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15 Fakten über die Sonnenblumen von Vincent van Gogh

Van Gogh Sonnenblumen Hero

Der niederländische Künstler Vincent van Gogh hatte im 19. Jahrhundert eine einzigartige Perspektive auf die Welt, die er in seinen atemberaubende postimpressionistischen Gemälden präsentierte. Aber bevor er die Sternennacht schuf, widmete sich dieser sprunghafte Mann dem schönen Phänomen der Sonnenblumen.

Hier sind 15 Fakten zu den Sonnenblumen von Vincent van Gogh, die jeder Kunstinteressierte kennen sollte.

1. Die Van Gogh Sonnenblumen sind nicht ein einzelnes Gemälde, sondern zwei Serien

Das erste Vierer-Set ist bekannt als Pariser Sonnenblumen. Diese entstanden, als der Künstler mit seinem Bruder Theo in Paris lebte, bevor er 1888 nach Arles in Südfrankreich zog, um dem Trubel der Stadt zu entkommen.

Im August desselben Jahres begann van Gogh mit den Arbeiten an seiner zweiten Sonnenblumen-Reihe in Arles, während er vier Zimmer in dem bekannten "Gelben Haus" mietete.

2. Die Serien lassen sich leicht unterscheiden

Die Pariser Serie zeigt die Sonnenblumen auf einem Untergrund liegend:

Van Gogh Sonnenblumen Paris

Die Sonnenblumen von Arles stehen in Vasen und ragen aufrecht nach oben:

Van Gogh Sonnenblumen Arles

Die Gemälde aus der Zeit in Arles sind daher meist die Motive, die man sich vorstellt, wenn man "Van Gogh Sonnenblumen" hört.

3. Er malte die Sonnenblumen von Arles für Paul Gauguin

Paul Gauguin, der französische postimpressionistische Maler, war ein geschätzter Freund und Kollege von van Gogh. Van Gogh plante, dass Gauguin ihn im Oktober 1888 Arles besuchen würde, damit die beiden Künstler gemeinsam arbeiten könnten. Vor Gauguins Ankunft entschied van Gogh, dass er das Gelbe Haus mit Gemälden schmücken würde, um seinen Gast zu erfreuen. Die ersten Arbeiten waren die Sonnenblumen.

4. Er genoss die Arbeit an den Sonnenblumen

Sonnenblumen in Arles, Dritte Version, 91 × 72 cm Neue Pinakothek

Sonnenblumen in Arles, Dritte Version, 91 × 72 cm Neue Pinakothek

Obwohl er mit Geisteskrankheiten und Selbstzweifeln kämpfte, fand der Maler Freude an der Erschaffung der Sonnenblumen von Arles. Im August 1888 schrieb er an seinen Bruder Theo:

 "Ich bin fleißig dabei, male mit dem Enthusiasmus eines Marseillais, der Bouillabaisse isst, was dich nicht überraschen wird, wenn du weißt, dass das, dessen ich mich widme, die Malerei einiger großer Sonnenblumen ist."

(übersetzt nach www.webexhibits.org "I am hard at it, painting with the enthusiasm of a Marseillais eating bouillabaisse, which won't surprise you when you know that what I'm at is the painting of some big sunflowers.")

5. Er plante sogar 12 Sonnenblumenbilder in Arles

Im gleichen Brief an Theo schrieb Vincent:

"Wenn ich diese Idee verwirkliche, wird es ein Dutzend Tafeln geben. So wird die ganze Angelegenheit eine Symphonie in blau und gelb. Ich arbeite jeden Morgen ab Sonnenaufgang daran, da die Blumen so schnell schwinden (verwelken), und die Aufgabe ist, das Ganze in einem einzigen Durchgang zu machen."

(übersetzt nach "If I carry out this idea there will be a dozen panels. So the whole thing will be a symphony in blue and yellow. I am working at it every morning from sunrise on, for the flowers fade so soon, and the thing is to do the whole in one rush.")

Van Gogh vollendete vier Gemälde in diesem Monat.

Im Januar 1889 kehrte er dann mit drei Gemälden zu diesem Thema zurück. Dabei handelt es sich allerdings nur um Replikationen seiner dritten und vierten Fassung aus seiner Serie in Arles.

6. Aus der Zeit in Arles sind zwei Originale abhandengekommen

Zwischen den ersten Versionen und ihren Wiederholungen entstanden bis 1889 insgesamt 7 Sonnenblumengemälde in Arles. Im Laufe der Jahre sind jedoch zwei davon für die Öffentlichkeit verloren gegangen. Die erste der ursprünglichen Versionen wurde in eine private Sammlung verkauft. Die zweite wurde durch einen Brand im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Wenn man sich heutzutage auf die Sonnenblumen von Arles bezieht, meint man deshalb meist die dritte und vierte Ausführung der ersten Serie aus Arles, sowie die drei Wiederholungen der dritten und vierten Versionen.

7. Gauguin war von den Arbeiten beeindruckt

Paul Gauguin, Le Peintre de Tournesols, 1888

Paul Gauguin, Le Peintre de Tournesols, 1888

Gauguin erklärte die Sonnenblumen als perfektes Beispiel für den Stil, der vollständig Vincent entsprach.

Nach zwei Monaten in Arles fragte Gauguin, ob er eines seiner eigenen Stücke gegen eine von van Goghs Sonnenblumen tauschen könne.

8. Die Van Gogh Sonnenblumen waren Teil eines umfangreicheren Projekts

Anstatt ein Dutzend Sonnenblumen zu kreieren, malte van Gogh nach seinen Sonnenblumen eine Reihe von Porträts, darunter Darstellungen von Joseph Roulin, Patience Escalier und Paul-Eugène Milliet.

