Malerei

Malen lernen: Anleitung für Anfänger

Die Grundlagen der Malerei im Überblick

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Du willst malen lernen, bist aber überfordert mit den Möglichkeiten? Weißt nicht, wo und wie du anfangen sollst? Keine Sorge, du bist hier genau richtig. Wenn du den Funken benötigst, der deine Kreativität entfacht, ist dieser Artikel deine Rettung.

In diesem Ratgeber zum Einstieg in der Malerei besprechen wir folgende Themen:

  • Die verschiedenen Farbmedien
  • Grundlagen der Malerei (Farblehre, Perspektive, Komposition, Übung)
  • Falsche Erwartungen bezüglich der Malerei
  • Abstrakte vs. realistische Kunst

Entscheidung über die zu verwendende Farbe

Farbmedien Malerei

Bevor du mit dem Malen anfängst, solltest du dich mit den Farbmedien auseinandersetzen, die dir zur Verfügung stehen. Traditionellerweise bieten sich zum Einstieg mehrere Farben an:

  • Ölfarbe, die Jahrhunderte lang von den großen meistern genutzt wurde
  • Acrylfarbe, die für die meisten Künstler zur Standardfarbe geworden ist, da sie sich so vielfältig verarbeiten lässt.
  • Wasserfarbe/Aquarellfarbe, die besonders unkompliziert verarbeitet werden kann und sanfte Farbtöne auf dem Malgrund hinterlässt.
  • Pastellkreiden, bei denen die Möglichkeiten der Malerei mit denen der Zeichnung kombiniert werden können.

Abseits des Üblichen gibt es noch weitere Medien, die seltener von Anfängern der Malerei getestet werden. Wenn du Lust auf etwas Außergewöhnliches hast, gibt es noch die Gouache, die wie eine Zwischenstufe aus Acryl- und Aquarellfarbe verarbeitet werden kann.

Tempera, die auf einer Bindemittel-Emulsion aus Öl und Wasser basiert, wurde vorwiegend im Mittelalter verwendet und ist heute bei weitem nicht mehr so häufig.

Auch die Verwendung mehrerer Farbmedien innerhalb eines Gemäldes ist keine Seltenheit und sollte von dir in Betracht gezogen werden. So ergänzen sich beispielsweise Acryl- und Aquarellfarben bestens. Aber auch ungewöhnlichere Kombinationen aus Ölfarbe und Bienenwachs ist für

Die Grundlagen der Malerei lernen

Farbtheorie

Nachdem du dich mit den unterschiedlichen Farbmedien auseinandergesetzt hast, solltest du dich als nächstes mit den Farbwirkungen und Farbmischungen beschäftigten. Wie verhalten sich Farben gemäß der Farbtheorie, wenn man sie miteinander vermischt? Wie verhalten sie sich, wenn man sie übereinanderlegt? Welche Techniken kann man anwenden und wie unterscheiden sich ihre Resultate?

Einen großen Teil der Farbenlehre ist theoretischer Natur. Das heißt, du kannst dir das Wissen relativ mühelos durch Fachartikel aneignen.

Die Farbwirkungen und das Zusammenspiel verschiedener Farben muss allerdings erprobt werden. Welche Medien kann man mischen, wie unterscheiden sich die Farben bei einer Nass-in-Nass-Mischtechnik von denen einer Nass-auf-Trocken-Schichtung.

Auch wichtig ist die Kenntnis darüber, wie du verschiedene Farbtöne einer Farbfamilie erzeugen kannst, um Schattierungen zu malen. Welche Töne mischt man in welchen Mengen miteinander, um das gewünschte Resultat zu erhalten?

Hier gilt es, sich mit deinem Material vertraut zu machen und die Grundlagen der Malerei aus erster Hand zu erfahren.

Sehen und Wahrnehmen lernen

Um sich jedoch als Künstler zu verbessern, musst du einige grundlegende Prinzipien beherrschen. Die größten Hindernisse für Anfänger sind die technischen Aspekte der Malerei. Der Schlüssel zum Überwinden dieses Hemmnisses ist das richtige Sehen.

Wenn wir uns Dinge ansehen, erstellt unser Gehirn einfache Verknüpfungen, um Informationen in kürzester Zeit bereitzustellen. Wenn du dir einen Apfel ansiehst, erkennt dein Gehirn das Obst und liefert dir Informationen aus bisherigen Erfahrungen mit dem Apfel.

Einfach eine runde grün-rote Frucht zu malen, wäre jedoch kein gutes Kunstwerk. Künstler haben gelernt, diese sensorischen Verknüpfungen zu ignorieren und ihre gesamte Aufmerksamkeit der Betrachtung des Objekts zu widmen. Deshalb sind Künstler so gut darin, die Dinge, die sie malen, präzise und detailreich einzufangen, anstatt Annahmen anhand vergangener Erfahrungen abzubilden.

Das Erlernen des richtigen, genauen Sehens erleichtert dir die technische Umsetzung deines Bildes.

Weitere Schritte auf dem Weg der Malerei

Sobald Künstler die Welt um sich herum betrachten und wahrnehmen, was sie sehen, ist das Auftragen dieser Inhalte auf den Malgrund der nächste Schritt.

Die theoretischen Grundlagen

Es gibt verschiedene Methoden, die ein Künstler erlernen kann, um seine Gemälde zu verfeinern, wie Komposition, Farbgebung und Grundkenntnisse des Handwerks. Eine der wichtigsten – und meist schwierigsten – Fähigkeiten ist das Beherrschen der perspektivischen Darstellung. Die exakte Nachbildung der vielschichtigen, dimensionalen Welt auf einem quasi zweidimensionalem Maluntergrund hält selbst erfahrene Künstler auf.

