GrafikZeichnung

M.C. Escher – Biografie, bekannte Werke und künstlerischer Einfluss

M.C. Escher, November 1971M.C. Escher, November 1971

M.C. Escher, in voller Länge Maurits Cornelis Escher (17. Juni 1898 - 27. März 1972), war ein niederländischer Grafiker, der mit seinen detaillierten realistischen Drucken bizarre optische und konzeptuelle Effekte erzielte.

Bücher zu M.C. Escher

Bevor wir uns der Biografie widmen, findest du hier mehrere Bücher, die noch ausführlicher den Werdegang des Künstlers darlegen:


Biografie von M.C. Escher

Kindheit

Maurits Cornelis Escher, von seiner Familie nur "Mauk" genannt, war das fünfte und jüngste Kind des Bauingenieurs George Escher und seiner zweiten Frau Sarah.

1903 siedelte die Familie in die Stadt Arnheim um, wo M.C. Escher die örtliche Schule besuchte, was dem Jungen gar nicht gefiel. Obwohl er später seine Schulzeit als äußerst schwierige Zeit bezeichnete, fand er Trost im Zeichenunterricht, wo er zu skizzieren begann und seine ersten Linolschnitte anfertigte. Obwohl er kein guter Schüler war, war seine Hingabe für die Kunst offensichtlich. 

1917 druckte er zusammen mit seinem engen Freund Bas Kist bereits einige seiner Werke im Atelier des Künstlers Gert Stegeman.

Erziehung und frühe Ausbildung

Escher schrieb sich an der Haarlemer Kunstgewerbeschule ein, um eine Ausbildung als Architekt zu absolvieren, wechselte aber noch im selben Jahr zu den dekorativen Künsten und studierte unter dem Grafiker Samuel Jessurun de Mesquita. 

Im Jahr 1921 besuchte M.C. Escher mit seinen Eltern Italien. Er interessierte sich sehr für die süditalienische Landschaft und verbrachte die meiste Zeit damit, detaillierte Zeichnungen von Kakteen, Bäumen und Meereslandschaften anzufertigen.

Nach seiner Rückkehr, unzufrieden mit seinem Leben in den Niederlanden, beschloss er, erneut zu reisen. Auf dieser Reise machte er Halt in verschiedenen Stationen in Spanien. Hier fand Escher Inspiration für seine frühe Kunst, die er mit Skizzen festhielt, die er wiederum später in seinem Atelier zu Druckgrafiken weiterentwickelte. 

Sein Werk in dieser Zeit umfasste einfarbige Landschaften, Naturformen und komplizierte Architekturstudien. In diesen Bildern begann er mit den Ideen von Licht und Raum zu spielen, kontrastierte bereits Schwarz-Weiß-Flächen und präsentierte Ansichten aus verschiedenen Perspektiven.

Reife Periode

1923 hatte Escher seine erste Ausstellung, die in Siena stattfand, wo er zu dieser Zeit lebte. Hier traf er Jetta Umiker, die mit ihrer Familie dort Urlaub machte. Sie heirateten im folgenden Jahr und liessen sich in Rom nieder, wo sie die drei Söhne George, Arthur und Jan bekamen. Das stabile familiäre Umfeld, das sie in den folgenden Jahren schufen, führte zu einer sehr produktiven Zeit im Leben Eschers.

Bis 1929 hatte sein Werk an Popularität und Nachfrage zugenommen, und er hatte eine Reihe von Ausstellungen in Holland und der Schweiz veranstaltet. Während dieser Zeit begann Escher mit Ideen der Verwandlung zu experimentieren, indem er ein Objekt präsentierte, das sich in etwas völlig anderes verändern könne, je nachdem, in welchem Kontext es präsentiert wird.

Das Jahr 1935 markiert einen Wendepunkt in Eschers künstlerischer Laufbahn. Der Aufstieg des Faschismus veranlasste den Künstler und seine Familie, nach Chateau-d'Oex in der Schweiz umzuziehen. Obwohl Escher noch immer nach Italien reiste, wurden Themen des mediterranen Lebens zunehmend aus seinem Werk verdrängt.

Escher begann, das Konzept von "geistigen Bilder" zu entwickeln. Auf der Grundlage theoretischer Ideen wie Wahrnehmung, Geometrie und Mathematik begann der Künstler, Werke zu schaffen, die sich wiederholende Anordnungen sich überschneidender Formen verwenden, die er in der islamischen Kunst (z.B. in der spanischen Alhambra) fand.

Diese Ideen nutzte er dann, um stilisierte Muster zu schaffen, die sich auf natürliche Bilder stützen, darunter Mosaiken von Eidechsen, Vögeln und Fischen. Escher nannte diese Bilderserie Regular Division of the Plane.

