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Fotografie

Der ISO-Wert in der Fotografie und wie du ihn richtig einstellst

In der Fotografie kann es eine beunruhigend umfangreiche Aufgabe sein, einen Teil der Fachsprache zu erlernen. Allerdings ist dies der entscheidende Faktor, um sich mit der Kamera vertraut zu machen und ausgezeichnete Fotos zu schießen, die anhand deiner vorgenommenen Einstellungen vorhersehbare Resultate erzielen.

Eine der verwirrendsten Einstellungen ist der ISO-Wert, der neben der Verschlusszeit und der Blendeneinstellung einer der drei Faktoren der Belichtung ist. In diesem Artikel findest du eine verständliche Erklärung zur ISO, mit der du verstehen wirst, wie sich die Aufnahmen durch Anpassungen des ISO-Werts verändern.

Bedeutung von ISO und des ISO-Werts

ISO Film

Zuerst sollten wir die Abkürzung aufschlüsseln. ISO steht für die International Organization of Standardization, die das wichtigste Gremium zur Normung von Empfindlichkeitsangaben für Kamerasensoren ist - neben vielen anderen Dingen.

Der Begriff wurde vom fotografischen Film übernommen, als die ISO-Bewertung als "Filmempfindlichkeit" und "ASA-Wert (American Standards Association)" eingeführt wurde. Heute haben sich die verschiedenen Normierungsgesellschaft auf den internationalen Standard ISO geeignet und die Einstufungen des Bildsensors auf digitale Kameras zur Vergleichbarkeit übertragen. Es ist wichtig, einen Standard für die Empfindlichkeit zu haben, da er dir ermöglicht, den gleichen ISO-Wert mit verschiedenen Kameras aufzunehmen und darauf vertrauen zu können, dass der Belichtungswert gleich ist.

Bei analogen und digitalen Kameras bezieht sich der ISO-Wert also auf ein und dasselbe: die Lichtempfindlichkeit des Film- oder Bildsensors. Wenn du die ISO-Einstellung an deiner Digitalkamera änderst, machst du den Sensor mehr oder weniger lichtempfindlich. 

Gründe, wann der ISO-Wert verstellt werden muss

Eine der wichtigsten Eigenschaften von Digitalkameras - eine, die oft als selbstverständlich angesehen wird - ist ihre Fähigkeit, die ISO im Handumdrehen zu ändern.

Digitalkameras haben typischerweise ISO-Einstellungen, die zwischen 100 (niedrige Empfindlichkeit) und 12.800 oder gar noch höher liegen (hohe Empfindlichkeit). Kompakte Kameras und Smartphones liegen allerdings meist im unteren Bereich dieser Spanne, während einige Kameras mit größeren Sensoren diese Marke übertreffen.

Wie Verschlusszeit und Blende entsprechen aufeinanderfolgende ISO-Werte eine Verdoppelung der Empfindlichkeit. Das Verhältnis von ISO-Wert zu Belichtungsstops ist sehr einfach: ISO 200 bedeutet eine Steigerung (Verdoppelung der Empfindlichkeit) im Vergleich zur ISO 100. ISO 6.400 liegt sechs Stufen über ISO 100.

Willst du den Gesamtbelichtungswert konstant halten, die ISO aber von 100 auf 400 erhöhen, musst du an anderer Stelle die Empfindlichkeit verringern. Eine Vervierfachung des ISO-Werts könntest du beispielsweise durch eine Verkürzung der Verschlusszeit von 1/125 auf 1/500 Sekunde erreichen. Die genauen Angaben hängen natürlich von der spezifischen Beleuchtung der jeweiligen Situation ab.

Einfluss der ISO auf die Bildqualität

Neben der einfachen Veränderung der Belichtung beeinflusst die ISO auch die Bildqualität. Ein höherer ISO-Wert bedeutet in der Regel ein rauschenderes oder "körniges" Bild. Das folgende Bild zeigt, wie sich der ISO-Wert direkt auf die Bildqualität auswirken kann. Dabei ist zu beachten, dass das Bildrauschen auch von der gesamten Kamera abhängt.

Ein niedrigerer ISO-Wert führt jedoch nicht nur zu weniger Bildrauschen. Es erzeugt bessere Farben und einen größeren Dynamikbereich, sodass du Details sowohl bei Lichteinfall als auch bei Schatten aufnehmen kannst. Daher wird generell empfohlen, die ISO-Werte so niedrig wie möglich zu halten, um die bestmögliche Qualität der Ausgabe Ihrer Kamera zu erzielen.

