Malerei

Aquarellfarben kaufen – Darauf musst du achten

Wie du die richtigen Wasserfarben für deine Ansprüche findest

Aquarellfarben kaufenFoto: Bill Fehr / shutterstock.com
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Aquarelle – zarte Farbverläufe und ein leicht verschwommener Effekt zeichnen die meisten dieser Kunstwerke aus. Das Malen mit Aquarellfarben hat sich daher vor allem im Bereich der Landschaftsmalerei bewährt. Doch auch filigrane Tiermotive sowie zarte Porträts sind beliebte Sujets der Aquarellmalerei. Worauf es bei der Materialauswahl ankommt und welche Farben sich für deine Ansprüche am besten eignen, das findest du im Folgenden heraus. Denn wir erklären, worauf du achten solltest, wenn du Aquarellfarben kaufen möchtest.

Aquarellfarben – Wasserfarben in unterschiedlicher Form

Aquarellfarben sind Wasserfarben, das heißt, sie werden, anders als beispielsweise Ölfarben, nicht mit Lösungsmitteln wie Terpentin, sondern lediglich mit Wasser anrührt und verarbeitet. Das liegt bereits im Wort selbst, denn „aqua“ aus dem Lateinischen bedeutet „Wasser“. Trotzdem werden im engeren Sinne nicht alle Farben auf Wasserbasis zu den Aquarellfarben gezählt, sondern nur die, bei denen am Ende der Malgrund durchschimmert.

Deckende Wasserfarben wie Tempera sind daher keine Aquarellfarben. Gouache, als halb deckende Wasserfarbe, wird streng genommen ebenfalls nicht zu den Aquarellfarben gerechnet. Stark verdünnt kann mit Gouache jedoch genauso ein Aquarell-artiger Effekt erzielt werden. Während die Gouachemalerei ihren eigenen Platz in der Kunst hat, sind Mischformen mit Gouache und Aquarellfarben möglich.

Im Bastelladen oder Künstlerbedarf sind Aquarellfarben in unterschiedlichen Formen erhältlich:

  • im Farbkasten
  • in Tuben
  • als Aquarellstifte und -kreiden

Allen gemeinsam ist, dass sie …

  • … mit Wasser angelöst werden.
  • … Pigmente für die Farbgebung beinhalten.
  • … Bindemittel wie Gummi arabicum enthalten.

Um die Haltbarkeit und Fließeigenschaften der Farbe zu beeinflussen, können je nach Hersteller weitere Substanzen wie Feuchthaltemittel beigemengt werden. Bei Aquarellfarben in Tuben verhindern solche Zusätze das vorzeitige Austrocknen. Bei Aquarellfarben im Tuschkasten sind Feuchthaltemittel nicht nötig. Sie liegen in trockener Form vor und werden erst durch Berührung mit dem feuchten Pinsel streichfähig.

Wasserfarben im Tuschkasten

Foto: Bill Fehr / shutterstock.com

Den Tuschkasten kennst du bestimmt noch aus der Grundschule. Die Palette in diesem Malkasten ist jedoch nicht nur für die ersten Malversuche geeignet. Tatsächlich kannst du mit den festen Farben in den Näpfchen richtig tolle Aquarelle malen.

Der Vorteil der festen Farben liegt auf der Hand: Je nach Feuchte des Pinsels kannst du die Transparenz der Wasserfarben individuell beeinflussen, wenn du die Farbe aus dem Töpfchen aufnimmst. Allerdings sind die Farben, die direkt mit dem Malwerkzeug angerührt werden, anfällig für Unreinheiten. Wenn du zwischen den einzelnen Farben den Pinsel nicht ordentlich auswäschst, trägst du Farbreste in andere Farbtöpfchen.

Tipp: Achte darauf, den Pinsel vor jedem Farbwechsel gründlich in Wasser auszuspülen. Vor allem helle Farben bekommen ansonsten unschöne Unreinheiten. Um dies zu vermeiden, kannst du auch zwei Pinsel – einen für helle, einen für dunkle Farben – verwenden.