Spätwerk

Escher erfreute sich in den 1950er Jahren wachsender Beliebtheit und wurde in mehreren wichtigen Zeitungen der USA vorgestellt. Dies schuf eine Nachfrage nach seinen Werken in den Vereinigten Staaten, die er nur mit Mühe befriedigen konnte, indem er seine Preise wiederholt anhob.

Obwohl Escher im Mainstream beliebter wurde, blieb er in seiner Arbeit nüchtern und akribisch und zögerte, höhere Bekanntheit anzustreben. Er lehnte Mick Jagger ab, der eines seiner Bilder für ein Albumcover verwenden wollte, und sagte dem Assistenten des Stars: "Bitte sagen Sie Herrn Jagger, dass ich für ihn nicht Maurits bin".

Er lehnte auch eine Anfrage von Stanley Kubrick ab, der 1965 um seine Mitarbeit an einem Film bat. Heute nimmt an, dass es sich dabei um 2001: A Space Odyssey gehandelt hätte.

Ein Großteil von Eschers späterer Kunst konzentrierte sich auf mathematische Formen, aber seine anhaltende Faszination für Symmetrie ist in seinem letzten großen Werk Snakes von 1969 zu sehen. 

1970 zog er in eine Seniorengemeinschaft in Laren in den Niederlanden, wo er zwei Jahre später am 27. März im Alter von 73 Jahren verstarb.

Künstlerisches Vermächtnis von M.C. Escher

Eschers Erkundung der Themen Unendlichkeit, Ewigkeit und Unmöglichkeit schuf eine einzigartige Perspektive in einer Zeit, in der die Kunstwelt von der Abstraktion beherrscht wurde.

Obwohl Eschers Kunst von den führenden Stimmen der Kunstszene nie wirklich seriös aufgenommen wurde, erfreute sich sein Werk einer anhaltenden Popularität in der breiten Öffentlichkeit.

Eschers Werk wird noch vielfach wieder aufgegriffen und seine Bilder dienen als Quelle der Inspiration in verschiedenen Bereichen der Populärkultur.

Trotz seiner heutigen Bekanntheit hat Escher nur wenige direkte künstlerische Nachfolger. Dennoch besteht ein wesentlicher Einfluss des Künstlers darin, dass er andere Künstler ermutigt, die Kluft zwischen der Kunst und anderen Disziplinen wie Mathematik und Naturwissenschaften zu überbrücken.

Bekannte Werke von M.C. Escher

Drawing Hands, 1948

Als eines der bekanntesten Bilder Eschers veranschaulicht diese Lithografie zweier Hände, die sich gegenseitig zeichnen, einige der Lieblingskonzepte des Künstlers. Vor allem ist sie ein Beispiel für das, was als Selbstreferenzialität bezeichnet werden kann. Eine paradoxe Wiederholung ohne eindeutigen Anfang oder Ende.

Escher war fasziniert von solchen paradoxen Wiederholungen, egal ob er sie in Form von Treppen, Wasserfällen oder eben in sich selbst zeichnenden Händen erforschte.

Dies ist auch eine von Eschers deutlichsten Auseinandersetzungen mit dem in der gegenständlichen Kunst implizierten Illusionismus, da die Grenze zwischen zweidimensionaler Zeichnung und dreidimensionaler Realität raffiniert ausgespielt wird.

Snakes, 1969

Snakes wurde drei Jahre vor Eschers Tod geschaffen, als er bereits unter einem schwachen Gesundheitszustand litt. Es ist der letzte Druck, den er anfertigte. Das Werk hat eine Rotationssymmetrie dritter Ordnung, was bedeutet, dass dasselbe Bild dreimal um den Kreis herum wiederholt wurde, um das fertige Werk zu schaffen.

Es wurde auch aus drei verschiedenen Druckstöcken hergestellt, einem für jede Farbe, die überdruckt wurden, um die feinen Schattierungen und das mehrfarbige Erscheinungsbild zu erzeugen. Auf dem Bild schlängeln sich Schlangen in und um einen Kreis, der aus ineinandergreifenden Ringen besteht, die sich sowohl nach außen auszudehnen als auch gleichzeitig unendlich weit nach innen zu schrumpfen scheinen.

Die Ringe verkleinern sich wieder, wenn sie den Rand des Kreises erreichen, während die Schlangen nach außen zeigen. Das Design ist unglaublich kompliziert und erforderte ein immenses Maß an zeichnerischer Kunstfertigkeit und Geschicklichkeit, um die sehr präzise Natur des Holzschnitts zu vollenden.