Wann es Sinn macht, den ISO-Wert zu erhöhen

ISO-Wert Dunkelheit

Dennoch gibt es Situationen, in denen es nicht möglich ist, eine angemessene Belichtung ohne Erhöhung der ISO zu erreichen. Das offensichtlichste Beispiel dafür sind Schwachlichtsituationen, insbesondere in Innenräumen. Andere Situationen, in denen du einen höheren ISO-Wert benötigst, sind Fälle, in denen du eine Handlung (die eine schnelle Verschlusszeit erfordert) oder eine tiefe Schärfentiefe (die eine geringe Blendenöffnung erfordert) aufnehmen musst und diese Parameter somit konstant niedrig sein müssen.

Bei Kameras mit größeren Sensoren kann die ISO oft ziemlich hoch eingestuft werden, bevor die Bildqualität erheblich beeinflusst wird. Wenn du also eine DSLR- oder eine spiegellose Kamera hast, brauchst du keine Angst zu haben, einen etwas höheren ISO-Wert zu verwenden, wenn du eine niedrige Verschlusszeit oder den Blendenwert, ansonsten nicht erreichen kannst.

Nachfolgend eine Übersicht über einige Faktoren, die sich auf die Wahl des ISO-Werte auswirken:

  • Wenn sich dein Motiv bewegt und du versuchst, die Bewegung für ein Standbild einzufrieren, ermöglicht ein höherer ISO-Wert eine kürzere Verschlusszeit.
  • Wenn du mit künstlichem Licht - z.B. einem Blitz - fotografierst, wirst du normalerweise mit einer niedrigeren ISO-Einstellung zurechtkommen.
  • Wenn du ein Stativ zur Stabilisierung deiner Kamera verwendest, kannst du normalerweise mit einer längeren Verschlusszeit davonkommen, was wiederum die Verwendung eines niedrigeren ISO-Wertes ermöglicht. Bitte bedenke, dass ein Stativ allein dir nicht helfen wird, die Bewegung des Motivs einzufrieren.
  • Wenn du vorhast, nur eine kleine Auflösung zu verwenden wie z.B. auf Instagram, wird sich ein höherer ISO-Wert nicht so gravierend auswirken.
  • Wenn du ein Bild aufnimmst, das keine hohe Schärfentiefe erfordert, kannst du die Blende vergrößern (wodurch mehr Licht in das Objektiv gelangt) und einen niedrigeren ISO-Wert verwenden.
  • Subjektiv kann die Rauscheigenschaft einer hohen ISO-Einstellung deinen Fotos einen Vintage-Look verleihen, obwohl dies ein Effekt ist, der besser für die Nachbearbeitung geeignet ist, da er dort nach Belieben verändert werden kann.

Die Effekte einer Rauschunterdrückung 

Du solltest dir auch bewusst sein, dass ein Bild mit hohem ISO-Wert auf dem Display deiner Kamera noch großartig aussehen kann, aber das bedeutet nicht unbedingt, dass es nicht verrauscht aussieht, wenn du es dir in höherer Auflösung ansiehst. Standardmäßig tendieren Kameras auch dazu, die Rauschunterdrückung auf JPEG-Bilder mit hohem ISO-Wert anzuwenden.​

Die Rauschunterdrückung entfernt Rauschen, indem sie auf Kosten von Details eine kleine Menge an Unschärfe in das Bild einbringt. Wenn du jedoch bei hoher ISO-Einstellung fotografieren möchtest, solltest du dir einen Moment Zeit nehmen, um die Rauschunterdrückungseinstellung deiner Kamera zu finden und anzupassen, da eine Senkung dieser Einstellung dazu beitragen kann, Details in deinen Bildern zu erhalten.

Für Bilder, die nur auf Social Media gepostet werden sollen, bleibt eine gewisse Rauschunterdrückung allerdings wegen der geringen Auflösung meist ohne Konsequenz.

Die meisten Bildbearbeitungsprogramme enthalten inzwischen auch Einstellungen zur Rauschunterdrückung. Ähnlich wie bei der Rauschunterdrückung in der Kamera verwischen diese das Bild leicht, um das sichtbare Rauschen zu reduzieren, wenn auch auf Kosten der Details. Die Anwendung der Rauschunterdrückung in der Nachbearbeitung führt in der Regel zu besseren Ergebnissen als die Verwendung der Rauschunterdrückung in der Kamera, ist aber auch ein wenig aufwändiger.

Der ISO-Wert zusammengefasst

Kurz gesagt, kann ein hoher ISO-Wert dazu eingesetzt werden, bei kürzeren Verschlusszeiten, kleineren Blendenöffnungen oder unter dunkleren Bedingungen Bilder aufzunehmen. Die Folge sind jedoch ein erhöhtes Rauschen und ein gewisser Verlust der Detailgenauigkeit.

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