Malerei

Frida Kahlo – Biografie, bekannte Werke und künstlerischer Einfluss

Frida Kahlo BiografieFrida Kahlo, 1926

Frida Kahlo nutzt die visuelle Symbolik des körperlichen Schmerzes, um emotionales Leiden besser zu ergründen. Vor Kahlos Kunst war die Formulierung von Verlust, Tod und Selbsterkenntnis von einigen männlichen Künstlern (darunter Albrecht Dürer, Francisco Goya und Edvard Munch) relativ gut durchleuchtet, aber noch nicht maßgeblich von einer Frau geprägt worden.

Durch das Aufdecken des Inneren und die Darstellung des eigenen Körpers in einem zerrissenen Zustand öffnet Kahlo unser eigenes Inneres. Ihre Kunst hilft uns, das menschliche Verhalten zu erklären. Sie sammelte Motive, die sich im Laufe ihrer künstlerischen Entwicklung wiederholten und schuf neue Mittel, um die komplexesten Aspekte der weiblichen Identität zu diskutieren.

In dieser Frida Kahlo Biografie findest du die wichtigsten Ideen der Künstlerin; einen ausführlichen Lebenslauf unterteilt in Früh-, Mittel- und Spätwerk; einige ihrer bekanntesten Gemälde und ihr künstlerisches Vermächtnis.


Schlüsselideen von und zu Frida Kahlo

  • Kahlo legitimierte Frauen, ihre Schmerzen und Frustrationen nach außen hin zu zeigen und so Maßnahmen zum Verständnis zu entwickeln. Es wurde für Künstlerinnen entscheidend, ein weibliches Vorbild zu haben, das in der Person von Frida Kahlo verwirklicht wurde.
  • Die für viele Surrealisten wichtige Frage wurde auch von Kahlo betrachtet: Was ist eine Frau und welche Rollen hat sie? Nach wiederholten Fehlgeburten hinterfragte sie, inwieweit die Mutterrolle oder das Fehlen derselben Auswirkungen auf die weibliche Identität hat. Sie verändert die Bedeutung der mütterlichen Subjektivität unwiderruflich. 
  • Da sie sich oft allein fühlte, arbeitete sie zwanghaft mit dem Konzept des Selbstbildnisses. Ihr Spiegelbild nährte ein unerschütterliches Interesse an Identität. Ihr besonderes Interesse galt ihrer deutsch-mexikanischen Abstammung sowie ihren unterschiedlichen Rollen als Künstlerin, Geliebte und Ehefrau.
  • Kahlo verwendet in ihrem Werk religiöse Symbolik. Sie erscheint als Madonna und wird zur Jungfrau Maria, die ihren Mann Rivera wiegt. Sie identifiziert sich mit dem Heiligen Sebastian und erscheint sogar passend als der geschundene Christus. Das Gemälde, in der sie die Auswirkungen ihrer Operationen nach dem Unfall zeigt, erinnert an die Kreuzigung und suggeriert ihre eigene Heiligkeit.
  • Die Frauen vor Kahlo, die versucht hatten, die tiefsten weiblichen Emotionen zu vermitteln, wurden oft als hysterisch oder als irrsinnig bezeichnet. Indem sie unter dem Druck ihrer Traurigkeit künstlerisch aktiv blieb, offenbarte Kahlo, dass auch Frauen eher melancholisch als depressiv sein können und dass diese Begriffe nicht geschlechtsspezifisch betrachtet werden sollten.

Biografie von Frida Kahlo

Kindheit

Magdalena Carmen Frieda Kahlo Calderon wurde am 6. Juli 1907 in der Casa Azul in Coyoacan, einer Stadt am Rande von Mexico-Stadt, geboren. Ihr Vater Wilhelm Kahlo war Deutscher und war in jungen Jahren nach Mexiko gezogen, wo er für den Rest seines Lebens blieb und schließlich das Fotogeschäft der Familie von Kahlos Mutter übernahm. Kahlos Mutter, Matilde Calderon y Gonzalez zog Frida und ihre drei Schwestern in einem strengen und religiösen Haushalt auf.

