Malerei

Acrylmalerei für Anfänger

Alles was du als Einsteiger über die Acrylfarbe wissen musst

Acrylmalerei für Anfänger Titelbild
74Views

Die Acrylfarbe wurde 1955 in die Kunstwelt eingeführt und ist im Vergleich zu ihren älteren Geschwistern, Aquarell- und Ölfarbe relativ jung, aber sie ist unglaublich vielseitig und kann mit großer Geschwindigkeit brillante Ergebnisse liefern.

Die Vorstellung mit Acryl zu malen kann zunächst beängstigend sein, aber wenn Du diesen einfachen Schritten folgst, wirst Du Dich in Windeseile an die Leinwand stürzen!

Acrylmalerei für Anfänger: Die Ausrüstung

Abgesehen von den zahlreichen Zusätzen kannst du ein kleines Vermögen für die Ausrüstung deines Hobbys ausgeben, musst du allerdings nicht. Wenn du klein anfangen willst, brauchst du gar nicht viel.

Acrylfarben

Acrylfarben sind Farben auf Basis von winzigen Kunstharzteilchen, die die Farbpigmente als Bindemittel zusammenhalten. Wasser wird beigemischt, um die Viskosität der Farbe zu bestimmen. Acrylfarbe ist daher in der Essenz nichts Weiteres als Bindemittel, Lösungsmittel und Farbpigmente.

Sobald das Wasser aus der Farbe entweicht, härtet die Verbindung aus Bindemittel und Pigment wasserfest aus. Das bedeutet, dass du die Farbe später nicht wieder mit etwas Farbe verflüssigen kannst, wenn dir ein Makel in deinem Werk auffallen sollte.

Genau eben jenes Bindemittel aus Acrylharzen unterscheidet die Acrylfarbe so erheblich von den anderen Farbarten. Die Trocknungszeit ist verhältnismäßig schnell und das finale Werk sehr resistent gegen Umwelteinflüsse. Das Bindemittel ist eine flüssige, milchige Substanz, weshalb die Acrylfarbe normalerweise einen Tick dunkler trocknet, als die noch flüssige Farbe vermuten lässt.

Die Pigmente sind dieselben, die auch in Öl- und Aquarellfarben zum Einsatz kommen. Wenige Unterschiede gibt es bei solchen Pigmenten, die die Kunstharzverbindung nicht vertragen.

Die Farben sind miteinander farblich hervorragend mischbar – selbst unter verschiedenen Herstellern, da ihre Basis immer dieselbe ist. Der größte Unterschied zwischen einer billigen und einer hochwertigen Farbe ist der Anteil an Pigment und schließlich die Leuchtkraft des getrockneten Werks. Qualitativ hochwertige Acrylfarben für Anfänger sind hochpigmentiert, sodass du nur einen Bruchteil der Farbe für dieselbe Fläche benötigst. Sie lassen sich stärker verdünnen und erzeugen ein leuchtenderes Ergebnis. Anders als weitläufig angenommen, rechnet sich der Mehrpreis in der Anschaffung meist alleine schon dadurch, dass mit derselben Farbmenge ein wesentlich größerer Bereich angemalt werden kann.

Auswahl der Pinsel

Ein immer breiter werdendes Sortiment an Pinseln steht dir zur Verfügung, die speziell für Acrylfarben entwickelt wurden. Trotzdem brauchst nur einige wenige in deinem Studio, um die meisten Maltechniken zu perfektionieren.

Am besten ist es, sich für einen steifen Pinsel für dicke Anstriche und einen weicheren Rundpinsel für Aquarelleffekte zu entscheiden. Generell gilt: Je dicker die Farbe, desto steifer sollte der Pinsel sein. Je dünnflüssiger die Farbe, desto weicher.

Natürliche Tierhaare sind meist nicht die beste Wahl für diese Farbart, da sie die Borsten ziemlich hart angeht und du sicher möglichst lange etwas von deiner Ausrüstung haben willst.

Im Allgemeinen eignet sich ein Pinsel der Größe 10 für die Mehrzahl der Anwendungen, da du die Spitze für schmale Details verwenden oder mehr Druck für einen breiteren Strich ausüben kannst. Selbstverständlich kannst du weitere Größen nach Bedarf zusätzlich kaufen.

