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Malerei

Was du beachten musst, wenn du realistische Hautfarbe mischen willst

Foto: Rolau Elena / Shutterstock.com

In der Malerei braucht man häufig Hautfarben - Gerade in der Porträtmalerei, aber auch in vielen alltäglichen Szenen sind Körperteile zu sehen. Wenn du wissen willst, wie man Hautfarbe mischen sollte, damit sie möglichst realistisch aussieht, dann findest du in diesem Artikel wichtige Anhaltspunkte.

  • Wir verabschieden uns von der Vorstellung der einen Hautfarbe, denn die gibt es gar nicht, da die Haut so unterschiedlich ist.
  • Anschließend erfährst du einen grundlegenden Ansatz zum Mischen von heller Hautfarbe anhand der drei Primärfarben, sowie Empfehlungen zu den Pigmenten, die du dafür einsetzen kannst.
  • Zum Schluss findest noch einige praktische Tipps, wie du Farbübergänge am besten meisterst, damit die Haut tatsächlich realistisch wirken kann.

Was du zur "Hautfarbe" wissen musst

Jeder Hautton enthält die drei Primärfarben - rot, gelb und blau - in unterschiedlichen Verhältnissen je nach Helligkeit oder Dunkelheit der Haut. Dünnere Haut, wie z.B. an den Schläfen, wird häufig mit kälteren Farben dargestellt, während die Haut an der Nasenspitze, an den Wangen und der Stirn in der Regel mit wärmeren Farbtönen abgebildet wird. 

Wie immer in der Malerei gibt es kein magisches Geheimnis, kein perfektes Rezept und schon gar nicht die eine perfekte Hautfarbe, da jede Farbe mit den angrenzenden Farbtönen in Relation steht.

 

Hinweis: Um die menschliche Haut realistisch abzubilden, ist das Verhältnis zwischen den Farben, den verschiedenen Tönen und ihre Übergänge entscheidend.

Auch sind die Hauttöne in der Realität breit gefächert, weshalb du die vorgemischten Farbtuben meiden solltest, die als Hautfarbe deklariert sind. Solche Farbtöne können nur als Grundlage dienen, um mit anderen Farben gemischt zu werden. Aber selbst diese Hautfarben werden aus einer Kombination von roten, gelben und blauen Pigmenten hergestellt. 

Hautfarbe mischen anhand der Primärfarben

Mische zunächst gleiche Teile der drei Primärfarben zusammen, um eine Basisfarbe zu erhalten, die dir als Referenz dient. Die drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau ergeben einen Braunton. 

Ausgehend von dieser Farbe kannst du das Verhältnis deiner Mischung anpassen - Du kannst sie aufhellen oder verdunkeln und ihren Farbton wärmer oder kühler machen. Auch eine Zugabe von Titanweiß ist möglich, um die Helligkeit zu erhöhen.

Wenn du ein Porträt oder einen Menschen malst, ist es am besten, die Farben so anzupassen, wie du es beim Malen einer Landschaft oder eines Stilllebens tust. Mische dazu die Farbe auf deine Palette und halte den Pinsel mit der Farbe neben deine Vorlage. Dann stelle dir die folgenden drei Fragen. Die Beantwortung dieser Fragen hilft dir zu entscheiden, welche Farbe hinzugefügt werden muss, um näher an die Farbe heranzukommen, die du tatsächlich abbilden willst.

  • Muss die Farbe dunkler oder heller sein? Wenn sie heller werden soll, kannst du Weiß oder Gelb hinzufügen. Weiß kühlt die Mischung ab und macht es deckender. Gelb macht es wärmer. Mit einem Umbra oder kannst du die Mischung verdunkeln.
  • Muss die Farbe wärmer oder kühler sein? Füge Blau (oder Weiß hinzu, wenn sie auch heller sein muss), um die Mischung kühler zu machen, warmes Rot oder Gelb, um sie wärmer zu mischen.
  • Braucht das Gemisch eine höhere oder geringere Sättigung? Füge ein wenig von der Komplementärfarbe hinzu, um die Sättigung der Farbe zu neutralisieren.