Casa Azul war nicht nur Kahlos Elternhaus, sondern auch der Ort, an den sie von 1939 bis zu ihrem Tod zurückkehrte. Später wurde es als Frida Kahlo Museum eröffnet.

Abgesehen von der Härte ihrer Mutter, ihrem religiösen Fanatismus und der Tendenz zu Gefühlsausbrüchen, beeinflussten sie viele andere Ereignisse in Kahlos Kindheit nachhaltig.

Im Alter von sechs Jahren erkrankte Kahlo an Polio. Eine lange Genesung isolierte sie von anderen Kindern und beschädigte dauerhaft eines ihrer Beine, so dass sie nach der Genesung humpelnd lief.

Wilhelm schrieb seine Tochter an der Deutschen Schule in Mexiko-Stadt ein und machte Frida mit den Schriften europäischer Philosophen wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Arthur Schopenhauer vertraut. Alle Schwestern von Kahlo besuchten stattdessen eine Klosterschule, so dass es den Anschein erweckte, dass in Frida ein Verlangen nach weitreichendem Wissen bestand.

Kahlo war für die Hilfe ihres Vater dankbar und hat trotz einer angespannten Beziehung zu ihrer Mutter ihrem Vater immer große Zärtlichkeit und Verständnis entgegengebracht. Dennoch interessierte sie sich für beide Seiten ihrer Herkunft. Ihr gemischtes europäisches und mexikanisches Erbe faszinierte sie ein Leben lang in ihrem Umgang mit dem Leben und der Kunst.

Frida Kahlo 1919

Frida Kahlo, 1919

Kahlo hatte eine schreckliche Erfahrung an der Deutschen Schule, wo sie sexuell missbraucht wurde und deshalb gezwungen war zu gehen. Glücklicherweise hatte die Mexikanische Revolution damals eine Reform der Bildungspolitik zur Folge, sodass Mädchen ab 1922 in die Nationale Vorbereitungsschule aufgenommen wurden. Kahlo war eines der ersten 35 zugelassenen Mädchen und begann, Medizin, Botanik und Sozialwissenschaften zu studieren.

Sie zeichnete sich durch ihre akademische Leistung aus, interessierte sich sehr für die mexikanische Kultur und wurde auch politisch aktiv.

Frühe Ausbildung und künstlerisches Frühwerk

Im Jahr 1922 malte Diego Rivera (bereits ein berühmter Künstler) das Creation-Mural im Amphitheater ihrer School. Als sie ihn bei der Arbeit sah, erlebte Kahlo einen Moment der Verliebtheit und Faszination, den sie später im Leben gründlich erkunden würde. In der Zwischenzeit half sie ihrem Vater in seinem Fotostudio und erhielt Zeichenunterricht von Fernando Fernandez, einem Freund ihres Vaters.

Zu dieser Zeit befreundete sich Kahlo auch mit einer regimekritischen Studentengruppe namens "Cachuchas", die den rebellischen Geist der jungen Künstlerin bekräftigte und ihr Interesse an Literatur und Politik förderte. 1923 verliebte sich Kahlo in Alejandro Gomez Arias, der ebenfalls Mitglied der Gruppierung war. Die beiden blieben bis zum Jahr 1928 ein Paar.

Traurigerweise wurde Kahlo 1925 zusammen mit Alejandro (der unversehrt blieb) auf dem Heimweg in einen fast tödlichen Busunfall verwickelt. Kahlo erlitt mehrere Frakturen in ihrem ganzen Körper, einschließlich eines zerdrückten Sie verbrachte einen Monat im Krankenhaus, bewegungsunfähig und in einem Gipskorsett zusammengebunden.

