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Gustav Klimts Lebensbaum im Stoclet-Fries und seine Bedeutung

Gustav Klimts Lebensbaum

In der Geschichte der Menschheit hat der Baum des Lebens eine besondere Bedeutung. Das Motiv wurde mit mehreren religiösen Gepflogenheiten und Überlieferungen verbunden, die die Entstehung und Erhaltung des menschlichen Lebens darstellen.

Das Gemälde von Gustav Klimts Lebensbaum ist eine Studie für eine Serie von drei Mosaiken, die Klimt für eine Auftragsarbeit der Jahre 1905-1911 im Palais Stoclet in Brüssel geschaffen hat, die auch als Stoclet-Fries bekannt sind.

Die Mosaike entstanden in Klimts Spätwerk und zeigen wirbelnde Bäume des Lebens, eine stehende Frauenfigur und ein umarmendes Paar. Die Mosaike verteilen sich auf drei Wände des Speisesaals des Palais.

Gustav Klimts Lebensbaum und seine Bedeutung

Gustav Klimt war ein österreichischer Maler, der für seine stimmungsvollen, üppig dekorierten Bilder bekannt ist. Gustav Klimts Lebensbaum gilt auch als einzige Landschaft, die er in seiner Goldenen Periode geschaffen hat.

Klimts Lebensbaum zeigt jenen Baum mit seinen wesentlichen Merkmalen. Es verbindet die drei Welten, die den Menschen umgeben:

  • Die Unterwelt
  • Die Erde
  • Der Himmel

Seine Wurzeln reichen tief in die Erde hinein und deuten wahrscheinlich darauf hin, dass die Natur in die Erhaltung des Lebens involviert ist. Die Wurzeln steigen dann in den überirdischen Bereich und gehen in den Baumstamm über, der sich auf der Erde befindet.

Gustav Klimts Lebensbaum im Stoclet-Fries und seine Bedeutung

Gustav Klimts Lebensbaum, Gemälde, 1905

Die sich windenden Zweige erschaffen eine Symbolik, die auf die Ewigkeit des Lebens hinweist. Die Zweige verwinden, wirbeln und drehen sich. Sie bilden ein Geflecht aus kräftigen Zweigen, langen Ranken und empfindlichen Windungen, die Ausdruck der Komplexität des Lebens sind.

Mit seinen Zweigen, die dem Himmel entgegen streben, schafft Gustav Klimts Lebensbaum eine Verbindung zwischen Himmel und Erde. Ein Ansatz, der in vielen Kulturen, Religionen und Ideologien oft verwendet wurde, um die Vorstellung eines Lebensbaums zum Ausdruck zu bringen. Der von Klimt veranschaulichte Lebenszyklus schafft auch eine weitere Verbindung, mit der Unterwelt, die den abschließenden Bestimmungswillen über alles Lebendige bedeutet, das geboren wird, wächst und dann zur Erde zurückkehrt. 

Eine der wichtigsten Eigenschaften des Lebensbaums besteht darin, dass das Gemälde den Besucher auffordert, seine wahre Bedeutung zu erfassen. Während der Künstler eine Fülle von Symbolen, Gold für die Farbe und andere üppige Techniken verwendet, um eine magische Welt zu illustrieren, zieht die Anwesenheit eines einzigen schwarzen Vogels den Betrachter zum zentralen Teil des Bildes.

Der schwarze Vogel erinnert daran, dass alles Irdische endlich ist. Der schwarze Vögel, insbesondere der Rabe, wurde von vielen Kulturen als Symbol des Todes benutzt. 

Der Stoclet Fries von Klimt

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts genoss Klimt große Anerkennung bei den Kritikern und hatte großen finanziellen Erfolg. Dieser Abschnitt in seinem Werk wird wegen seiner üppigen Verwendung von Blattgold mit großer dekorativer Wirkung auch als Goldene Phase bezeichnet.

1905 erhielt Klimt zusammen mit mehreren anderen Künstlern den Auftrag, das Innere des Palais Stoclet in Brüssel zu dekorieren, dem Wohnsitz eines vermögenden belgischen Industriellen. Zwischen 1905 und 1911 entwarf und schuf er eine Serie von drei großen Tafeln als Fries für das Esszimmer der Villa. Der Stoclet Fries erstreckt sich über drei Wände des Speisesaals.

Klimts Entwurf für den Stoclet Fries bestand aus drei Teilen mit zwei fast identischen großen Bildern mit einem Baum und menschlichen Figuren an den Längswänden und einem kleineren, abstrakteren Bild an der gegenüberliegenden Wand.

Stoclet-Fries mit zentralem Lebensbaum
Rechte Seite des Stoclet-Fries