Drip Painting Titelbild Pollock
Malerei

Drip Painting Technik mit Acrylfarben – Anleitung & Tipps

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Es ist unmöglich über die Drip Painting Technik zu sprechen, ohne den Einfluss von Jackson Pollock zu erwähnen.

Seine Arbeit ist heute so umstritten wie vor fünfzig Jahren. Er hatte damals einen erstaunlichen Einfluss auf die Kunstwelt. Sein Vermächtnis und seine Idolisierung haben bis heute nicht nachgelassen. Er begann mit dieser den Drip Paintings in den späten 40er und frühen 50er Jahren.

Doch während viel über den Mann und seine Bilder gesprochen wird, wird selten über den eigentlichen Prozess und die Techniken des Drip Painting.

Hier ist ein Einblick in verschiedene Techniken des tropfenden Gemäldes, die du in deiner Kunst übernehmen kannst.

Drip Painting Technik mit Acrylfarbe

Material

Drip Painting Beispiel

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  • Weißes Papier, Leinwand oder eine grundierte Holztafel
  • Rundpinsel
  • Katzenzungenpinsel
  • Rakel oder Tapetenglätter
  • Palette
  • Wasser
  • Acrylmedium zum Verdünnen
  • Farben (gerne Kontraste, aber rein bunt sieht schnell chaotisch aus)

Erste Schritte

Lege eine leere Leinwand auf den Boden. Sei dir bewusst, welche Farben du verwenden willst und welche Grundstruktur du brauchst, um das zu produzieren, was du dir vorstellst. Am besten hast du bereits eine Vision, in welche Richtung dein Kunstwerk gehen soll. Je feiner du die Größe der Striche, die Farbtiefe und die Anzahl der Schichten planen kannst, desto gezielter kannst du beim Erschaffen deiner Arbeit vorgehen.

Möglicherweise wird es viel Zeit in Anspruch nehmend, die Farben vorzubereiten und überhaupt einen Plan über die Arbeit zu erhalten, die du schaffen willst. Wenn du nicht gerade sehr flüssige Spezialfarben (z.B. Golden High Flow) einsetzt, musst du die Farben erst einmal mischen, um die richtige Viskosität zu erzielen, damit sie sich später auf den Untergrund sprenkeln lässt. Dies beeinflusst auch, wie das Bild beim Trocknen aussehen wird.

Es kann sich einfacher erweisen, einen Tapetenglätter oder einen Rakel zu verwenden, um die Leinwand zu grundieren, da du damit schneller arbeiten kannst und die Oberfläche ebenmäßiger ist. Kunststoffbecher werden zum Umfüllen der Farben und zum Einmischen der Zusatzstoffe verwendet.

Farben verdünnen

Falls du ein Drip Painting mit Acrylfarbe schaffen willst, ist meist ein Acrylmedium notwendig, um die richtige Konsistenz zum Abtropfen der Farbe zu erzielen. Technisch gesehen könnte man auch Wasser verwenden, obwohl du hier vorsichtig sein musst, die Qualität der Farbe nicht zu beeinflussen. Es hängt davon ab, wie tropfnass deine Farbe sein soll und wie viel du planst zu tropfen.

Bei der Verdünnung deiner Acrylfarbe mit Wasser ist zu beachten, dass bei zu starker Verdünnung der Farbe das Bindemittel zerfällt, so dass die Farbe nicht stabil und zuverlässig an der Oberfläche in einem durchgehenden Farbfilm haften kann. Außerdem verliert die Farbe an Strahlkraft, wenn sie zu stark mit Wasser verdünnt wird. Die Farbe nimmt eine Wirkung ähnlich der von Wasserfarbe an.

Es ist in Ordnung, Wasser zum Verdünnen der Farbe zu verwenden, wenn du planst, nur ein wenig Farbe bei der Drip Painting Technik anzuwenden. 

Acrylfarbe verdünnen Drip Painting

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Wenn du viel Farbe tropfen lassen willst, solltest du unbedingt ein Acrylmedium einsetzen, um die Stabilität und Haltbarkeit der Farbe zu gewährleisten.

Zwei grundlegende Optionen haben sich bewährt: Ein spezielles Acrylmedium (hochwertig aber teuer) und Fließ- und Streichmittel, die für Wandfarben eingesetzt werden (sehr preiswert aber nicht ganz so hochwertig).

Wenn du gleichmäßige Tropfen mit kräftiger Farbe erzielen möchtest, verwende ein Acrylmedium wie das Liquitex Pouring Medium. Dies ist wohl deine beste Wahl für schöne Tropfen Acrylfarbe, die dünnflüssig genug sind, um wie Honig auf den Malgrund getropft zu werden.

Um noch dünnflüssigere Tropfen in größeren Mengen zu erzeugen, kannst du deine Farbe auch mit einem Mittel wie Floetrol verdünnen. Da es günstiger ist, kannst du es in größeren Mengen beimischen, ohne, dass du ein Vermögen dafür ausgeben musst.

Auch andere Gießmedien, die beim Acrylic Pouring eingesetzt werden, sind gerne willkommen, um die Acrylfarbe für die Drip Painting Technik vorzubereiten. Achte stets auf gute Bewertungen und ein ansprechendes Preis/Leistungs-Verhältnis.

Die eigentliche Drip Painting Technik

Ein Drip Painting entsteht in mehreren Phasen. Meist sind es Farbwechsel, die dazu veranlassen, eine nächste Phase einzuläuten. Es hat sich bewährt, die einzelnen Phasen mit einer jeweils ähnlichen Konstanz zu gestalten, damit dein Bild nicht zu einem bunten Farbchaos wird. Beispielsweise beginnst du mit einer dunklen Farbe im Hintergrund. Lade deinen Pinsel oder dein Stöckchen mit genügend Farbe auf (manche gießen auch direkt aus dem Behälter), um Konstanz in dein Werk bringen zu können. Die Konstanz könnte sich beispielsweise in gleichmäßigen Schwüngen aus dem Handgelenk äußern, in einem gleichbleibenden Abstand zur Leinwand oder der Positionierung der Geste auf der Leinwand.

Nach der ersten Schicht Farbe solltest du überlegen, ob du sie trocknen lassen möchtest oder ob du mit der zweiten Farbe nass weitermachen willst, je nach Effekt, den du erzielen willst.

Je länger du wartest, desto härter wird die Oberfläche der Farbe, sodass sie sich irgendwann nicht mehr mit der nächsten Schicht verbinden wird. Wenn du länger wartest, erzielst du voneinander separierte Farben, die sich an ihren Treffpunkten nicht mischen werden. 

Während das Bild trocknet, ändert es sich. Das ist eine schöne Sache, da das Gemälde einen organischeren Look annimmt - es wächst und verwandelt sich in eine einzige Masse, wenn es sich entwickelt.