Während ihrer langen Genesung begann sie mit kleinformatigen autobiografischen Porträts zu experimentieren, verließ fortan ihre rein medizinisches Vorhaben und wandte sich der Kunst zu.

Frida Kahlo, 1926

Frida Kahlo, 1926

Während der monatelangen Genesung zu Hause bauten Kahlos Eltern ihr eine besondere Staffelei, gaben ihr einen Satz Farben und legten ihr einen Spiegel über den Kopf, damit sie ihr eigenes Spiegelbild betrachten und Selbstportraits erstellen konnte. Kahlo verbrachte Stunden damit, sich mit existentiellen Fragen zu beschäftigen, die sich aus ihrem Trauma ergaben. Dazu gehörten ein Gefühl der Loslösung von ihrer Identität, eine wachsende Innenwelt und eine generelle Nähe zum Tod. Sie stützte sich auf den ausgeprägten bildlichen Realismus der fotografischen Porträts ihres Vaters und näherte sich ihren eigenen frühen Porträts mit der gleichen psychologischen Intensität.

Damals dachte Kahlo darüber nach, medizinische Illustratorin zu werden, da sie dies als Möglichkeit sah, ihre Interessen in Wissenschaft und Kunst zu verbinden.

Im Jahr 1927 war Kahlo in der Lage, ihr Schlafzimmer zu verlassen und so ihre Beziehung zur Cachuchas-Gruppe wiederherzustellen, die zu diesem Zeitpunkt umso politischer war. Sie trat der Kommunistischen Partei Mexikos (PCM) bei und begann, sich mit den künstlerischen und politischen Kreisen in Mexiko-Stadt vertraut zu machen. Mit der Fotojournalistin Tina Modotti und dem kubanischen Revolutionär Julio Antonio Mella freundete sie sich eng an.

Im Juni 1928 wurde Kahlo auf einer von Modottis vielen Partys persönlich Diego Rivera vorgestellt, der bereits einer der berühmtesten Künstler Mexikos und ein sehr einflussreiches Mitglied der PCM war. Bald darauf bat Kahlo ihn gewagt, beim Betrachten eines ihrer Porträts zu entscheiden, ob ihre Arbeit es wert sei, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Er war von der Ehrlichkeit und Eigenwilligkeit ihrer Malerei zutiefst beeindruckt und versicherte ihr ihre Talente.

Trotz der Tatsache, dass Rivera bereits zweimal verheiratet war und bekanntermaßen eine unstillbare Zuneigung zu Frauen hatte, begannen die beiden schnell eine Liebesbeziehung und heirateten 1929.

Fridas Vater unterstützte seine Tochter bedingungslos und war froh zu wissen, dass Rivera über die finanziellen Mittel verfügte, um ihre Arztrechnungen zu bezahlen. Das neue Paar zog nach Cuernavaca im ländlichen Morelos, wo sich Kahlo ganz der Malerei widmete.

Künstlerische Reife von Frida Kahlo

Anfang der 1930er Jahre hatte Kahlo in ihrer Maler ein selbstbewusstes Gespür für die mexikanische Identität entwickelt. Kahlos Bestreben, sich von ihren deutschen Wurzeln zu distanzieren, zeigt sich in der Namensänderung von Frieda zu Frida und in ihrer Entscheidung, das traditionelle Tehuana-Kostüm zu tragen. Damals erweiterten zwei gescheiterte Schwangerschaften Kahlos gleichermaßen harte und schöne Darstellung der spezifisch weiblichen Erlebniswelt mittels Symbolismus und autobiografischen Zügen.

In den ersten Jahren der 1930er Jahre lebten Kahlo und Rivera in San Francisco, Detroit und New York, während Rivera verschiedene Wandmalereien schuf. Kahlo vollendete auch einige bahnbrechende Arbeiten wie Frieda und Diego Rivera (1931). Unterdessen freundete sich Kahlo mit den Fotografen Imogen Cunningham, Ansel Adams und Edward Weston an. Sie traf auch Dr. Leo Eloesser in San Francisco, den Chirurgen, der bis zu ihrem Tod ihr engster medizinischer Betreuer sein würde.