Es folgte eine Serie, die unter dem Namen Toiles de 30-Décoration bekannt wurde. Alle diese Arbeiten wurden auf Leinwände in der französischen Größe 30 gemalt (92 x 73 cm). Die Serie zeigte eine Vielzahl von Themen, darunter Garten, Schlafzimmer, Porträts und eine Darstellung des Gelben Hauses selbst.

Die meisten dieser Werke wurden vor van Goghs Zusammenbruch in diesem Winter geschaffen, in Folge dessen er sein Ohr verstümmelte.

9. Van Gogh hatte eine besondere Präsentation geplant

Im Januar 1889 schrieb van Gogh an Theo und erklärte, dass er das Gefühl habe, dass das dritte und vierte Sonnenblumenbild aus seiner Zeit in Arles seine vielen Versionen von La Berceuse, eine Darstellung einer Frau in einem Schaukelstuhl, hervorragend umrahmen würde.

Er schrieb:

"Ich stelle mir dieselben Gemälde zwischen den Sonnenblumen vor, die so neben ihnen Fackeln oder Kerzenleuchter derselben Größe bilden würden, und so würde das Ganze aus sieben oder neun Gemälden bestehen."

(übersetzt nach "I picture to myself these same canvases between those of the sunflowers, which would thus form torches or candelabra beside them, the same size, and so the whole would be composed of seven or nine canvases.")

Er lieferte eine Skizze dessen, was er sich vorgestellt hatte, und führte den Entwurf später in seiner Ausstellung in der Société des Vingt im Jahr 1890 aus.

Brief von Vincent an Theo, Brief Nr. 529 - Saint-Rémy, 22. Mai 1889

Brief von Vincent an Theo, Brief Nr. 529 - Saint-Rémy, 22. Mai 1889

10. Er malte die Sonnenblumen mit neuer Farbe

Kunsthistoriker staunen immer noch über das Detail und die Tiefe, die van Gogh aus übereinander gelegten Gelbtönen herausgearbeitet hat. Solche Gemäldeserien wurden durch die Innovationen bei den hergestellten Pigmenten im 19. Jahrhundert ermöglicht.

Ohne die Lebendigkeit der neuen Farben, wie z.B. Chromgelb, hätte van Gogh wahrscheinlich nie die faszinierende Intensität seiner Sonnenblumen erreicht.

11. Vincent verkaufte selbst keines seiner Sonnenblumenbilder

Zu seinen Lebzeiten verkaufte van Gogh nur wenige Werke. Gesichert ist der Verkauf seines Gemäldes "Roter Weinberg", wobei andere Stimmen behaupten, er könnte bis zu zehn Werke bis zu seinem Tod verkauft haben.

Bei Van Goghs Sonnenblumen ist man sich allerdings einig, dass Vincent selbst keine dieser Arbeiten verkaufte. Nach seinem Tod am 29. Juli 1890 gelangten alle seine Sonnenblumen in den Besitz von Theo.

12. Die Serie gehört zu den beliebtesten Werken

Sonnenblumen

Foto: Alina Zamogilnykh / Shutterstock

Die Sonnenblumen werden auf der ganzen Welt ausgestellt. Gemälde aus der Pariser Serie sind im Amsterdamer Van Gogh Museum, im Metropolitan Museum of Art in New York City, im Berner Kunstmuseum und im niederländischen Kröller-Müller Museum zu bewundern.

Eine der originalen Arbeiten aus seiner Zeit in Arles befindet sich in der Londoner National Gallery, die andere in der Neuen Pinakothek in München.

Die drei Repetitionen der Originale aus Arges sind im Van Gogh Museum, im Philadelphia Museum of Art und im Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art ausgestellt.

13. Einmal kam es zu einer Sonderausstellung

Der Vorteil der Verteilung von van Goghs Sonnenblumen ist, dass sie für Menschen auf der ganzen Welt erreichbar sind. Der Nachteil ist jedoch, dass nur wenige Menschen sie jemals als Serie nebeneinander sehen werden, so wie es Van Gogh beabsichtigt hatte.

In 2014 wurden zwei dieser Gemälde in einer Sonderausstellung in London ausgestellt. Das Van Gogh Museum lieh der National Gallery ihr Wiederholungsstück.

14. Zwei Gründe stehen einer Zusammenführung im Weg

Es gibt zwei Gründe, warum es schwierig ist, Sonnenblumen als Serie zu zeigen.

  • Erstens sind es äußerst empfindliche Werke, und aus konservatorischen Gründen können sie entweder gar nicht oder nur unter sehr bemerkenswerten Umständen reisen.
  • Zweitens gehören die Van Gogh Sonnenblumen stets zu den beliebtesten Werken ihrer Institutionen, weshalb es für das verleihende Museum ein massiver wirtschaftlicher Nachteil wäre, würde ihr bestes Stück nicht mehr dort hängen, wo es die Besucher erwarten.

15. Moderne Technologien vereinten die Sonnenblumen

Im Jahr 2017 schuf die National Gallery mit der neuen Streaming-Technologie von Facebook Live eine "virtuelle Ausstellung", in der die fünf Gemälde der Sonnenblumen-Serie von Arles vereint waren.

Die innovative Präsentation bestand aus Expertenkuratoren, die abwechselnd ihre Sonnenblumen dem Streaming-Publikum präsentierten, jeweils mit 15-minütigen Vorträgen.

Dies war das erste Mal, dass so viele Van Gogh Sonnenblumen zusammen gezeigt wurden, nachdem sie Theos Haus verlassen hatten.

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