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Fotografie

Der Einfluss der Blendenzahl auf deine Fotos

Foto: JJ'Studio / Adobe Stock

Die Blendenzahl ist einer dieser Begriffe in der Fotografie, der gerne für Verwirrung sorgt.

Das muss nicht sein!

Mit diesen Faustregeln zur Blendeneinstellung und der Blendenzahl wirst du das dahinterstehende Konzept schnell verstehen.

Außerdem erfährst du, welche Auswirkungen die Blendenzahl auf die Belichtung und die Schärfentiefe deiner Aufnahme hat und welche Blendenzahlen in welchen Szenarien gut geeignet sind.

1. Was ist eine Blende?

Blende

Foto: ShareGrid / Unsplash

Der beste Weg, die Blendeneinstellung zu verstehen, ist es, dir eine Pupille eines Auges vorzustellen. Je größer sie wird, desto mehr Licht trifft auf die Netzhaut. Je kleiner die Pupille ist, desto weniger Licht strahlt in derselben Situation in das Auge ein.

Zusammen ergeben die Blendeneinstellungen, der ISO-Wert und die Verschlusszeit einen Belichtungswert. Die Größe der Blendenöffnung wird als Blendenzahl angegeben und kann an deiner Kamera variabel verstellt werden. Je größer die Blende geöffnet ist, desto kleiner die f-Zahl (z.B: f/1,4). Je kleiner die Blenden geöffnet ist, desto größer die f-Zahl (z.B: f/22). Mehr zur Blendenzahl im zweiten Kapitel.

Je größer die Blende geöffnet ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor. Je kleiner sie geöffnet ist, desto weniger Licht fällt auf den Sensor.

Kurz gesagt: Es geht um die Belichtung und größere Blendenöffnungen ermöglichen einen größeren Lichteinfall als kleinere Blendenöffnungen.

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2. Wie wird die Blende gemessen und verändert?

Blendenzahl

Foto: SLDigi / Adobe Stock

Die Blendenöffnung wird mit Hilfe der sogenannten Blendenzahl angegeben. Auf deiner Kamera wirst du eine Einstellung mit "f/" gefolgt von einer Zahl sehen. Diese Blendenzahl gibt an, wie breit die Blende ist. Die Größe beeinflusst die Belichtung und Schärfentiefe der Aufnahme.

Was verwirrend erscheinen mag, ist, dass die Blende einen größeren Durchmesser hat, wenn die Blendenzahl niedriger angegeben wird. Das liegt daran, dass es sich bei der Zahl um einen Bruch handelt, der aus zwei Elementen besteht. Mehr dazu gleich.

Die reguläre Skala der Blendenzahlen lautet wie folgt: f/1.4, f/2, f/2, f/2.8, f/4, f/5.6, f/8, f/11, f/16, f/22, wobei es auch Zahlen gibt, die eine Zwischenstufe darstellen.

Das Wichtigste, was man über diese Zahlen wissen sollte, ist, dass sich mit jeder Steigerung auf der Skala (z.B. von f/1,4 zu f/2) der Lichteinfall halbiert.

Der Lichteinfall sinkt, wenn die Blende kleiner wird. Die Öffnung kann mathematisch berechnet werden. Nehmen wir, wie im Bild oben, eine 50 mm Blende als Beispiel, die für f in die Gleichung eingesetzt wird.

Bei einer Blendenzahl von f/1,4 und einem Durchmesser von 50 mm ergibt sich die eine Blendenöffnung von 50/1,4 = 35.714 mm. Um die Kreisfläche zu bestimmen, muss der Radius der Öffnung (17.857 mm) quadriert und mit pi multipliziert werden. Daraus ergibt sich eine Kreisfläche von 1001,78 mm2.

Nun dieselbe Rechnung bei einer Blendenzahl von f/2. Rechnet man die Kreisfläche mit den Werten nach, kommt man auf ein Ergebnis von 490.87 mm2.