Neben den Schulfarben im Tuschkasten gibt es auch Künstlerfarben in Näpfen. Diese zeichnen sich durch einen deutlich höheren Pigmentanteil und bessere Vermalbarkeit aus.

Aquarellfarben aus der Tube

Aquarellfarbtuben
Foto: Lada Sher / shutterstock.com

Das Problem der Verunreinigung im Farbbehälter stellt sich bei Aquarellfarben aus der Tube nicht. Sie werden nach Bedarf aus der Tube auf eine Palette gedrückt und kommen erst dann mit dem feuchten Pinsel in Kontakt. Die zähflüssigen Farben können dich jedoch dazu verleiten, direkt mit ihnen auf Papier zu malen, ohne dass sie ausreichend mit Wasser verdünnt werden.

Hier ist Disziplin gefragt. Bringe die Aquarellfarben erst in die nötige Konsistenz, um die gewünschte Transparenzstufe beziehungsweise Deckkraft zu erreichen. Erst dann kommt die Farbe auf den Malgrund.

Hinweis: Eine Mischpalette zum Anrühren der Farben ist bei Tuben Pflicht. Auf der Palette kannst du neben Farben aus der Tube auch jene aus dem Tuschkasten zu individuellen Farbtönen vermischen.

Was ist besser: Aquarellfarben in Näpfen oder aus der Tube?

Welche Aquarellfarben du bevorzugst, ist einerseits eine Frage des Geschmacks, unterliegt aber auch praktischen Überlegungen. Schließlich haben beide Formen ihre Vor- und Nachteile. Feste Farben im Tuschkasten können nicht auslaufen und sind daher gut zu verstauen und perfekt für mobile Künstler. Aquarellfarben aus der Tube garantieren hingegen sauberes Arbeiten im Atelier.

Du kannst beide Darreichungsformen in praktischen Sets wie dem klassischen Tuschkasten oder in einer Farbauswahl von beispielsweise 18 Tuben kaufen. Gleichermaßen kannst du beide Farbtypen individuell zusammenstellen und erweitern. Namhafte Hersteller wie Schmincke, Lukas sowie Winsor & Newton bieten ihre Produkte sowohl als feuchte wie auch als feste Farben an.

Aquarellstifte – der Hybrid von Zeichnen und Malen

Aquarellstifte und Wasserfarben
Foto: Erhan Inga / shutterstock.com

Aquarellstifte sehen auf den ersten Blick wie gewöhnliche Buntstifte aus. Doch sie haben es in sich. Einmal aufgetragen, kannst du sie nachträglich noch mit Wasser verwischen, um einen Aquarell-artigen Effekt zu erzielen. Da du zunächst definierte Striche mit dem Stift setzt und anschließend mit Pinsel oder Finger darüber gehst, bewegen sich Aquarellstifte in der Grauzone zwischen Zeichnen und Malen.

Tipp: Künstler setzen Aquarellstifte gerne ergänzend zum Pinsel ein, um beide Medien für maximale Wirkung zu vereinen. Während du mit dem Pinsel nur schwer so klare Linien wie mit dem Stift setzt, erzielst du viel einfacher Farbverläufe mit Aquarellfarben aus Tuben oder Näpfen – gerne auch mit einem gewissen Zufallseffekt.

Wie viel sollten gute Aquarellfarben kosten?

Im Bastelladen oder beim Künstlerbedarf wird dir der Preisunterschied zwischen Schüler- und Künstlerfarben auffallen. Dabei sind beide Aquarellfarben, jedoch mit einem wichtigen Qualitätsunterschied. Künstlerfarben enthalten mehr Pigmente, während die Farben im Schulmalkasten einen hohen Anteil an Bindemitteln aufweisen. In Sachen Farbechtheit wird dies auf Dauer sichtbar.