Beachte: Acrylfarben können ziemlich unbarmherzig auf die Pinselhaare wirken, weshalb du bei der Reinigung deiner Pinsel vorsichtig sein musst.

Acrylfarbe basiert auf Wasser, sodass du sie mit Wasser mischen kannst, um ihre Viskosität zu verändern. Wie bei der Ölfarbe kannst du aber auch bei der Acrylfarbe die Viskosität verändern, ohne die Leuchtkraft der Farbe zu beeinträchtigen, indem du flüssiges Bindemittel anstelle des Wassers verwendest.

Je nachdem, wie dünn oder dick du die Farbe anrührst, ähnelt das Endergebnis eher einem Öl- oder einem Aquarellbild.

Zusätze für Acrylfarben

In der Acrylmalerei für Anfänger sollte man nicht davor zurückscheuen, mit der Farbe zu experimentieren. Es ist wichtig, sich Schritt für Schritt an die Möglichkeiten dieses Mediums heranzutasten. Damit das gelingt, gibt es spezielle Zusätze, die du der Farbe beimischen kannst, wodurch die Eigenschaften der Farbe verändert werden.

Acryl-Medium

Ein sogenanntes Acryl-Medium ist nichts anderes als flüssiges Bindemittel. Sie werden der Farbe beigemischt, um die Farbe zu verdünnen und den Farbauftrag zu verändern. Grundsätzlich sind solche Medien farblos, damit sie die farblichen Eigenschaften der Acrylfarbe nicht beeinträchtigen.

Es gibt allerdings auch Medien, die bewusst mit Effekten arbeiten. So liefert ein mattes Medium beispielsweise eine farblich gedämpfte, matte Oberfläche, sobald die Farbe getrocknet ist. Ein Glanzmedium lässt die Farbe aufleuchten und trocknet hochglänzend.

In der Acrylmalerei für Anfänger kannst du schon zu Beginn mit solchen Medien herumexperimentieren. Manche abstrakte Maltechniken machen es sogar erforderlich, die Farbe in ihrer Viskosität stark zu verändern.

Pasten

Es gibt gelartige Pasten, die entweder der Acrylfarbe beigemischt werden oder vorher dem Farbauftrag auf den Maluntergrund geschmiert werden, um Struktur zu erzeugen. Pasten können beispielsweise der Farbe untergemischt werden, um die Trocknungszeit zu erhöhen und einen äußerst pastosten Farbauftrag zu ermöglichen. Strukturpaste hingegen wird auf den Malgrund geschmiert, um reliefartige Strukturen zu erzeugen, bevor du diese schließlich mit der Farbe ausarbeiten kannst.

Trocknungsverzögerer

Trocknungsverzögerer verlängert die Trocknungsdauer der Farbe, sodass du sie besser für Nass-in-Nass-Techniken verwenden kannst. Dabei beeinflusst der Verzögerer nicht unbedingt die Viskosität und die Leuchtkraft der Farbe.

Firnisse

Auch wenn Acrylfarbe wasserfest aushärtet und weitestgehend wetterfest ist, kannst du einen Firniss verwenden, um die Leuchtkraft des Bildes zu verändern. In der Acrylmalerei eines Anfängers ist das nicht unbedingt notwendig, soll das Bild allerdings besonders glänzend aufgehängt werden, lohnt sich die Investition in einen Glanzfirniss hingegen schon. Davon einmal abgesehen schadet eine weitere Schutzschild garantiert nicht dabei, das Werk für die nächsten Jahre farbecht zu konservieren.

Sicherheitsvorkehrungen und Reinigung

Beim Airbrushen mit Acrylfarben wird häufig darauf hingewiesen, dass die in der Farbe enthaltenen Konservierungsstoffe langfristig gesehen gesundheitliche Folgen haben können. Die Farbe an sich hingegen ist sehr sicher und bedarf keiner größeren Sicherheitseinweisung. Solange die Farbe nicht zerstäubt eingeatmet wird und du sie nicht in größeren Mengen herunterschluckst oder dir in die Augen reibst, solltest du auf der sicheren Seite sein.

