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Der früheste Buchdruck mit beweglichen Metalllettern (und es nicht die Gutenberg-Bibel)

Buchdruck mit MetallletternFoto: https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b6300067k/f29.double.shift

Heute wird das gedruckte Wort als selbstverständlich angesehen. Zeitungen, Bücher, Broschüren und Visitenkarten werden mit gedruckten Wörtern gefüllt, die für die weltweite Verbreitung von Informationen unerlässlich sind.

Die Revolution des gedruckten Wortes kam mit dem Aufkommen denn beweglichen Lettern zustande, die eine schnelle und qualitativ hochwertige Wiedergabe von Texten ermöglichten. Während viele die weltberühmte Gutenberg-Bibel mit dieser Technologie assoziieren, ist es eigentlich nicht das erste gedruckte Buch überhaupt. Tatsächlich geht die Arbeit aus Asien weit über sie hinaus.

Die Geschichte des Buchdrucks mit Metalllettern

Die Einführung des metallischen beweglichen Lettersystems in Europa ist Johannes Gutenberg zu verdanken, doch viel früher wurde die Drucktechnik in China und Korea eingesetzt.

Die Verwendung von Metall war von grundlegender Bedeutung, da es viel langlebiger war als frühere Modelle aus Holz oder Keramik. Aber auch hier leisteten die Chinesen Pionierarbeit. Experten gehen davon aus, dass bewegliche Lettern aus Bronze bereits im 12. Jahrhundert in China hergestellt wurden. Damit liegen die Chinesen weit vor Gutenberg, dessen revolutionäre Gutenberg-Bibel erst Mitte des 15. Jahrhunderts gedruckt wurde.

Während die Chinesen jedoch schon früh bewegliche Schriftzeichen verwendeten, druckten sie nicht zwangsläufig Bücher. Regierungsdokumente und Währung waren die ersten Dokumente, die mit dieser Technik erstellt wurden. Man muss nach Korea blicken, um die frühesten gedruckten Bücher zu finden, da sie im frühen 13. Jahrhundert begannen, Texte auf diese Art und Weise zu drucken.

Jikji Buchdruck mit Metalllettern

Während die ältesten Bücher nicht erhalten geblieben sind, trägt ein religiöser Text den Titel des ältesten Buches der Welt, das im Buchdruck mit Metalllettern hergestellt wurde. Die Rede ist von Jikji, einem Buch, in dem buddhistische Lehren und Geschichten des Zens beschrieben sind.

Diese Sammlung von Zen-Lehren buddhistischer Priester wurde 1377 gedruckt, 78 Jahre vor der Gutenberg-Bibel. Obwohl nur eine Kopie des zweiten Bandes erhalten geblieben ist, wurde sie von der Nationalbibliothek Frankreichs digitalisiert und online gestellt.

Wissenschaftler bezeichnen die im Jikji verwendete Drucktechnik als sehr ähnlich wie die, die Gutenberg später entwickelte. Die Bronzegusstechnik, die zur Herstellung von Münzen eingesetzt wurde, wurde in beiden Fällen zur Herstellung der beweglichen Lettern verwendet. Vor diesem Hintergrund wird der allgemein verbreitete Glaube, dass Gutenberg allein für die Druckrevolution verantwortlich ist, zu einer europazentrischen Sichtweise, die die früheren Fortschritte der Chinesen und Koreaner im Buchdruck mit Metalllettern unberücksichtigt lässt.

Wer hat den Buchdruck mit Metalllettern erfunden?

Es stimmt, dass Gutenberg davon profitierte, wie stark die Texte mit seiner Technik verbreitet wurden. Die gedruckten Bücher aus Korea wurden nicht annähernd so stark verbreitet. Eine Mischung aus japanischer Invasion, die die Verteidigung des Landes in den Mittelpunkt der koreanischen Staatsinteressenten rückte, und der Komplexität der koreanischen Sprache machte das Zusammenstellen ganzer Buchbände sehr aufwendig.

Zum Glück wird das gesamte Netzwerk, das die Drucktechnik vorangetrieben hat, heute stärker in den Fokus gerückt. Dazu gehören natürlich Gutenberg, aber auch die chinesischen und koreanischen Druckgrafiker, die für die beweglichen Lettern verantwortlich sind. Um diese Bedeutung zu unterstreichen, wurde das Jikji 2001 von der UNESCO in das "Memory of the World Programme" aufgenommen, das darauf abzielt, das Erbe der Menschheit zu schützen.

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