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Malerei

12 Acrylmalerei Techniken für vielseitigere Malergebnisse

Acrylmalerei TechnikenFoto: Ivan Popovych / shutterstock.com

Die Malerei hat sich als eine der gängigsten Formen der Kunst erwiesen. Während einige der ältesten Methoden Jahrtausende zurückreichen, ist die Acrylmalerei eine relativ junge Innovation, die ihren Ursprung im letzten Jahrhundert hat.

Als sie Anfang der 1900er Jahre entstand, übernahmen Künstler aller Genres schnell dieses neue, schnell trocknende Medium, das mehr Vielseitigkeit und Potenzial im Vergleich zu allen anderen Farbarten zeigte. 

Der Einsatz verschiedener Acrylmaltechniken hat zu einigen der bekanntesten und begehrtesten Kunstwerke auf dem Kunstmarkt geführt.

Egal, ob du mehr über das Medium erfahren willst oder deine eigenen Fähigkeiten perfektionieren willst, findest du hier 12 Acrylmalerei Techniken für spannende Farbaufträge.

12 Acrylmalerei Techniken

Die Acrylmalerei zeichnet sich durch leuchtende Farben, kräftige Pinselstriche und klare Linien aus. Eine der attraktivsten Eigenschaften des Mediums ist seine Fähigkeit, auf einer Vielzahl von Oberflächen verwendet und mit anderen Medien gemischt zu werden.

Nachfolgend sind die wichtigsten Techniken aufgeführt, mit denen ein strukturreiches Gemälde geschaffen wird, das sowohl die weichen als auch die harten Elemente der Acrylfarbe zum Ausdruck bringen kann.

Dry Brush Technik

Die Dry Brush Technik ist einfach auszuführen. Mit einem Pinsel, der nicht in Wasser getaucht wurde, kannst du eine kratzige, strukturierte, ungleichmäßige Bewegung von Linien auf deiner Leinwand erzeugen. Achte darauf, dass dein Pinsel so trocken wie möglich ist und mit Farbe bestückt ist, um den optimalen Effekt zu erzielen.

Idealerweise malst du die Dry Brush Technik mit einem älteren Pinsel, da die rauen Striche auf der Maloberfläche die Qualität der Pinselhaare beeinträchtigen können. Das Drybrushing ist eine wichtige Acrylmalerei Technik, die in verschiedenen Szenarien eingesetzt werden kann.

Waschungen

Eine der beeindruckendsten Eigenschaften der Acrylfarbe ist ihre Fähigkeit, ihre Konsistenz zu verändern; du kannst sie in dicken Schichten oder ganz fein auftragen, um einen dünnen, lichtdurchlässigen Farbton zu erzeugen.

Mit einer sogenannten Waschung kannst du eine Weichheit hervorrufen, die an Aquarell erinnert.

Verdünne dazu die Farbe mit einer ausreichenden Menge Wasser, um eine lichtdurchlässige Lösung zu erzeugen. Achte darauf, nicht zu viel Wasser ohne Zugabe von Bindemittel der Farbe hinzuzufügen, da sonst die Moleküle zu stark auseinandergezogen werden und der Farbfilm anfängt zu reißen.

Acrylmalerei Techniken: Punkten

Das Punktieren ist die Erzeugung einer Sammlung von kleinen Punkten, die oft in der Landschaftsmalerei verwendet werden. Obwohl Acrylfarbe ein relativ neues Medium ist, entstand diese Technik in den 1500er Jahren als Graviermethode. Heute konstruieren Künstler unterschiedliche Schattierungen, deren Ausprägung von ihrem Abstand und ihrer Stärke abhängt. Durch die Verwendung verschiedener Farben kann eine reale Dimension erreicht werden.

Das Punkten ist eng mit dem Pointillismus verwandt, einem Ansatz, bei dem eine große Menge kleiner Farbpunkte auf die Leinwand getupft werden, um ein bestimmtes Motiv zu erzeugen. Die Methode wurde vom französischen postimpressionistischen Künstler Georges Seurat populär gemacht. Dies wird in seinem berühmtesten Gemälde, "Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte", thematisiert.

Obwohl die frühen Meister dieser Technik Öl oder Gouache einsetzten, kann das Tupfen bzw. Punkten auch ganz einfach als Acrylmalerei Technik angewendet werden.

Spritzen/Tropfen

Die Spritztechnik ist eine lebendige, unvorhersehbare Technik, die sich auf angewandte Energie stützt, um ihre Ästhetik zu erreichen.

