Kunst

Byzantinische Kunst – Geschichte und Merkmale der Kunstepoche

Byzantinische KunstPantokrator-Mosaik in der Chora-Kirche in Konstantinopel | Foto: Harkolufs / Wikipedia

Obgleich nicht so bekannt wie die italienische Renaissance oder der Barock, war die byzantinische Kunst eine bedeutende Kunstepoche in der Geschichte der westlichen Kunst.

Der mit der Epoche einhergehende Stil, der für seine extravaganten Mosaike und die umfangreiche Verwendung von Gold bekannt ist, ist eng mit dem Aufstieg des Christentums in Europa verbunden, wobei viele Wandmalereien noch heute Kirchen im gesamten Mittelmeerraum schmücken.

Die Geschichte der byzantinischen Kunst

Die byzantinische Kunst entstand, nachdem Kaiser Konstantin I. (ca. 272 - 337 n. Chr.) im Jahr 313 n. Chr. dem Christentum im antiken Römischen Reich die Anerkennung aussprach (siehe auch Konstantinische Wende, Wikipedia).

330 verlegte er die Hauptstadt von Rom nach Byzanz, das ihm zu Ehren in Konstantinopel (Istanbul der Neuzeit) umbenannt wurde. Römische Handwerker wurden daraufhin in die Stadt umgesiedelt, um die christlichen Kirchen in einer Abwandlung der antiken römischen Mosaik-Tradition zu schmücken. Dieser Stil entwickelte sich über Hunderte von Jahren und verbreitete sich in der heutigen Türkei, Italien und Spanien.

Die byzantinische Kunst setzte sich bis ins 15. Jahrhundert fort, ehe Konstantinopel 1453 vom Osmanischen Reich erobert wurde.

Dieser glanzvolle Kunststil hatte nachhaltige Auswirkungen auf die Geschichte der westlichen Kunst und inspirierte Künstler wie El Greco noch Jahrhunderte später. Auch heute können einige der berühmtesten erhaltenen Mosaiken dieser Zeit wie die in der Hagia Sophia besichtigt werden.

Die wichtigten Merkmale der byzantinischen Kunst

Religiöse Motive

Pantokrator-Mosaik in der Hagia Sophia, circa 1261; 4.08 x 4.2 m

Pantokrator-Mosaik in der Hagia Sophia, circa 1261; 4.08 x 4.2 m

Aufgrund ihrer Ursprünge stellte die byzantinische Kunst fast ausschließlich religiöse Themen dar, wie die Jungfrau Maria, Jesus und Szenen aus der Bibel. Diese Themen wurden auch von der Kirche gefördert, die in der byzantinischen Gesellschaft über einen großen Reichtum und Einfluss verfügte.

Eines der berühmtesten Mosaiken aus dieser Zeit ist noch heute in der Hagia Sophia zu sehen und stellt Christus als den Herrscher des Universums dar.

Byzantinische Kunst: Stilisierung anstatt Naturalismus

Meister von Sopocani, Ausschnitt aus dem Entschlafen Mutter Mariä, etwa 1235

Meister von Sopocani, Ausschnitt aus dem Entschlafen Mutter Mariä, etwa 1235; Serbisch-byzantinischer Stil

Die byzantinische Kunst ordnete die Stilisierung von Bildern einer naturalistischen Darstellungsweise über. Das Ziel war es, eine Form der Bewunderung für die Kirche zu erschaffen, die auch von den Menschen verstanden werden konnte, die nicht lesefähig waren.

So wird durch die Darstellung der deutlich sichtbaren Figuren unter Verwendung von ausgefallenen Materialien die Besonderheit und die Bedeutung der religiösen Figuren betont.

Das Mosaik als beliebtesten Medium

Demetriosbasilika in Thessaloniki, Hl. Demetrios mit Stiftern, Mosaik aus dem 6.:7. Jahrhundert

Demetriosbasilika in Thessaloniki, Hl. Demetrios mit Stiftern, Mosaik aus dem 6./7. Jahrhundert

Wie die Römer fertigten auch die byzantinischen Künstler kunstvolle Mosaike aus Tausenden von kleinen Steinen, Glas und Keramik an. Die Byzantiner erweiterten die Kunstform jedoch, indem sie opulentere Materialien wie Blattgold und Edelsteine in ihre Entwürfe einarbeiteten.