solltest du nicht an die Farbtemperatur in absoluten Werten denken. Stattdessen solltest du dir die Farbtemperatur als relative Skala im Vergleich zu anderen Farben innerhalb des Werks vorstellen.

Claude Monet Painting at the Edge of a Wood, John Singer Sargent, 1887
“Claude Monet Painting at the Edge of a Wood”, John Singer Sargent, 1887

Sagen wir zum Beispiel, du hast eine kühle blaue Farbe und mischst einen Hauch von Orange hinzu. Diese Mischfarbe wird wärmer sein als ein Blau ohne die eingemischte Orange.

Ebenso kannst du eine Orange mit einem Hauch von Blau mischen, die kühler wäre als eine Orange direkt aus der Tube.

6 – Lerne, das Unperfekte zu schätzen

Unvollkommenheit ist nur ein Teil der Natur. Versuche, es anzunehmen und nicht alles perfekt machen zu wollen.

Im Vergleich zu Stillleben und Porträts muss man in der Landschaftsmalerei bei Werten, Farben und Strukturen nicht ganz genau sein. Es gibt einen kleinen Spielraum in der Landschaftsmalerei (dies ist jedoch keine Entschuldigung, um schlampig zu sein).

Denk daran, dass du nicht versuchst, eine perfekte Wiedergabe der Szene zu erstellen. Ist das dein Ziel, wäre es einfacher, wenn du ein Foto machst.

7 – Starte dunkel und werde heller

Wenn du gerade erst anfängst, wirst du es einfacher finden, mit den dunkelsten Farbtönen in deiner Malerei zu beginnen. Von dort aus kannst du die Highlights in deinem Werk einfacher ausarbeiten.

Bei Öl– und Acrylmalerei solltest du nicht gleich mit den Highlights beginnen. Das wäre es schwierig machen, den richtigen Farbton zu beurteilen und die Highlights würden sich wahrscheinlich mit der Dunkelheit vermischen und zu einem trüben Ergebnis führen. Bei der Aquarellmalerei ist es jedoch üblich, gleich mit den Highlights zu beginnen und zu arbeiten.

8 – Schnelle Skizzen nutzen, um Beobachten zu lernen

Eine der besten Möglichkeiten, wie du deine Fähigkeit zur Landschaftsmalerei verbessern kannst, besteht darin, zeitlich begrenzte, schnelle Skizzen in deine Übung zu integrieren. Diese kannst du an der freien Luft oder von einem Foto aus machen, das ist zweitrangig. Wichtig ist es, deine Beobachtungsgabe zu verbessern, indem du lernst, die Dinge so zu sehen, wie du sie später abbilden willst.

Am besten beschränkst du dich zunächst auf einen kleinen Malgrund und eine Zeit von nicht mehr als 15 bis 30 Minuten.

Das Ergebnis wird nicht perfekt sein, aber das ist nicht der Sinn und Zweck des Ganzen. Durch das Malen dieser zügigen Landschaften lernst du, instinktiver zu malen und deine Fähigkeit zu trainieren, Werte und Farben zu beurteilen.

Wie ein Meister seines Faches solch raschen Skizzen anfertigt, siehst du in diesem Beispiel des russischen Malers Bato Dugarzhapov:

9 – Formen, Linien und Farben

Formen, Linien und Farben sind die Bestandteile der Kunst. Das gilt für jede Art von Malerei. Du solltest versuchen, die Elemente in deiner Szene nicht als Wolken, Bäume, Wasser und Gras zu sehen, sondern als verschiedene Formen, Linien und Farben zu empfinden.

Wenn du dich darauf konzentrierst, diese Formen, Linien und Farben zu malen, dann solltest du – richtige Maltechnik vorausgesetzt – ein Bild haben, das wie deine Landschaft aussieht.

Wenn du stattdessen anfängst, Wolken, Bäume, Wasser und Gras zu malen, dann wirst du eher aus deiner Fantasie malen als aus dem, was tatsächlich da ist.

10 – Probiere Schwarz-Weiß oder einfarbig

Wenn du damit kämpfst, die richtigen Farbwerte in deinen Landschaftsbildern zu treffen, dann solltest du vielleicht die Landschaft von der Farbe trennen und sie einmal nur in Schwarz-Weiß oder einem monotonen Farbspektrum (d.h. verschiedene Farbtöne und Schattierungen einer Farbfamiliee) malen.

Auf diese Weise kannst du beurteilen, wie hell oder dunkel die Landschaft ist. Du wirst überrascht sein, wie schwierig das ist.

Zusammenfassung zur Landschaftsmalerei

Hoffentlich haben dir diese Tipps zur Landschaftsmalerei geholfen. Die Landschaft ist scheinbar einfach zu malen, aber extrem schwer zu beherrschen.