Diese Acrylmalerei Technik wurde von Jackson Pollock populär gemacht, der heute weithin als die führende Kraft hinter der abstrakt-expressionistischen Bewegung gilt. Pollock arbeitete hauptsächlich mit Glanzemaille und nicht mit Acryl, trug das Pigment mit einem Stock auf seine Leinwände auf und schuf seine berühmten "Drip Paintings", die schließlich die Definition der Kunst revolutionierten sollten.

Um die Textur der Werke von Pollock mit Acrylfarbe nachzuahmen, benötigst du lediglich einen nassen Pinsel, dessen Haare du in die Acrylfarbe eintauchst, sodass sich viel Farbe in den Pinselkopf saugt.

Alternativ kannst du auch die Vorgehensweise in dem gezeigten Video nachmachen: Den Pinsel mit viel Farbe laden und anschließend geduldig die überschüssige Farbe abtropfen lassen, um das Motiv deiner Wahl zu gestalten.

Tupftechnik

Wie der Name schon sagt, geht es bei tupfenden Acrylmalerei Techniken darum, Farbakzente auf die Oberfläche einer Leinwand zu tupfen. Mit einem steifen Borstenpinsel oder Papiertuch wird die Farbe einfach mit schnellem, leichtem Druck auf die Leinwand gedrückt. Für mehr Tiefe kannst du mehrere Schichten der Tupfer übereinanderlegen. Das Tupfen bringt Bewegung in dein Gemälde und wird oft verwendet, um Gebüsch oder das Geäst eines Baumes zu veranschaulichen.

Ein großartiges Beispiel für die Tupftechnik sind die Arbeiten des französischen impressionistischen Malers Claude Monet. Obwohl er hauptsächlich mit Ölfarben arbeitete, untersuchten Impressionisten wie Monet die Auswirkungen von Licht und Farbe, die oft durch diese Technik erreicht wurden.

Schwammtechnik

Auch die Schwammtechnik erfordert eine tupfende Bewegung, um ein unregelmäßiges, strukturiertes Muster zu erzeugen. Die Schwammtechnik ist eine großartige Maltechnik für Anfänger, da das Ergebnis optisch ansprechend und einzigartig ist. Du brauchst lediglich einen Mal- bzw. Bastelschwamm, den du in die Farbe eintauchst.

Auch diese Technik entstand erstmals während der impressionistischen Bewegung, wo die Künstler im Gegensatz zum Realismus darauf abzielten, momentane, flüchtige Effekte einzufangen, die durch die unregelmäßige Oberfläche eines Schwammes erzielt wurden.

Malen mit Palettenmesser

Obwohl diese Technik etwas fortgeschrittener ist, ist es eine einfache Möglichkeit, der Oberfläche eines Gemäldes eine Textur hinzuzufügen und kann bei der Schaffung von schwungvollen Schichten von Vorteil sein. Um den Effekt zu erzielen, verwende eine dicke Farbschicht und trage sie mit dem Messer auf die Leinwand auf.

Das Palettenmesser kann mit vielen verschiedenen Farbmedien eingesetzt werden, wobei schwere Acrylfarbe und Ölfarbe perfekt dafür geeignet sind.

Detailmalerei

Häufig verwendet, wenn sich ein Künstler kurz vor der Fertigstellung eines Werkes befindet, sollten Details mit viel Kontrolle und Präzision erstellt werden.

Arbeite mit einem kleinen, feinen Pinsel und trage bei Bedarf feine Details und klare Linien auf, um dein Werk zu vollenden. Dies wird regelmäßig durchgeführt, um Details wie die Blumen in einer Landschaft oder andere winzige Details zu schaffen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Rakeltechnik

Rakeltechnik Acryl

Foto: Thirteen / Shutterstock

Beim Rakeln wird die Acrylfarbe über den Malgrund geschabt. Mithilfe einer Rakel (gerne auch mehrere in verschiedenen Größen) kann die Farbe von einer Seite zur anderen geschoben werden, um die tieferliegenden Farbschichten zu enthüllen und faszinierende Strukturen zu erschaffen.

Bekanntester Künstler, der die Rakeltechnik gemeistert hat, ist Gerhard Richter, dessen großformatige Arbeiten zu den teuersten Werken eines noch lebenden Künstlers zählen.

Untermalung

Die Untermalung ist eine Technik, die schon die Meister der Renaissance vielfach angewandt haben. Grundsätzlich bedeutet eine Untermalung lediglich, dass eine vorbereitende Schicht auf den Malgrund gemalt wird, bevor das eigentliche Motiv mit anderen Farben darübergelegt wird.

Bei den Renaissance-Meistern hieß diese Untermalung noch Verdaccio, die vor allem in Öl- und Temperafarbe eingesetzt wurde, um Hautfarben besonders lebendig darzustellen. Die Mona Lisa ist ein bekanntes Kunstwerk, dessen Charme auf einer sorgfältigen Untermalung beruht.