Du kannst auch Erdtöne in deine Palette aufnehmen, wie z.B. gebranntes Umbra, gebranntes Siena und Ocker, aber bedenke, dass diese Farben auch durch das Mischen der drei Grundfarben erzeugt werden können.

Eine hervorragende Visualisierung zum Hautfarben mischen ausgehend von den Primärfarben siehst du in folgendem Video:

Die genauen Farben und Methoden, die für die Erzeugung von Hauttönen verwendet werden, variieren von Künstler zu Künstler, und es gibt viele verschiedene mögliche Farbkombinationen, die du verwenden kannst. Nur du kannst letztendlich beurteilen, welche Farbskala für dich am besten geeignet ist.

Relevant: So lernst du, die Farben in passender Qualität und Quantität zu mischen

Farbmischungen zur Herstellung von Hautfarben

  • Titanweiß, Cadmiumgelb, Alizarinrot, Ultramarinblau, gebranntes Umbra
  • Titanweiß, Ultramarinblau, gebranntes Siena, ungebranntes Siena, Cadmiumrot
  • Titanweiß, Cadmiumgelb, Alizarinrot, gebranntes Umbra
  • Titanweiß, Cadmiumgelb, Cadmiumrot, Ceruleanblau, Gebranntes Umbra
  • Titanweiß, gebranntes Umbra, ungebranntes Umbra, gebranntes Siena, Ocker, Schwarz

Einige Künstler verwenden Schwarz sparsam in ihren Hautfarben, während andere es überhaupt nicht benutzen. Beim Einsatz von Schwarz ist jedenfalls Acht gegeben, da es die gesamte Mischung so schnell stark verändert.

Hautfarbe mischen: Ein Universalrezept

Mit folgenden Farbtönen kannst du eine Bandbreite an Hauttönen erreichen. Je nach Helligkeit wählst du verschiedene Pigmente aus.

  1. 1
    Titanweiß
  2. 2
    Cadmiumrot
  3. 3
    Cadmiumgelb
  4. 4
    Gelber Ocker
  5. 5
    Gebranntes Siena
  6. 6
    Gebranntes Umbra
  7. 7
    Ultramarinblau

Für helle Hauttöne: Mische die Farben 1, 2, 3 und 5

Für mittlere Hauttöne: Mische 2, 3, 4 und 5

Für dunkle Hauttöne: Mische 2, 5, 6 und 7

Farbreihen können Übergänge vereinfachen

Farbreihen sind vorgemischte Reihen einer Farbe in verschiedenen Tönen. Wenn du zum Beispiel Cadmiumrot verwendest, beginnst du zunächst mit dem Cadmiumrot und färbst es langsam mit Weiß ein, wodurch mehrere leicht voneinander abweichende Mischungen in einer Reihe entstehen.

Besonders bei der Arbeit mit Ölfarbe, die länger zum Trocknen braucht, ermöglicht die Arbeit in Farbfolgen einen schnellen Zugriff und die Mischung des richtigen Wertes und Farbtons der gewünschten Farbe.

Hinweis: Du kannst solche Farbreihen auch mit Acrylfarben mischen, benötigst aber eine trockene, nicht saugende Palette.  Ein wenig Trocknungsverzögerer ist ebenfalls hilfreich, damit die Farbe nicht zu schnell trocknet.

Die Mischung einer solchen Farbreihe hilft dir dabei, verschiedene Abstufungen eines Farbtons für ein Motiv zu erreichen. Du erhältst auch eine Vorstellung davon, welche Mengen an Farbe du für welchen Ton mischen musst.

In abgewandelter Form kannst du bei deinen Farbreihen so ähnlich Vorgehen wie bei diesem "Mixing Chart":

Bedenke Folgendes, wenn du Hautfarben mischen willst

Wenn es ums Hautfarbe mischen geht, führt kein Weg an der Übung und Erfahrung vorbei. Wenn du mit Acrylfarbe malst, kannst du auch Farbtöne mischen und sie neben deine Haut halten (oder dein Motiv), um zu sehen, wie nah am Original du bist.

Denke daran, dass das Malen der menschlichen Haut meistens erst dadurch realistisch aussieht, dass du verschiedene Töne miteinander kombinierst, Schatten gezielt einsetzt und Highlights setzt.

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