Wie du vielleicht gemerkt hast, ist das nicht genau die Hälfte von 1001,78. Das liegt daran, dass die Blendenzahlen auf die erste Dezimalstelle gerundet sind. Deine Kamera verwendet die genauen Werte und wird den Lichteinfall der Blende pro  Erhöhung der Blendenzahl exakt halbieren.

Ganz schön viel Mathematik, nicht wahr?

3. Auswirkungen der Blendenzahl auf Belichtung und Schärfentiefe

Die Änderung der Blendenzahl korreliert mit der Belichtung. Je größer die Blende geöffnet ist, desto stärker wird das Foto belichtet. Der beste Weg, dies zu demonstrieren, ist, eine Reihe von Fotos zu machen und alle anderen Einstellungen bis auf die Blende konstant zu halten.

Was ist dir aufgefallen? Das gezeigte Bild wird mit zunehmender Blendenzahl dunkler und die Schärfentiefe wird größer. Das bedeutet, dass weiter entfernte Objekte generell mit einer größeren Blendenzahl scharf gestellt werden ​können.

Die Schärfentiefe ist ein großes Thema in der Fotografie. Dabei geht es um die Entfernung, in der das Motiv vor und hinter dem Hauptfokus im Schärfebereich bleibt.

  • Je größer die Blendenöffnung (kleine Blendenzahl z.B. f/1,4), desto geringer ist die Schärfentiefe. 
  • Je kleiner die Blendenöffnung (große Blendenzahl z.B. f/22), desto größer ist die Schärfentiefe.

4. Einsätze verschiedener Blendenzahlen

Du solltest wissen, dass es keine festen Regeln gibt, wenn es um deine Blendeneinstellungen geht. Es hängt davon ab, ob du einen künstlerischen Effekt erzielen willst oder das Licht in einer Szene genau ausbalancieren willst.

Um diese Entscheidungen am besten treffen zu können, ist es hilfreich, gute Kenntnisse über traditionelle Anwendungen für die verschiedenen Blendenzahlen zu kennen.

  • f/1.4 - Dies ist ideal für Situationen mit wenig Licht. Es ergibt sich eine geringe Schärfentiefe. Am besten geeignet für flache Motive mit geringem Fokusbereich (Bokeh-Effekt).
  • f/2 - Ähnliche Einsatzmöglichkeiten, starker Bokeh-Effekt. Meist deutlich preiswerter als ein Objektiv mit einer f/1,4 Blende. 
  • f/2.8 - Immer noch geeignet für Situationen mit schwachem Licht, ermöglicht aber aufgrund einer größeren Schärfentiefe mehr Klarheit bei den Gesichtszügen. Bei guten Zoomobjektiven ist f/2,8 in der Regel die größte Blendenöffnung.
  • f/4 - Der Autofokus kann temperamentvoll sein. Dies ist die kleinste Blendeneinstellung, die du für Porträts bei guter Beleuchtung verwenden solltest.
  • f/5.6 - Gut für Porträtaufnahmen von zwei Personen, aber nicht besonders gut bei schlechten Lichtverhältnissen.
  • f/8 - Gut geeignet für große Gruppen, da die Schärfentiefe relativ groß ist und die meisten Personen im Fokus sind.
  • f/11 - Sehr gut geeignet für wechselnde Einsatzgebiete. 
  • f/16 - Das Fotografieren in der Sonne erfordert eine kleine Öffnung, um eine Überbelichtung zu vermeiden. Die f/16 Blendenzahl ist ein guter Ausgangspunkt für diese Bedingungen.
  • f/22 - Ideal für Landschaften, in denen alle Elemente im Fokus sein sollen.

Wie bereits angesprochen, handelt es sich dabei nur um grobe Richtlinien oder exemplarische Szenarien. Selbstverständlich kommt es auch auf das Motiv und die anderen Einstellung an deiner Kamera an (ISO und Verschlusszeit).

Folgendes Video veranschaulicht, dass es nicht immer so trivial ist, einfach die Blendenzahl zu verstellen, um deine Aufnahme an die Szene anzupassen:

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