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Gemälde

Mona Lisa del Prado – Das Mona Lisa Double in Madrid

Mona Lisa del Prado

Dieses interessante Porträt wurde erstmals 1666 im Inventar der Galleria del Mediodia del Alcazar als "Mujer de mano de Leonardo Abince" erwähnt. Die heute als Mona Lisa del Prado bekannte Darstellung der Dame unterscheidet sich auffallend von den anderen Varianten.

Die junge Dame verbreitet einen Hauch von Melancholie: Die Hauttöne ihres Gesicht und die der rechten Hand sind fein gemalt, aber stehen in keinem Vergleich zur Sfumato-Technik von Leonardo. Wie bei anderen Versionen deutet auch hier das Vorhandensein der Rüschenkante an der Oberseite ihrer Korsage darauf hin, dass dieses Detail wahrscheinlich einmal in Leonardos eigenem Werk zu sehen war.

Mona Lisa Vergleich

Bemerkenswert in diesem Gemälde ist auch die Klarheit, mit der die Transparenz des dünnen Schleiertuchs wiedergegeben wird, die das leuchtende Rot der Ärmel betont. Bestimmte andere Elemente des Gemäldes wurden wunderschön wiedergegeben, befinden sich aber selbstverständlich nicht ganz auf Leonardos Niveau.

Restaurierung und neue Erkenntnisse

Die Mona Lisa del Prado wurde vor einigen Jahren in Madrid einer umfassenden Restaurierung unterzogen. Im Januar 2012 wurden die Ergebnisse dieser Reinigung und Restaurierung des Hintergrunds offengelegt und den internationalen Fachmedien zur Verfügung gestellt.

Die Ergebnisse enthüllten den bis dato schwarzen Hintergrund, der eine Landschaft und eine Brüstung verbarg, die von den Kanten der Säulen flankiert war, ähnlich denen der Da Vinci 'Mona Lisa'. Was die Kunstwelt jedoch noch mehr begeisterte, war die Entdeckung von Ähnlichkeiten in der Untermalung zwischen diesem Werk und dem Louvre-Porträt durch Infrarot-Reflektographie.

Diese faszinierenden Erkenntnisse, gepaart mit dem ausgezeichneten Erhaltungszustand, zeigen die Originalfarben des Prado-Gemäldes. Es gibt jedoch keine eindeutigen Beweise dafür, dass Leonardo selbst eine ähnliche Palette für die "Mona Lisa" im Louvre verwendet hatte. Diese beiden Porträts sind völlig unterschiedlich und wurden auf Holztafeln aus verschiedenen Baumarten gemalt.

Informationen, die zuvor vom Prado im Jahr 2010 zur Verfügung gestellt wurden, deuten darauf hin, dass das Porträt wahrscheinlich gemalt wurde, bevor Leonardo Italien nach Frankreich verließ, was bedeutet hätte, dass es um 1516 im Raum Rom gemalt worden sein könnte. Nach der jüngsten Restaurierung und der damit verbundenen Öffentlichkeitsarbeit, wurden viele neue Theorien über die Entstehung und den Stand entwickelt.

Welcher Urheber steckt hinter der Mona Lisa del Prado?

Es gab nie einen Anhaltspunkt dafür, dass die Prado-Kopie von Leonardo gemalt wurde. Bruno Mottin, ein führender Konservator, soll geglaubt haben, dass das Gemälde wahrscheinlich von einem von Leonardos Lieblingslehrlingen, wie zum Beispiel Melzi, gemalt wurde. Es gilt als gesichert, dass es ein Schüler Leonardos gemalt haben musst, der während der Entstehungszeit des Originals in dem Atelier anwesend war, da die Untermalungen so gleich sind.

Francesco Melzi

Giovanni Boltraffio, Portrait des Francesco Melzi. 1496–1498

Es ist trotzdem unklar, welche weiteren Informationen über die Mona Lisa des Louvre durch die Mona Lisa del Prado geliefert werden könnten. Über Jahrzehnte hinweg durchgeführte Tests am Louvre-Gemälde sind gut dokumentiert: Alles, was über die Prado-Kopie bekannt ist, ist, dass eine Beschichtung mit schwarzer Farbe entfernt wurde, um den Hintergrund zu enthüllen.

Was das Gemälde angesichts der jüngsten Erkenntnisse und Gutachten möglicherweise vermuten lässt, ist, dass es quasi zeitgleich mit der Mona Lisa im Louvre entstanden sein muss. Dies lässt Rückschlüsse darauf zu, dass das Gemälde in der Phase zwischen 1513-16 in Rom entstanden sein muss, als Leonardo dort eine permanente Werkstatt eingerichtet hatte.

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