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El Greco – Biografie, bekannte Kunstwerke und künstlerischer Einfluss

El Greco, Porträt eines Mannes, um 1595 bis 1600El Greco, Porträt eines Mannes, um 1595 bis 1600

Doménikos Theotokópoulos, genannt El Greco (geboren 1. Oktober 1541 auf Kreta; gestorben 7. April 1614 in Toledo), war ein Meister der spanischen Renaissance, dessen höchst eigenwilliger dramatischer und expressionistischer Malstil vielen seiner Zeitgenossen Rätsel aufgab, aber im 19. und 20. Jahrhundert zahlreiche Bewunderer fand.

In seinen späteren Jahren arbeitete er auch als Architekt und Bildhauer, doch ist er heute vordergründig wegen seines damals sehr ausgefallenen Malstils bekannt.

El Greco Biografie 

El Greco wurde als Doménikos Theotokópoulos 1541 als Sohn des Geórgios Theotokópoulos geboren. Die Familie gehörte zum bürgerlichen Volk und lebte in einem Dorf auf Kreta, doch der Aufstand gegen die Venezianer zwischen 1526 und 1528 führte dazu, dass sie nach Candia übersiedelten.

Schon in seiner Kindheit zeigte der junge El Greco großes Interesse und Talent im Bereich der Kunst und begann mit Begeisterung eine Ausbildung zum Ikonenmaler. Zur gleichen Zeit begann er die Kultur der klassischen griechischen und römischen Antike in einer kretischen Schule zu untersuchen.

 

Hinweis: Es ist wichtig zu erwähnen, dass Candia ein bekanntes Zentrum der Kunst jener Zeit war, in dem die Verbindung der westlichen und östlichen Kulturen gedeihte.

Nach einiger Zeit beschloss er, seine Karriere in Venedig fortzusetzen, wo ihn ein Freund namens Giulio Clovio sogar als "seltenes Talent in der Malerei" anerkannte. Während seiner Zeit dort versuchte El Greco, statt bei den üblichen Entwicklungen zu bleiben, ungewöhnliche Interpretationen zu religiösen Themen zu erfinden, indem er einen Stil benutzte, der langgestreckte Figuren und eine lebhafte Belichtung betonte.

1570 zog er schließlich nach Rom, um seine Fähigkeiten noch weiter zu verbessern. Während seines Aufenthalts in Rom entdeckte er eine neue Technik, als er in einem dunklen Raum saß und beobachtete, dass die Dunkelheit sein "inneres Licht" beeinträchtigte. Dieser Gedanke weckte neues Bewusstsein, was sich in seinen Werken zeigte, die voll von eigenartigen Techniken des Manierismus waren. Während seines Aufenthalts lobte er einige Künstler, aber er übte auch harte Kritik an einigen, so wie Michelangelo.

Im Jahre 1577 ging er nach Madrid und dann nach Toledo, wo er den Großteil seines mittleren Werkes verbrachte. Im Gegensatz zu seinem Aufenthalt in Rom, wo er von den meisten Kunstkritikern mit Empörung begegnet wurde, erlangte er in Toledo wiederum großes Ansehen, als er weltberühmte Gemälde wie El Expolio und neun Gemälde zur Vervollständigung der Dreifaltigkeit und der Himmelfahrt Marias in der Kirche Santo Domingo el Antiguo beisteuerte.

El Greco, El Expolio, 1577 - 1579

El Greco, El Expolio, 1577 - 1579

El Greco, Himmelfahrt Marias, 401 × 229 cm, Öl auf Leinwand, 1577

El Greco, Himmelfahrt Marias, 401 × 229 cm, Öl auf Leinwand, 1577

El Greco, Heilige Dreifaltigkeit, 300 × 178 cm, Öl auf Leinwand, 1577–1579

El Greco, Heilige Dreifaltigkeit, 300 × 178 cm, Öl auf Leinwand, 1577–1579

Sein Ziel war es damals, das Interesse von König Philipp II. zu gewinnen, aber dieser war er mit seinen Werken nicht zufrieden. Aufgrund der Missbilligung des Königs war El Greco gezwungen, in Toledo zu bleiben, um Verträge und Aufträge zu schließen und zahlreiche Werke anzunehmen, die seinen Lebensunterhalt sicherten.

Seiner Vision verschrieben, änderte El Greco jedoch nie seine Malweise, egal auf welche Art von Widerspruch er stieß. Zu Hause in Toledo war er jedoch froh, dass er die gleiche Wertschätzung und Bestätigung erfuhr, die er zuvor gefunden hatte.

Es ist auch bekannt, dass El Greco in Toledo als Bildhauer und Architekt tätig war, jedoch sind heute nicht mehr viele Exponate dieser künstlerischen Medien erhalten. Er war ein Mann von umfassendem Wissen, weshalb man glaubt, dass seine Bibliothek Werke der gesamten klassischen lateinischen, römischen, spanischen und griechischen Literatur besaß, einschließlich der architektonischen Abhandlungen von Vitruvies, Alberti und Palladio.

Spätwerk von El Greco

1585 zog El Greco in den mittelalterlichen Palast des Marqués de Villena um, da er wahrscheinlich ein größeres Atelier benötigte. Er war eng mit verschiedenen Gelehrten, Intellektuellen, Schriftstellern und Kirchenfunktionären befreundet. Zwischen 1597 und 1607 erlebte er seine fruchtbarste Schaffensphase, in der er für mehrere Kapellen und Klöster gleichzeitig malte.

Diese Phase, die wegen des beachtlichen Aufwands von El Greco heraussticht, umspannt gleichzeitig einige seiner bedeutendsten Werke.

El Greco, Die Öffnung des fünften Siegels, 224,8 × 199,4 cm, Öl auf Leinwand, 1608–1614

El Greco, Die Öffnung des fünften Siegels, 224,8 × 199,4 cm, Öl auf Leinwand, 1608–1614


Künstlerisches Vermächtnis von El Greco

Nach seinem Tod 1614 verlor die Kunst von El Greco an Beliebtheit. Die Barockmaler, die ihm nachfolgten, lehnten den chaotischen Charakter seiner Bilder ab. Erst in den 1800er Jahren wurde El Grecos Werk von Künstlern wie Paul Cézanne wiederentdeckt, der sich stark von El Grecos frei definierten Hintergründen inspirieren ließ.

Auch der junge Pablo Picasso zählte El Greco zu seinen bedeutendsten Inspirationen. Sichtbar wird dieser Einfluss vor allem in seiner blauen Periode.

Alle seine Gemälde entstanden aus seinem Glauben an die Dominanz der Vorstellungskraft über den subjektiven Charakter der Schöpfung: Die Eleganz der länglichen Figuren, die Betonung des "inneren Lichts" und die Tatsache, dass die Farbe das wichtigste Element der Malerei war.

Seine Gemälde vermittelten ein tieferes Gefühl der Dramatik statt einer reinen Beschreibung. Abgesehen von seinen bekanntesten Werken war er ein ausgezeichneter Porträtmaler, Architekt und Bildhauer.