Beim Malen mit Acrylfarben solltest du regelmäßig den Pinsel auswaschen, um ruckständige Farben aus den Haaren zu entfernen. Wenn sich Farbreste an der Pinselklemme sammeln, kann das mit der Zeit dazu führen, dass die Haare des Pinsels brüchig werden und ausfallen. Nach jeder Maleinheit solltest du den Pinsel deshalb gewissenhaft auswaschen. Trocknet die Farbe ein, benötigst du alkoholische Lösungsmittel, um die harte Farboberfläche aufzuweichen und schließlich die Farbe zu entfernen. Häufig ist diese Prozedur so aufwendig, dass es sich beinahe nicht lohnt, den Pinsel aufzuheben. Drum solltest du gleich dafür sorgen, die Pinsel stets in einwandfreiem Zustand nach dem Malen zurückzulegen.

Häufig gestellte Fragen zur Acrymalerei

Ganz egal, ob du noch nie mit der Acrylfarbe in Kontakt gekommen bist, oder ob du bereits einige Werke gemalt hast, gibt es einige Dinge, die man nicht so schnell auf dem Schirm hat.

Ölfarbe mit Acrylfarbe mischen – geht das?

Nein. Ölfarbe basiert auf Ölen als Lösungsmittel, Acrylfarbe auf Wasser. Öl und Wasser stoßen sich gegenseitig ab und vermischen sich bei gewöhnlicher Mischtechnik nicht.

Kann man Ölfarben über ein Acrylbild malen?

Ja, allerdings haftet die Ölfarbe nicht gut auf der glatten Acrylschicht. Einmal ausgehärtet, bietet die Acrylfarbe kaum Oberflächenstruktur, in die die Ölfarbe eintauchen kann. Außerdem altern die beiden Farbarten unterschiedlich, sodass es nicht selten vorkommt, dass das Bild nach einiger Zeit rissig wird.

Kann man Acrylfarben wie Ölfarben malen?

Acrylfarben besitzen von Haus aus eine extrem geringe Trocknungszeit. Dünn aufgetragen, zieht die Farbe binnen Sekunden oder wenigen Minuten ein und härtet aus. Dicker aufgetragen, ist sie spätestens nach ein paar Stunden vollständig ausgehärtet. Um Nass-in-Nass effektiv malen zu können, bedarf es eines Trocknungsverzögerers, der die Acrylfarbe langsamer trocknen lässt. Gewöhnlicherweise wird dazu dünnflüssiges Bindemittel eingesetzt.

Lässt sich Acrylfarbe wie Aquarellfarbe malen?

Grundsätzlich geht das, achte aber beim Verdünnen der Acrylfarbe darauf, nicht zu viel Wasser zu verwenden. Die Pigment-Bindemittel-Verbindung wird dadurch auseinander gezogen und reißt schießlich. Um den Anteil an Wasser nicht Überhand gewinnen zu lassen, solltest du die Farbe auch mit Bindemittel verdünnen. In der richtigen Konsistenz kannst du die Farben sehr flüssig auftragen und die granularen Effekte herausarbeiten. Beachte, dass die einmal getrocknete Acrylfarbe nicht wieder mit Wasser verflüssigt werden kann, wie es bei der Aquarellfarbe der Fall ist.

In der Acrylmalerei für Anfänger ist es deshalb ratsam, nicht all zu sehr in die Extreme der Möglichkeiten der Farbe einzutauchen. Extrem flüssige oder oder extrem zähe Farben sind eher etwas für fortgeschrittene Malerinnen und Maler, die mit den Mischungsverhältnissen Erfahrung haben.

Wie haltbar sind Acrylfarben?

Da die Farbe noch recht jung ist, gibt es keine Langzeitstudien, die die Qualität der Farbe nach mehreren Jahrhunderten bewerten könnten. Anhand der chemischen Zusammensetzung ist jedoch anzunehmen, dass die Acrylfarbe extrem beständig ist, wenn sie ausgehärtet ist. Selbstverständlich spielt auch der Malgrund eine wichtige Rolle. Schließlich ist jedes Gemälde nur so haltbar, wie der Untergrund, auf dem es sich befindet.