Kunst

Die sieben wichtigsten Formen der chinesischen Kunst

Jade chinesische Kunst

Als eine der ältesten Zivilisationen der Welt überrascht es nicht, dass China eine umfangreiche Kunstgeschichte hat. Im Laufe von mehr als 3.000 Jahren hat das Land eine lebendige Kultur geschaffen, die aus unzähligen Kunstformen besteht, die zusammen ein Bild der faszinierenden Entwicklung Chinas zeichnen.

Hier sehen wir uns einige der wichtigsten künstlerischen Beiträge an, die die chinesische Kunst und Kultur entscheidend geprägt haben - Von alter Keramik über klassische Dichtung bis hin zu zeitgenössischen Installationen.

Neolithische Keramik

Neolithische Keramik

Foto: Gary Judd / Flickr

Eine der ältesten Kunstformen Chinas ist die neolithische Töpferei. Benannt nach der Zeit, in der sie hergestellt wurde, umfasst diese Kunstgattung keramische Arbeiten, die von etwa 10000 v. Chr. bis 2000 v. Chr. hergestellt wurden. Obwohl Keramik aus dem frühen Neolithikum unbemalt blieb, wurden viele Werke - vor allem Stücke der Yanshao, die von 5000 v. Chr. bis 3000 v. Chr. entlang des Gelben Flusses lebten - durch Einpressen von Schnüren verziert.

Gegen Ende des Neolithikum begannen die Yanshao mit der Bemalung ihrer Keramiken, wobei geometrische Muster und menschliche Gesichter zu den beliebtesten Motiven gehörten.

Jade-Kunst

Chinesische Kunst Liangzhu Jade

Foto: Gary Judd / Flickr

Jade-Objekte waren ein weiteres beliebtes kunsthandwerkliches Erzeugnis, das im neolithischen China entstand. Dieser Edelstein wurde erstmals 6000 v. Chr. abgebaut und entwickelte sich zu einem begehrten Werkstoff in mehreren chinesischen Kulturen, wobei wichtige Fundstätten in Liangzhu, der Provinz Liaoning und der Mongolei gefunden wurden.

Dieses leuchtend grüne Mineral wurde aus metamorphem Gestein gewonnen und zur Herstellung einer Reihe von Objekten verwendet. Während einige - darunter Tassen, Vasen und Ornamente - einfach nur dekorativen und praktischen Zwecken dienten, hatten andere einen zeremoniellen Charakter.

Rituelle Jade-Artefakte waren zutiefst symbolisch und bezogen sich auf die Erde bzw. den Himmel. Diese Grabbeigaben, die in Grabstätten in ganz Liangzhu gefunden wurden, gehören zu den geheimnisvollsten Schöpfungen Chinas.

Bronzegefäße

Bronzeartefakte aus der Shang-Dynastie

Bronzeartefakte aus der Shang-Dynastie | Foto: David Stanley / Flickr

Als die Jungsteinzeit ihre Ende nahm, läutete das alte China eine neue Ära ein: die Bronzezeit. Die Bronzezeit begann etwa 2000 v. Chr. und ist durch das Aufkommen von Bronze gekennzeichnet.

Wie auch Jade wurde dieses Material zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen und rituellen Objekten verwendet, wobei Gefäße zu den am weitesten verbreiteten Formen gehörten.

Chinesische Poesie

Shijing

Erstes Lied aus dem Shilling, handgeschrieben

Während die bildende Kunst in China seit Jahrtausenden kulturelle Bedeutung besitzt, hat sich die Poesie als ebenso wichtig erwiesen. Seitdem sie vor über 2000 Jahren mit dem Shijing - dem Buch der Lieder - entstand, ist diese Kunstform ein fester Bestandteil der chinesischen Kultur geblieben.

Die bis zur Bewegung des vierten Mais entstandene Poesie ist als "Klassik" bekannt. Sie wird hauptsächlich durch die prägnante Verwendung von Zeichen und oft durch die Präsenz von Reimen definiert. Die moderne Poesie hingegen ist eher experimenteller Natur und verwendet freie Verse und eine Reihe von chinesischen Sprachen.

Die chinesische Kunst der Kalligrafie

Kalligrafie

Foto: Jack Zalium / Flickr

Die Kalligrafie ist ein einzigartiges Phänomen der bildenden Kunst. Seit der Shang-Dynastie (ca. 1600-1100 v. Chr.) hat die Kalligrafie mit Pinsel und Tinte die unaufdringliche Schönheit der chinesischen Schriftzeichen zur Geltung gebracht. Doch erst im 4. Jahrhundert n. Chr. erreichte sie einen fast überirdischen Stellenwert.

Kalligrafie ist die Kunst des schönen Schreibens. Doch Kalligrafie ist keine gewöhnliche Kunstform. Stattdessen wurde sie in China als die höchste Form der visuellen Kunst angesehen, wurde mehr geschätzt als die Malerei und Bildhauerei und rangierte neben der Poesie als ein Mittel des Selbstausdrucks und der Kultivierung. Das liegt nicht nur an der Ästhetik, sondern auch an den körperlichen Fähigkeiten und der Schriftkundigkeit, die sie erfordert.

Chinesische Malerei

Bild von Cai Wenji und Ehemann, 1127–1279

Bild von Cai Wenji und Ehemann, 1127–1279

Die Kalligrafie genoss jahrhundertelang ihr künstlerisches Privileg. Doch während der Song-Dynastie (960-1127) kam schließlich die Malerei hinzu. Obwohl die beiden Kunstformen viele Gemeinsamkeiten haben, einschließlich der Technik und der Materialien, unterscheiden sie sich doch in der Thematik. Die Kalligrafie konzentriert sich auf Schriftzeichen, während die Maler des 10. Jahrhunderts die Welt um sie herum visualisierten. Eine besonders beliebte Gattung der Malerei in der chinesischen Kunst waren die Landschaftsbilder.

Wie kalligrafische Werke sind auch Landschaftsbilder mehr als das, was man auf den ersten Blick sieht. Sie zeigen nicht nur die Schönheit der Natur, sondern befassen sich auch mit bestimmten sozialen, philosophischen oder politischen Überzeugungen. Sie dienten aber auch einfach nur als Mittel zum Selbstausdruck und boten einen Einblick in die innere Landschaft von Herz und Verstand des Künstlers.

Moderne Installationen

Ai Weiwei, Sunflower Seeds, Tate Modern, 2010

Ai Weiwei, Sunflower Seeds, Tate Modern, 2010

Heute ist diese Fähigkeit, den Betrachter in den künstlerischen Geist einzubeziehen, in einer anderen Kunstform gegenwärtig: Die Installation. Die Installationskunst ist eine moderne Kunstform, die sich durch interaktive, großformatige und meist ortsspezifische Kunstwerke auszeichnet. Die chinesische Kunst ist zu einem Herd innovativer Installationskunst geworden, wobei Ai Weiwei wahrscheinlich der bekannteste Vertreter ist.