Komplementärfarben
Kunst

Komplementärfarben in der Kunst und wie du sie gezielt nutzen kannst

Foto: llaszlo / Shutterstock

Vereinfacht gesagt sind Komplementärfarben zwei Farben, die sich auf entgegengesetzten Seiten des Farbkreises befinden.

Als Künstler kann dir das Wissen über diese Paarungen helfen, fundierte Farbentscheidungen zu treffen. So kannst du beispielsweise Komplementärfarben verwenden, um die zwei Farben jeweils kräftiger erscheinen zu lassen, um neutrale Farbtöne zu erzeugen oder um sie als Schatten einzusetzen.

Sehen wir uns also an, we du Komplementärfarben zu deinem Vorteil nutzen kannst.

Die grundlegenden Komplementärfarben

Komplementärpaare

In der Farbtheorie sind Komplementärfarben zwei Farbtöne, die sich auf dem Farbkreis gegenüberstehen. In ihrer grundlegendsten Form handelt es sich um eine Primärfarbe und die Sekundärfarbe, die durch das Mischen der beiden anderen Primärfarben entsteht. Zum Beispiel ist die Komplementärfarbe zu Gelb violett, eine Mischung aus Blau und Rot.

Mit diesem Wissen ist es ziemlich einfach, sich die erste Gruppe von Komplementärfarben zu merken:

  • Gelb und Violett
  • Blau und Orange
  • Rot und Grün

Wenn du die Tertiärfarben hinzufügst, die aus einer Primär- und einer Sekundärfarbe gemischt wurden, wirst du feststellen, dass diese Farben auch Komplementärpaare ergeben:

  • Gelb-orange und Blau-violett
  • Orange-rot und Blau-grün
  • Rot-violett und Grün-gelb

Im Farbkreis nach Itten liegen diese Paarungen ebenfalls einander gegenüber. Die  6 Komplementärpaare ergeben den Farbkreis nach Itten (12-Farben-Modell).

Komplementärpaare Tertiärfarbe

Wie du die Farben einsetzen kannst

Wichtig zu verstehen ist, dass unabhängig von Tönung und Helligkeit der Farbe die entgegengesetzte Farbe immer ihre Komplementärfarbe ist.

Eine andere Sache, die du bemerken wirst, ist, dass ein Paar Komplementärfarben aus einer "kalten" Farbe und einer "warmen" Farbe besteht. Orange, Rot und Gelb werden traditionell als warme Farben bezeichnet, während Blau, Grün und Violett als kalte Farben gelten.

Wie man am so genannten Simultankontrast sehen kann, ergänzt unsere Wahrnehmung die Komplementärfarbe zu einer bestimmten Farbe, um ein Farbganzes zu erzeugen. Diese Farbveränderungen, die in Wirklichkeit gar nicht existieren, werden auch induzierte Farbtöne genannt.

Legt man nun zwei Komplementärfarben nebeneinander, steigern sich die beiden Farben gegenseitig. Der Kontrast der zwei Farben ist maximal, weshalb sie nebeneinanderliegend ihre volle Leuchtkraft entfalten. Es entsteht der Eindruck einer Vollkommenheit und Abgeschlossenheit.

Künstler nutzen dies ständig zu ihrem Vorteil. So sind beispielsweise Sonnenuntergänge mit Farbverläufen von tiefblau bis hellorange auffälliger, da der Kontrast der beiden Farben maximal ist. Auch, dann wenn dein Gelb beispielsweise nicht kräftig genug wirkt, malst du ein wenig Grün daneben, um die Wahrnehmung zu täuschen, den Kontrast zu erhöhen und die Farben kräftiger wirken zu lassen.

Claude Monet, San Giorgio Maggiore in der Dämmerung, 1908 - 1912

Claude Monet, San Giorgio Maggiore in der Dämmerung, 1908 - 1912

Mischen von Komplementärfarben

Wenn du Farbe mischst, schau zuerst auf die Komplementärfarbe des Farbtons, denn sie kann wunderbare Dinge bewirken. Wenn du zum Beispiel die Komplementärfarbe in die Hauptfarbe eines Motivs mischst, ist das eine der besten Möglichkeiten, dynamische Schatten zu malen.

Du kannst die Komplementärfarbe auch verwenden, um einen Farbton weniger lebhaft zu machen. Je mehr du addierst und vermischst, desto neutraler wird das Ergebnis. Wenn du die beiden Farben zu gleichen Teilen mischst, bekommst du ein warmes Dunkelbraun. Diese Neutralitäten lassen sich durch Mischen von Weiß, Grau oder Schwarz weiter beeinflussen.

Tüftel am besten selbst an diesen Konzepten herum und führe einige Testmischungen und Musterproben durch, um zu sehen, wie sich deine Komplementärfarben gegenseitig beeinflussen.

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