Bleib in Kontakt

Malerei

Die naturalistisch gemalten Fayum Porträts des römischen Ägypten

Fayum Porträts Meisterwerke im Louvre

Nach der Niederlage von Mark Antonius und Kleopatra durch Oktavian im Jahre 30 v. Chr. wurde Ägypten zu einer Provinz des Römischen Reiches. Die Römer strömten in ihr neues afrikanisches Territorium und wurden gut in die bestehende Kultur aufgenommen.

Die Römer haben das ehemalige ägyptische Reich geprägt, was bis heute zu sehen ist. Vor allem die Einbeziehung des griechisch-römischen Stils in ägyptische Todesrituale macht diese Entwicklung sichtbar.

Vermischung der ägyptischen und römischen Kulturen

Die Ägypter beschäftigten sich ausführlich mit dem Tod und dem Jenseits, was eng mit ihrer Religion, Politik und dem täglichen Leben verbunden waren.

Die Großen Pyramiden von Gizeh, die als eines der sieben Weltwunder der Antike gelten, sind massive Mausoleen, die für mehrere der ehemaligen Pharaonen Ägyptens errichtet wurden. Aufwändige, mit Edelsteinen verzierte Goldmasken wurden über die Köpfe der Mumien gelegt, um die Bildnisse der Gesichter unter ihnen für immer zu verehren.

Auch die Römer hatten ihre eigenen Rituale rund um die Bestattung, obwohl sie nicht annähernd so extravagant oder dauerhaft waren. Nach dem Tod eines Bürgers fand oft eine Prozession statt, bei der Pantomimen und Tänzer als Vorfahren des Verstorbenen auftraten. Der Körper selbst wurde auf einer Plattform durch die Straßen getragen. Danach wurde der leblose Körper verbrannt.

Um das 2. Jahrhundert n. Chr. – nachdem Rom Ägypten erobert hatte – wurde schließlich die Beerdigung immer häufiger.

Die Fayum Porträts als Totenmasken

Fayum Poträts

Zu dieser Zeit wurden auf ihren Schatullen fein gearbeitete Porträts der Toten präsentiert. Die Praxis der Bestattung in einem Sarkophag und die Schaffung eines Bildes, das über dem Kopf des Verstorbenen angebracht werden sollte, wurde aus Ägypten übernommen, während alte Maltechniken von den Römern stammen, die sie wiederum von den Griechen übernommen hatten.

Die Enkaustik ist ein Medium aus Pigment und Bienenwachs. Die meisten ägyptisch-römischen Totenmasken wurden aus einem solchen Enkaustikwachs hergestellt. Der Malstil, in dem Gesichter realistisch dargestellt wurden, existierte bereits seit der klassischen Epoche in der griechischen Kunst (4. bis 5. Jahrhundert v. Chr.).

Wurden die Masken nicht in Enkaustik gemalt, setzten die Künstler Tempera ein, um die feinen Gesichtszüge zu malen.

Datiert werden die Fayum Porträts auf einen Zeitraum zwischen dem 1. Jahrhundert v.Chr. und dem 1. Jahrhundert n.Chr.. Rund 900 gemalte Porträts aus Enkaustik und Tempera sind heute noch erhalten.

Besonders die Augen der Fayum Porträts sind einzigartig, mit großen, runden Pupillen und üppigen Lidern. Sie leuchten mit einem Licht, das auf das Leben hinweist, das die Gesichter hinter den Masken hinterlassen hatte, und bringen eine düstere Nüchternheit in jedes Porträt.

Obwohl sie oft als Fayum Porträts bezeichnet werden – einer Region in Ägypten, in der einst der Leichentempel des Pharao Amenemhat III. stand – stammen diese Porträts aus verschiedenen Orten in ganz Ägypten. Es gibt Hinweise darauf, dass viele der in der Gegend ausgegrabenen Mumien aus der gesamten Provinz kamen, was darauf hindeutet, dass die Römer dort die einheimische Kultur und ihre eigenen Praktiken flächendeckend vermischt hatten. Aus der Region Fayums stammt jedoch die größte Sammlung dieser Art von Porträts.

Die ägyptisch-römischen “Totenmasken” sind weitaus naturalistischer als alles, was man in der westlichen Welt mindestens in den folgenden 600 Jahren, wenn nicht gar noch mehr, gesehen hatte.

Schreibe einen Kommentar