In der Acrylmalerei kannst du diese Technik geschickt einsetzen, um in mehrschichtigen Arbeiten gezielt Stellen auszusparen, die dann freigelegt werden, um Tiefe oder Dimensionalität in deinem Motiv anzudeuten.

Legst du eine zweite Farbschicht über die Untermalung, kannst du auch ganz gezielt Stellen wieder freischaben oder freikratzen.

Schablonieren

Acrylmalerei Techniken Schablone

Foto: Happy_finch / Shutterstock

Eine beliebte Acrylmalerei Technik ist das Schablonieren, um verschiedene Muster und Texturen in deinen Kunstwerken zu verwenden. Schablonen werden am besten mit Schaumstoffschwämmchen mit Farbe betupft, da ein Pinsel die Farbe zu hart aufträgt.

Gerade dann, wenn es sich um selbstgemachte Papierschablonen handelt, ist es wichtig, nur ganz leicht mit einem Schwamm Farbe aufzutragen, um die feinen Elemente der Schablone nicht zu beschädigen.v

Lasur

Eine Lasur ist eine dünne, lichtdurchlässige Schicht, die mit Acrylfarbe gemischt wird, um einen satten, leuchtenden Farbton und eine Struktur der Oberfläche zu erzeugen. Durch das Auftragen einer transparenten Lasurschicht auf eine weitere Deckfarbe kannst du einen einzigartigen, beinahe gläsernen Effekt erzielen.

Der niederländische Maler Johannes Vermeer verwendete in vielen seiner Gemälde Lasuren. In seinem "Mädchen mit rotem Hut" sieht man an den hellen Stellen (im Hut, am Kragen und dem Mantel) deutlich, wie geschickt er halb-transparente Lasurschichten eingesetzt hat, um Details hervorzuheben und das Motiv "echt" aussehen zu lassen."

Tipps zu den Acrylmalerei Techniken

Die Acrylfarbe im Schnelldurchlauf

Der deutsche Chemiker Dr. Otto Röhm entdeckte Acrylharz erstmals im Jahr 1901. Obwohl Harze in erster Linie für den industriellen Gebrauch bestimmt waren, dauerte es nicht lange, bis Künstler begannen, mit diesem synthetischen Medium zu experimentieren.

Nach einigen Jahrzehnten erschienen 1955 die ersten kommerziell erhältlichen wasserbasierten Acrylfarben. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts tauchte eine neue Welle von Künstlern auf, die verschiedene Kunstrichtungen wie den Abstrakten Expressionismus und die Pop-Art erforschen wollten. Die vielseitigen Acrylfarben zogen natürlich die Größen der modernen Kunst an: Angefangen beim wohl bekanntesten Pop-Art-Künstler Andy Warhol, dem amerikanischen Maler Robert Motherwell und der britischen Op-Art-Künstlerin Bridget Riley.

Künstler aller Fachrichtungen sind von der Vielseitigkeit der Acrylfarbe angezogen. Sie ist nicht nur langlebig, sondern hat auch eine Unmittelbarkeit in der Verarbeitung, die andere Farbmedien nicht bieten können.

Heute finden Sammler Acrylbilder von Künstlern aus aller Welt.

Auswahl der richtigen Pinsel

Dies mag zwar offensichtlich erscheinen, aber die Wahl der richtigen Werkzeuge kann die Qualität deiner Malerei stark beeinflussen. Um die vorgestellten Acrylmalerei Techniken umsetzen zu können, benötigst du Zugang zu einer Vielzahl von Pinseln, von klein bis groß. Für den Auftrag von dicken Farbschichten ist auf einen steifen Borstenpinsel wert zu legen, und für die Aquarell-Effekte wie die Waschungen verwendest du besser einen weichen Haarpinsel.

Meistere dein Mischverhalten

Für erfahrene Maler mag das Mischen ziemlich einfach erscheinen, aber es gibt Möglichkeiten, mit Mischtechniken kreativ zu werden, die deine Malresultate erheblich verbessern können.

Zunächst solltest du sicherstellen, dass du mit der Farbtheorie vertraut bist und du verstehst, wie du mit Präzision und Vertrauen die korrekte Farbe mischen kannst. 

Als nächstes solltest du diese Tipps zum Mischen berücksichtigen, damit du die Farbqualität nicht beeinträchtigst. Zum besten Ergebnis kommst du dann, wenn du mit reinen Farben malst, die nicht übermischt und dadurch nicht schlammig wurden, sondern rein bleiben.

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