Wenn du mit der Aquarellmalerei gerade erst anfängst, spricht jedoch nichts dagegen, dich zunächst einmal mit den günstigeren Wasserfarben für den Schulgebrauch auszuprobieren. Sollen deine Kunstwerke jedoch von Bestand sein, lohnt sich die Investition in echte Künstlerfarben. Diese Farben sind nicht nur brillanter, sie halten auch unter Einfluss von Sonnenlicht länger. Ein weiterer Aspekt, der für viele angehende und fortgeschrittene Künstler ins Gewicht fällt, ist die Körnung der Farben. Künstlerfarben sind in der Regel feiner und lassen sich besser verstreichen als die Farben aus dem Tuschkasten, den du im früher im Ranzen hattest. Diese Vorzüge haben jedoch auch ihren Preis.

Beständige Farben haben ihren Preis

Fein vermahlene Pigmente in hochwertigen Künstlerfarben haben ihren Preis. Dafür wirst du mit hoher Farbbrillanz belohnt und schonst deine teuren Aquarellpinsel. Grobe Wasserfarben greifen den Pinsel nämlich stärker an als professionelle Künstlerfarben aus der Tube oder dem Napf.

Tipp: Vor allem Einsteiger können durch den Kauf eines Sets einige Euros sparen. Die leicht anlösbaren Farben kannst du selbst zu individuellen Farbtönen vermischen. Reicht die Palette dennoch für deine kreativen Ansprüche nicht aus, kannst du immer noch einzelne Farben nachkaufen.

Transparenz und Farbbrillanz – ein Widerspruch?

Aquarellfarben Leuchtkraft
Foto: Hatalskaya / shutterstock.com

Aquarellfarben scheinen paradox. Künstlerfarben trumpfen mit einem hohen Pigmentanteil auf und liefern dennoch den gewünschten Transparenzeffekt, der typisch für die Aquarellmalerei ist. Hierfür ist unter anderem das wasserlösliche Bindemittel Gummi arabicum verantwortlich, welches völlig farblos ist. So sind es tatsächlich nur die jeweiligen Farbpigmente, die nach Verdunsten des Wassers strahlen. Das helle, durchscheinende Papier verleiht dem Aquarell zusätzliche Strahlkraft.

Aquarellfarben kaufen – Marken im Vergleich

Reeves Wasserfarben Napf
Rayher Hobby Aquarellfarben

Günstige Einsteigersets mit zwölf Grundfarben in der Tube oder im Napf gibt es bereits für unter zehn Euro zu kaufen. Hersteller wie Reeves oder Rayher Hobby ermöglichen so einen günstigen Einstieg in die Aquarellmalerei. Die Feinheit der Farben unterscheidet sich jedoch von renommierten Künstlerfarben. Abzüge bei Farbbrillanz und -beständigkeit sind die Folge.

Winsor & Newton Water Colour

Mit weniger Abstrichen kannst du bei der Serie Cotman von Winsor & Newton rechnen. Die als Einsteigerfarben vermarkteten Aquarellfarben überzeugen mit hohem Pigmentanteil und wenig Bindemittel. Das Zwölfer-Set kommt mit Rotmarderpinsel daher, sodass du gleich drauflosmalen kannst. Doch auch für fortgeschrittene Wassermaler spricht im Grunde nichts dagegen, diesen Künstlerfarben auf Dauer die Treue zu halten.

Schmincke Aquarellfarben Akademie

Darf es trotzdem ein bisschen mehr sein? Dann nimm etwas mehr Geld in die Hand und lege dir ein Set von Schmincke zu. Die deutsche Traditionsmarke gilt als der Goldstandard der Aquarellfarben. Und das nicht ohne Grund! Die besonders fein vermahlenen Pigmente lassen Bilder mit diesen Farben besonders lang und intensiv strahlen.

Aquarellstifte und -kreiden kaufen

Sowohl Jaxon als auch Faber-Castell bieten hochwertige Aquarellkreiden im Set zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis an. Neben Softpastellkreide, wie Aquarellkreide auch genannt wird, gibt es noch Aquarellstifte. Faber-Castell gilt hier ebenfalls als führender Hersteller. Doch auch andere Marken wie Stabilo und Staedtler bieten günstige Einsteigersets.