Um Bilder der Umwelt realistisch wirken zu lassen, müssen Künstler ihrer Arbeit Tiefe und Distanz einhauchen. Um diese Aufgabe zu bewältigen, stehen dem Maler nur Linien und Farben zur Verfügung, um das gemalte Abbild der Wirklichkeit real aussehen zu lassen.

Übung macht den Meister

Die gute Nachricht ist, dass diese Fähigkeiten erlernt werden können. Die schlechte Nachricht ist, dass es Zeit braucht. “Übung macht den Meister” ist zwar ein ein wenig frustrierendes Sprichwort, aber universell anwendbar auf alle Fähigkeiten, die es wert sind, zu lernen. Wäre jeder Künstler nach einem Tag des Übens ein Meister seines Fachs, wäre diese Fähigkeit nicht so begehrt, wie sie es nach wie vor ist.

In der Moderne geht es bei der Kunst weniger um technisches Können als vielmehr um eine eigenständige und persönliche Sichtweise auf die Welt. Konzeptuelle und abstrakte Kunst ist genauso wertvoll wie traditionelle “realistische” Malerei.

Kann jeder malen lernen?

Malen lernen

Malen oder zeichnen zu können, ist eines der größten Freuden unseres Lebens. Häufig jedoch betreiben nur diejenigen, die glauben, kreativ zu sein, dies tatsächlich als Hobby. Viele an der Kunstinteressenten denken nämlich, dass die kreative, schöpferische Ader angeboren sei. Entweder man kann malen, oder man kann es eben nicht, hört man häufig.

Wie viel an diesem Glaubenssatz dran ist, finden wir in diesem Artikel heraus. Wenn du malen lernen willst, dir aber unschlüssig bist, ob du dazu überhaupt in der Lage bist und wie du anfängst, bist du hier genau richtig.

Was hält dich auf?

Als Kinder malen und zeichnen wir die ganze Zeit. Wir genießen die Möglichkeit zur Selbstdarstellung und sind vom Endergebnis nicht beeinträchtigt. Als Erwachsene haben wir viel mehr Angst vor dem Malen. Wir sind gehemmter geworden, und psychologische Barrieren sind in der Regel die Ursache. Der kreative Fluss scheint durch die Schule, die Jugend und die endgültige Einführung in die Gesellschaft im Zuge des Berufseinstiegs unterbunden worden zu sein.

Antwort 1 : Ich kann nicht malen!

Unsere erste Begegnung mit der pädagogischen Kunsterziehung machen wir oft schon in der Grundschule und in dieser Zeit entscheiden die meisten, dass sie nicht gut in Kunst sind. In diesen Jahren verlieren wir den Glauben an unsere Fähigkeiten und versuchen nicht mehr, zu zeichnen oder zu malen. Wir verlieren das Vertrauen, das wir damals als Kind hatten.

Diese Wahrnehmung kann sich später noch verfestigen, auch wenn wir Kunst weiterhin erschaffen, da wir uns oft unrealistische Ziele setzen. Der Versuch, Bilder zu malen, die über unsere Fähigkeiten hinausgehen, überzeugt uns davon, dass wir kein Talent haben und wir aufgeben.

Antwort 2: Ich bin einfach nicht kreativ

Eine weitere psychologische Hürde ist der Glaube, dass man von Geburt an künstlerisch bzw. kreativ ist oder eben nicht. Bei der Kreativität geht es in Wirklichkeit darum, sich mit der Welt auseinanderzusetzen und zu versuchen, auszudrücken, was man davon hält.

Am Anfang haben viele das Gefühl, dass sie nicht wissen, was sie zeichnen oder malen sollen. Wenn du nicht weißt, was du malen sollst, dann male Dinge, die dir gefallen oder die dir wichtig sind. Viele Maler malen Landschaftsbilder ihrer Umgebung und Porträts von Familie und Freunden, um einen Einstieg in die Kunst zu finden.

Sich weniger Sorgen um das finale Ergebnis zu machen und den Prozess des künstlerischen Schöpfens zu genießen, ist der beste Ratschlag für einen angehenden Künstler, dem der Mut fehlt.

Realistische oder abstrakte Kunst

Abstrakte Kunst Beispiel

Wenn du die Technik der naturalistischen Darstellung nicht beherrschst, ist es dann nicht einfacher abstrakte Kunst zu schaffen, die hauptsächlich aus Spritzern und Tropfen zu bestehen scheint? Eine häufige Kritik an Abstrakter Kunst ist schließlich die, dass sie kein Talent erfordere.

Der Name, der üblicherweise erwähnt wird, um diese Ansicht zu untermauern, ist Jackson Pollock – wegen seiner Technik, Farbe auf seine Leinwände zu spritzen und zu tropfen.

Während die abstrakte Kunst die Maler von den Beschränkungen der präzisen Erfassung der Realität befreit, ist es wichtig zu beachten, dass die Mehrheit der berühmten abstrakten Künstler – einschließlich Pollock – die gleiche umfassende formale Kunstausbildung absolviert hat wie andere traditionelle realistisch malende Künstler.

Die Stile und Techniken, die in der abstrakten Kunst eingesetzt werden, wurden neben den typischeren künstlerischen Fähigkeiten entwickelt. Aber nicht, um einen Mangel der traditionellen Fertigkeiten zu wettzumachen. Abstrakte Kunst sollte nicht als die “einfachere” Option der beiden betrachtet werden.

Die Freude und Schönheit der Kunst besteht darin, dass es sich um eine Reise handelt, die ein Leben lang andauert, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Fähigkeiten. Vielleicht bist du noch nicht da, wo du sein möchtest, du kannst das malen aber lernen und dein Ausgangsstadium verbessern.

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