Bald nach der Enthüllung eines großen und umstrittenen Wandbildes, das Rivera für das Rockefeller Centre in New York (1933) geschaffen hatte, kehrte das Paar nach Mexiko zurück, da Kahlo unter Heimweh litt. Sie zogen in ein neues Haus in der noblen Nachbarschaft San Angel.

Das Haus bestand aus zwei separaten Teilen, die durch eine Überführung verbunden waren. Diese Anordnung war durchaus zweckmäßig, da ihre Beziehung enormen Belastungen ausgesetzt war.

Kahlo hatte zahlreiche gesundheitliche Probleme, während Rivera, obwohl er zuvor schon untreu war, zu dieser Zeit eine Affäre mit Kahlos jüngerer Schwester Cristina hatte. Auch Kahlo begann in dieser Phase, ihre eigenen außerehelichen Affären zu haben. Kurz nach ihrer Rückkehr aus den USA nach Mexiko traf sie den ungarischen Fotografen Nickolas Muray, der in Mexiko im Urlaub war. Die beiden begannen eine unregelmäßige Liebesaffäre, die 10 Jahre anhielt.

Kahlo hatte sich nach der Affäre Riveras mit ihrer Schwester kurz von ihm getrennt und lebte in ihrer eigenen Wohnung außerhalb von San Angel, hatte aber auch eine kurze Affäre mit dem japanisch-amerikanischen Bildhauer Isamu Noguchi. Die beiden hoch politisch und sozial bewussten Künstler blieben bis zu Kahlos Tod befreundet.

Frida Kahlo Zitate

Frida Kahlo, 1937

Im Jahr 1938 war der Begründer des Surrealismus, André Breton, bei einem Besuch in Mexiko-Stadt von Kahlos Gemälde fasziniert und schrieb an seinen Freund und Kunsthändler Julien Levy. Levy lud Kahlo kurzerhand ein, ihre erste Einzelausstellung in seiner Galerie in New York zu veranstalten. Diesmal reiste Kahlo ohne Rivera in die Vereinigten Staaten und sorgte bei Ihrer Ankunft für eine große Mediensensation.

Die Menschen wurden von ihren bunten und exotischen mexikanischen Kostümen angezogen und ihre Ausstellung war ein Erfolg. Georgia O'Keeffe war einer der bemerkenswerten Gäste bei der Eröffnung der Ausstellung. Kahlo genoss einige Monate lang das gesellschaftliche Miteinander in New York und reiste anschließend Anfang 1939 nach Paris, um dort mit den Surrealisten auszustellen.

Diese Ausstellung war nicht so erfolgreich und sie wurde des überschwänglichen Intellektualismus der surrealistischen Gruppe überdrüssig. Kahlo kehrte nach New York zurück, um ihre Liebesaffäre mit Muray fortzusetzen, aber er brach die Beziehung ab, als er kürzlich eine andere Frau kennengelernt hatte. So reiste Kahlo zurück nach Mexiko-Stadt und beantragte bei ihrer Rückkehr die Scheidung.

Spätwerk und Tod

Nach ihrer Scheidung zog Kahlo zurück in ihr Geburtshaus Casa Azul. Sie wandte sich von ihren kleineren Gemälden ab und begann, viel größere Leinwände zu malen.

1940 heirateten Kahlo und Rivera erneut und ihre Beziehung wurde weniger turbulent, als sich Kahlos Gesundheitszustand verschlechterte. In den Jahren 1940-1956 musste die leidende Künstlerin oft unterstützende Rückenkorsetts tragen, um ihre Wirbelsäulenprobleme zu lindern. Als ihr Vater 1941 starb, verschlimmerte dies sowohl ihre Depression als auch ihre Gesundheit. Sie war wieder oft ans Haus gefesselt und fand eine schlichte Freude daran, sich von Tieren umgeben zu lassen und den Garten des Hauses zu pflegen.

