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Malerei en plein Air
Malerei

Die Malerei “en plein air” – Was du über die Freilichtmalerei wissen musst

Foto: almondd / Shutterstock

Wenn du mit der Kunst und Malerei vertraut bist, hast du wahrscheinlich schon einmal den Begriff "en plein air" gehört (auch: Freilichtmalerei oder Pleinairmalerei). Trotz ihres Anscheins ist die Malerei en plein air nicht nur ein hochtrabender Ausdruck, der von Malern herumgeschleudert wird: Dabei handelt es sich um eine echte Malpraktik, die seit Hunderten, gar Tausenden von Jahren praktiziert wird.

Der französische Begriff "en plein air" bedeutet übersetzt "im Freien" - Die Pleinairmalerei findet also im Freien, in der Natur statt. Die französischen Künstler des 19. Jahrhunderts haben diese Bezeichnung geprägt, als die Malerei in der Natur an Popularität gewann.

Hier findest du die Haupttreiber für die plötzliche Beliebtheit der Freilichtmalerei, einige bekannte Künstler die en plein air gemalt haben und 7 Beispiele bekannter Pleinairmalereien.

Die Popularität der Freilichtmalerei im 19. Jhdt.

Eine Reihe von Gründen, darunter eine wachsende Mittelschicht und eine auf natürliche Schönheit ausgerichtete Denkweise, führten zu einem erhöhten Interesse an Kunst und Malerei.

Aber vor allem wurde der Zugang zu den benötigten Materialien durch die Herstellung von Fertigfarben entscheidend erweitert. Bis dato mussten Künstler ihre eigene Farbe mühsam zu Bindemitteln mahlen. Immer nur eine kleine Menge auf einmal, da es keine Möglichkeit gab, sie vor dem Austrocknen zu bewahren.

Mitte des 19. Jahrhunderts kam es jedoch zu einem Umschwung in der Malerei, vorangetrieben durch die Erfindung von metallischen Farbtuben, die es den Herstellern ermöglichten, Ölfarben in großen Mengen herzustellen und sie in Tuben abzudichten, um nicht auszutrocknen oder an Qualität zu einzubüßen.

Darüber hinaus wurden Aquarellnäpfe erfunden, die in einem Kasten angeordnet das perfekte Kit für das Malen unterwegs bieten. Auf einmal konnten Künstler und Kunstliebhaber die notwendigen Materialien kaufen, ohne sie von Grund auf neu selbst anfertigen zu müssen oder teuer bei einem Händler zu erwerben. Bereits verpackt und in einem Malkasten aufbewahrt, so wie wir es heute noch gewohnt sind.

Die Lichtwirkung als Antrieb der Pleinairmalerei

Lichtwirkung Freilichtmalerei

Foto: fevziee / Shutterstock

Zeitgleich mit diesen neuen Möglichkeiten der Farbherstellung entstanden die künstlerischen Ansichten von Denkweisen wie den Impressionisten und der Schule von Barbizon. In beiden Kunstrichtungen spielte das natürliche Tageslicht und de atmosphärische Wirkung eine zentrale Rolle.

In gewisser Weise malten die Pleinairmaler des 19. Jahrhunderts nicht nur im Freien, sie malten auch einen Moment in der Zeit und die Gefühle und Impressionen, die sie währenddessen wahrgenommen haben.

Obwohl sie zunächst stark kritisiert und sogar verspottet wurden, trugen der Impressionismus, seine Ableger und seine Gegenbewegungen wesentlich zur Popularität der Malerei en plein air bei, da sie glaubten, dass der beste und einzige Weg, diese Lichtverhältnisse der Natur zu malen, indem sie den flüchtigen Moment vor Ort wiedergaben - ohne Vorbereitungsstudien, oder Vorzeichnungen.

Zwei Haupttreiber der Malerei en plein air

So brachte eine Kombination aus technischer Innovation und fortschrittlichem künstlerischen Denken die Freilichtmalerei gewissermaßen in die breite künstlerische Öffentlichkeit, wo sie seither verblieben ist.

Die Pleinairmalerei, die auf ihr Wesentliches reduziert ist, malt die Natur aus der Natur heraus, und als solche ist sie eine Möglichkeit, die jedem Künstler offen steht.

Bekannte Pleinairmaler im Überblick

Der Höhepunkt der Malerei en plein air kam mit der Entstehung des Impressionismus, die nach dem Gemälde Impression, Sonnenaufgang von Claude Monet benannt wurde. Neben Monet, der für eine Vielzahl von Freilicharbeiten bekannt wurde (insbesondere für seine Seerosengemälde), gehörten zu den führenden Vertretern der impressionistischen Freilichtmalerei Pierre-Auguste Renoir, der in Paris geborene Engländer Alfred Sisley und der anarchistisch veranlagte Camille Pissarro.

Die postimpressionistischen Künstler Paul Cézanne und Vincent Van Gogh führten die Tradition fort: 

  • Cézanne mit seiner Verwendung von rasterförmigen Strukturen, mit denen er seine Kompositionen langsam auf der Suche nach der französischen klassischen Malweise im Freien aufbaute. 
  • Van Gogh mit seinen sehr persönlichen und schnellen Darstellungen von Naturlandschaften. Zunächst in seinem Frühwerk in den Heimatregionen der Niederlande, später in Arles im Süden Frankreichs.

Hier sind einige bekannte Freilichtgemälde im Stile des Impressionismus und Post-Impressionismus.

August Renoir, La Grenouillère, 1869 en plein air

August Renoir, La Grenouillère, 1869

Malerei en plein air Sisley

Alfred Sisley, Ansicht des Kanals Saint-Martin in Paris, 1870

Camille Pissarro, Studie eines Bauernmädchens beim Umgraben, 1882

Camille Pissarro, Studie eines Bauernmädchens beim Umgraben, 1882

Vincent van Gogh, Seelandschaft bei Scheveningen, 1882

Vincent van Gogh, Seelandschaft bei Scheveningen, 1882

Vincent van Gogh, Weizenfeld mit Zypressen, 1899 en plein air

Vincent van Gogh, Weizenfeld mit Zypressen, 1899

Die Japanische Brücke Claude Monet

Claude Monet, Die Japanische Brücke, 1899

Paul Cézanne, Mont Sainte-Victoire, 1904

Paul Cézanne, Mont Sainte-Victoire, 1904

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