Malerei

Begriffserklärung: Impasto in der Malerei

Impasto RembrandtRembrandt, Selbstbildnis als Zeuxis, 1662

Impasto (ital.: "Gemisch") bezeichnet in der Kunst eine Malweise, Farbe so dick aufzutragen, dass die Pinselstriche und Spuren des Malmessers deutlich sichtbar sind. 

Erinnere dich an viele Gemälde von Vincent van Gogh, um eine gute Vorstellung eines ausgeprägten Impasto zu sehen.

Beschreibung der Maltechnik

Häufig streben Künstler nach glatten Pinselstrichen, die die Wirklichkeit nachbilden. Beim Impasto ist das nicht der Fall. Die Malweise lebt von expressiven Texturen aus dicker Farbe, die vom Malgrund hervorstehen und dem Kunstwerk Tiefe verleihen - beinahe wie ein Relief.

Porträt des Dr. Gachet Hero

Vincent van Gogh: Porträt des Dr. Gachet, 1890

Impasto wird am häufigsten mit Ölfarben gemalt, da sie aufgrund des verwendeten Bindemittels (Öl) eine der zähflüssigsten Farbarten des künstlerischen Sortiments ist. Künstler können jedoch auch ein Medium wie Strukturpaste in Acryl verwenden, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen. Für den Auftrag der Farbe können Künstler Pinsel oder Malmesser verwenden. Da das Messer kaum nachgibt, sind sie neben robusten Borstenpinseln die häufigste Wahl.

Ein Impasto-Maler lernt schnell, dass das Ergebnis umso besser ist, je weniger er die Farbe bearbeitet. Berührt man die Farbe wiederholt mit einem Pinsel oder Messer, arbeitet sie sich in die Leinwand ein und wird mit jedem Strich stumpfer und flacher. Damit die Malweise die größte Wirkung entfalten kann, sollte sie mit Bedacht angewendet werden.

Die Wirkung des Impasto in der Kunst

Es ist leicht zu sehen, wie die Reliefierung des Impasto wirkt, wenn man ein solches Kunstwerk von der Seite betrachtet. Wenn du frontal auf das Objekt siehst, wirst du feststellen, wie die einzelnen Farbstriche Schatten werfen und die Dimensionalität des Motivs betonen. Das wirkt um ein Vielfaches beeindruckender, wenn man sich ein solches Kunstwerk einmal live ansieht, als nur ein Bild dessen auf einem Bildschirm angezeigt zu bekommen.

Impasto wird oft als Malstil bezeichnet, der die Eigenschaften des Farbmediums würdigt und nicht versucht, sie zu unterdrücken.

Die Maltechnik in der Kunstgeschichte

Die Malweise ist kein moderner Ansatz der Malerei. Die Technik wurde bereits in der Renaissance und im Barock von Künstlern wie Rembrandt, Tizian und Rubens eingesetzt. In vielen Selbstporträts von Rembrandt lässt sich ein ausgeprägtes Impasto erkennen. Die Textur trug dazu bei, das Gesicht und die Kleidung zum Leben zu erwecken und sie mit den ebenmäßigeren Teilen des Bildes zu kontrastieren.

Rembrandt Selbstporträts

Im 19. Jahrhundert wurde Impasto zu einer verbreiteten Technik. Van Gogh verwendete es bei einem Großteil seiner Ölgemälde. Seine wirbelnden Pinselstriche verleihen dem Kunstwerk eine zusätzliche Dimension und betonen die expressiven Qualitäten des Stücks. Besonders eindrucksvoll ist der meisterhafte Einsatz von Impasto in "Sternennacht" von 1889 zu erkennen.

Sternennacht van Gogh

Vincent van Gogh, Sternennacht, 1889

Das Impasto in der Malerei ist in der zeitgenössischen Kunst nicht mehr wegzudenken. Einige Künstler haben den sichtbaren Farbauftrag mit immer neuen Methoden auf die Spitze getrieben. Beispielsweise hat Pollock mitunter seine Farbe mit Sand gemischt, um eine noch gröbere Textur in seinen experimentellen Arbeiten zu kreieren.

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