In den 1940er Jahren wuchs Kahlos Werk an Bekanntheit und Anerkennung bei internationalen Sammlern und wurde in mehreren Gruppenausstellungen sowohl in den USA als auch in Mexiko gezeigt. 1943 wurde ihre Arbeit in die Women Artists von Peggy Guggenheims The Art of This Century Gallery in New York aufgenommen.

Im selben Jahr nahm Kahlo einen Lehrauftrag an einer Malschule in Mexiko-Stadt an und erhielt einige sehr engagierte Schüler, mit denen sie mehrere Wandmalereiaufträge durchführte. Sie hatte Mühe, weiterhin von ihrer Kunst zu leben, aber glücklicherweise erhielt sie einen nationalen Preis für ihr Gemälde Moses (1945). Kurz darauf wurde das Gemälde The Two Fridas 1947 vom Museo de Arte Moderno gekauft.

Frida Kahlo – Biografie, bekannte Werke und künstlerischer Einfluss

Frida Kahlo, Mitte, 1947

In der Zwischenzeit verschlechterte sich die gesundheitliche Situation der Künstlerin zunehmend. Sie hatte eine komplizierte Operation, bei der versucht wurde, ihre Wirbelsäule zu richten. Diese OP schlug jedoch fehl, weshalb sie ab 1950 oft an einen Rollstuhl gebunden war.

In ihren letzten Jahren malte sie weiterhin relativ intensiv und behielt gleichzeitig ihren politischen Aktivismus bei. Kahlo stellte 1953 ein letztes Mal in Mexiko aus, in der Galerie von Lola Alvarez Bravo, ihrer ersten und einzigen Einzelausstellung in Mexiko. Sie wurde in einem Krankenwagen zur Veranstaltung gebracht, wobei ihr Krankenbett auf der Ladefläche eines Lastwagens folgte. Das Bett wurde dann in der Mitte der Galerie platziert, so dass sie für die Dauer der Ausstellung dort liegen konnte.

Kahlo starb am 13. Juli 1954 in der Casa Azul. Während die offizielle Todesursache als Lungenembolie angegeben wurde, wurden Thesen zum Selbstmord aufgestellt - entweder mit Absicht oder als Unfall.


Das Vermächtnis von Frida Kahlo

Als Individualistin, die von jeder offiziellen künstlerischen Bewegung losgelöst war, wurde Kahlos Kunstwerk mit Primitivismus, Realismus und Surrealismus in Verbindung gebracht.

Posthum ist Kahlos Kunstwerk für feministische Studien und postkoloniale Debatten von großer Bedeutung, während Kahlo zu einer internationalen Kulturikone geworden ist. Der Bekanntheitsgrad der Künstlerin für das Massenpublikum hat zuweilen dazu geführt, dass das Werk der Künstlerin als repräsentativ für das gesamte lateinamerikanische Werk der Zwischenkriegszeit eingeteilt wurde, distanziert von der Komplexität von Kahlos zutiefst persönlicher Materie.

Frida Kahlo Zitat

Das Vermächtnis von Kahlo darf nicht unterschätzt werden. Nicht nur haben sich äußerst viele Künstlerinnen seit den 1950er Jahren von Kahlos Werk inspirieren lassen. Ihre Kunst unterstützt auch Menschen, die wegen eines Unfalls, Fehlgeburten oder Beziehungsproblemen leiden.

Durch die Bildsprache artikulierte Kahlo so komplexe Erfahrungen, die sie überschaubarer machten und den Zuschauern Hoffnung geben, dass sie die Schmerzen ertragen, sich erholen und von vorne anfangen können.


