Malerei

In dieser Anleitung erfährst du, wie du einen strahlenden Farbverlauf mit Aquarellfarben malst

Wenn du einen Aquarell Farbverlauf malen willst, haben sich zwei Herangehensweisen bewährt. Für welche du dich entscheidest, ist eine Frage deiner persönlichen Vorliebe. 

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    Geschichteter Farbübergang mit mehreren Lagen
  • Einlagiger Farbübergang

Mehrlagiger Farbübergang

Für diese Anleitung haben wir uns für einen geschichteten Farbübergang entschieden.

Vorteilhaft hieran ist, dass wir die höchste Kontrolle über das Ergebnis erhalten, da wir die farbliche Intensität schrittweise erhöhen. Nachteilig ist, dass diese Vorgehensweise länger dauert, da wir die Farben nach jeder Lage trocknen lassen, bevor wir eine weitere Farbschicht mit höherem Pigmentanteil darüber legen. 

Die angetrockneten Lagen werden mit jedem weiteren Farbauftrag erneut „aktiviert“, da das trockene Pigment wasserlöslich ist. Auf diese Weise entsteht ein Farbverlauf ohne sichtbare Kanten.

Zwei bis drei Lagen sind perfekt, um einen kräftigen Übergang zu erzielen. 

Einlagiger Farbübergang

Die Alternative ist ein Übergang, der gleich mit einer sehr kräftigen Farbmischung mit geringem Wasseranteil begonnen wird. Nach dem ersten Pinselstrich wird die Mischung dann schrittweise mit Wasser verdünnt. Nach jeder Verdünnung wird ein weiterer Pinselstrich direkt angrenzend gezogen, bis die ganze Fläche bedeckt ist.

Eine gelungene Anleitung zu dieser Vorgehensweise findest du hier.

Anleitung, wie du einen Aquarell Farbverlauf malst

Schritt 1

Als erstes haben wir zwei Flächen auf dem Malpapier mit Abdeckband abgeklebt. Nachdem der Übergang vollendet ist, können wir das Abdeckband abziehen und es bleibt eine wunderschöne Fläche mit klaren Kanten. So können wir uns am besten auf den Farbverlauf konzentrieren. 

Abdeckband

Schritt 2

Wir malen einen einfarbigen Farbverlauf vom Dunklen ins Helle. In unserer Anleitung verwenden wir als erste Lage eine Farbmischung, die ungefähr aus 1/3 Farbe und 2/3 Wasser besteht. Für einen gleichmäßigen Übergang bepinseln wir das obere Drittel der Fläche mit der Farbmischung. 

Aquarell Farbverlauf malen 1

Anschließend wird der Pinsel gut ausgewaschen, sodass sich keine Farbreste mehr in den Haaren befinden. Tauche nun den sauberen Pinsel in viel Wasser, um die Farbe aus dem farbigen Drittel über die gesamte Fläche zu verstreichen.

Aquarell Farbverlauf malen 2

Dieselbe Vorgehensweise wiederholen wir auf einer anderen Fläche in einer anderen Farbe.

Hier malen wir den Verlauf des Übergangs in entgegengesetzter Richtung. Der kräftigste Bereich der Farbe liegt unten; nach oben hin wird der Farbverlauf schwächer.

Schritt 3

Wir lassen die nasse Farbe nun vollständig trocknen, während wir die Farben für die zweite Schicht vorbereiten. Das Verhältnis von Farbe zu Wasser wird erhöht, sodass die Intensität zunimmt. Ansonsten wiederholen wir lediglich die exakte Prozedur aus Schritt 2.

Das bedeutet: Die kräftigste Farbe wird am Beginn des Farbverlaufs platziert und anschließend mit einem mit Wasser befeuchteten Pinsel verwischt.

Danach wird der Aquarell Farbverlauf trocknen gelassen, um einschätzen zu können, ob weitere Lagen benötigt werden. In unserem Fall ist der Farbverlauf kräftig genug - eine weitere Schicht Aquarellfarbe ist nicht nötig.

Nun muss nur noch das Abdeckband entfernt werden, um die gesamte Schönheit der Verläufe freizulegen. Anschließend kannst du die Streifen aufbewahren, um eine Übersicht verschiedener Farbtöne anzulegen, oder sie in weiteren Projekten verwenden. Besonders einfach lässt sich ein Lesezeichen aus einem der Farbverläufe basteln.

3 Tipps für einen perfekten Farbverlauf

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    Während die Farbe sich setzt und verläuft, gleichen sich kleinere Unregelmäßigkeiten im Farbton normalerweise aus, bevor sie trocknen.
  2.  
    2
    Versuche, einen Aquarell Farbverlauf mit verschiedenen Farben und Intensitäten zu erzielen. Jede Farbe hat ihre eigenen physikalischen Eigenschaften, die sich darauf auswirken, wie das Ergebnis nach dem Auftragen und Trocknen sein wird.
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    Übe Farbübergänge von einer Farbe in eine andere, um interessante mehrfarbige Effekte zu erzielen.