Wichtige Kunstwerke von Frida Kahlo

Frida und Diego Rivera, 1931

Es ist, als ob Kahlo in diesem Gemälde die Rolle der Frau erforscht, um zu sehen, wie sie zu ihr passt. Sie konzentriert sich nicht auf ihre Identität als Malerin, sondern übernimmt eine passive und unterstützende Rolle und hält die Hand ihres talentierten und gefeierten Mannes. Tatsächlich wurde Kahlo während des größten Teils ihrer malerischen Karriere nur im Schatten von Rivera gesehen, und erst später im Leben erlangte sie internationale Anerkennung.

Dieses frühe Doppelporträt wurde vor allem anlässlich der Hochzeit von Kahlo mit Rivera gemalt. Während Rivera eine Palette und Pinsel besitzt, die für seine künstlerische Meisterschaft stehen, beschränkt Kahlo ihre Rolle auf seine Ehefrau, indem sie sich leicht im Rahmen und ohne ihre künstlerische Ausstattung präsentiert.

Kahlo kleidet sich außerdem in einem für die mexikanische Frau typischen Gewand mit einem traditionellen roten Schal. Die Positionierung der Figuren erinnert an das traditionelle Eheporträt, bei dem die Frau auf der linken Seite ihres Mannes platziert wird, um auf ihren niedrigeren Rang hinzuweisen.

Die zwei Fridas, 1939

Las dos Fridas (The two Fridas) 1939

Dieses doppelte Selbstporträt ist eines von Kahlos bekanntesten Gemälden und symbolisiert den emotionalen Schmerz der Künstlerin während ihrer Scheidung von Rivera. Links ist die Künstlerin in moderner europäischer Kleidung zu sehen. Sie trägt das Kostüm aus ihrer Ehe mit Rivera.

Während ihrer gesamten Ehe interessierte sich Kahlo zunehmend für den indigenen Völker und begann, die traditionelle mexikanische Tracht zu untersuchen, die sie auf dem Porträt auf der rechten Seite trägt.

Es ist die mexikanische Frida Kahlo, die ein Medaillon mit einem Bild von Rivera trägt. Der wolkige Himmel im Hintergrund und das blutende Herz der Künstlerin betonen Kahlos persönliche Trauer und ihren körperlichen Schmerz.

Der verwundete Hirsch, 1946

037-Yaralı-Geyik-The-Wounded-Deer-Frida-Kahlo-1024x774

Das Gemälde von 1946 erweitert das Motiv des Heiligen Sebastian, das bereits in Die zerbrochene Säule aufgegriffen wurde. Als Hybrid zwischen einem Hirsch und einer Frau wird die unschuldige Kahlo verwundet und auf eine Lichtung im Wald gejagt.

Direkt auf den Betrachter starrend, bestätigt die Künstlerin, dass sie lebt, und doch werden sie die Pfeile langsam erlegen. Die Künstlerin trägt einen Perlenohrring, als ob sie die Spannung hervorhebt, die sie zwischen ihrer sozialen Existenz und dem Wunsch, freier neben der Natur zu existieren, empfindet.

Kahlo stellt sich nicht als zartes und sanftes Reh dar, sondern ist ein kräftiger Hirsch mit großem Geweih und herabhängenden Hoden. Dies deutet nicht nur darauf hin, dass Kahlo mit der Androgynie experimentiert, sondern zeigt auch ihre Bemühungen, sich mit den anderen großen Künstlern der Vergangenheit in Einklang zu bringen, von denen die meisten Männer waren.

Der Ast unter den Füßen des Hirschen erinnert an die Palmenzweige, die die Menschen vor Jesus legten, als er in Jerusalem ankam. 


Weitere Ressourcen 

Bücher

  • Andrea Kettenmann: Kahlo 
  • Hayden Herrera: Frida Kahlo: Ein leidenschaftliches Leben

Artikel

Videos