Malerei

Notre-Dame in der Kunst – Ein Lauf durch die Jahrhunderte

Notre-Dame in der Kunst Hero

Die Kathedrale Notre-Dame ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen von Paris, gar von ganz Frankreich. Die prächtige mittelalterliche Kathedrale, die Mitte des 14. Jahrhunderts nach fast 200 Jahren Bauzeit fertiggestellt wurde, hat in ihrer rund 850-jährigen Geschichte viel erlebt.

Trauriger Höhepunkt der bewegten Historie dieses epochalen Bauwerks war der Brand des Dachstuhls von Notre-Dame am Abend des 15. Aprils. Um Unsere Liebe Frau zu würdigen , sehen wir uns verschiedene Darstellungen der Notre-Dame in der Kunst an. In diesem Artikel findest du einige bekannte Künstler, die sich im Laufe der Jahrhunderte von der Kathedrale haben inspirieren lassen.

Begeben wir uns auf eine Zeitreise durch die Geschichte, wie Notre-Dame in der Kunst von den führenden Kreativen des Mittelalters bis hin zu den Meistern der Moderne dargestellt wurde.

Jean Fouquet, ein Meister des Mittelalters

Die rechte Hand Gottes

Jean Fouquet, Die rechte Hand Gottes Schutz der Gläubigen gegen die Dämonen, um 1452 - 60

Im mittelalterlichen Europa bedienten sich die Künstler vor allem der religiösen Ikonographie, die sich in drei Kunstformen konkretisierte: Altargemälde, Tafelbilder und illustrierte Manuskripte. Jean Fouquet, ein französischer Künstler des 15. Jahrhunderts, beherrschte alle drei Formen dieser Kunst, weshalb er zu einem der bedeutendsten Künstler im Übergang von der Spätgotik in die Frührenaissance wurde.

Fouquet ist bekannt für seine Liebe zum Detail. Diese Fähigkeit zeigt sich besonders in Die rechte Hand Gottes Schutz der Gläubigen gegen die Dämonen. Mit einer Größe von nur 19,4 x 14,6 cm zeigt dieser Ausschnitt aus Stundenbuch des Étienne Chevalier eine genaue Darstellung des mittelalterlichen Paris, das von der damals "nur" 115 Jahre alten Notre-Dame bestimmt wird.

Israël Silvestre, ein königlicher Kupferstecher

Israël Silvestre

Israël Silvestre, Isle de la Cité with Notre Dame, Wellcome Collection

Im 17. Jahrhundert arbeitete Israël Silvestre als Maler und Kupferstecher für den französischen König. In einer Werkstatt im Louvre war es eine der Hauptaufgaben von Silvestre, die Sehenswürdigkeiten in und um Paris zu dokumentieren.

Bis zu seinem Tod schuf er über 1.000 Kupferstiche. Während die meisten dieser Arbeiten den Palast von Versailles aus verschiedenen Perspektiven, sowie andere königliche Einrichtungen zeigen, bildete er die Kathedrale Notre-Dame in seiner Kunst auch mehr als nur einmal ab.

Jacques-Louis David und die Kaiserkrönung

Jacques-Louis David, Le Sacre de Napoléon, 1805–1807

Jacques-Louis David, Le Sacre de Napoléon, 1805–1807

Obwohl die meisten Künstler die berühmte Fassade von Notre-Dame in ihren Werken präsentierten, ließ sich Jacques-Louis David vom Inneren der Kathedrale inspirieren. In Le Sacre de Napoléon zeigt David die Kaiserkrönung Napoleons I., die in Notre-Dame vollzogen wurde. Das monumentale Gemälde misst in der Breite fast 10 meter und hängt heute im Louvre in Paris.

Wer hätte etwas anderes erwartet? Natürlich wurde das Stück von Napoleon selbst bei dem Künstler in Auftrag gegeben. Das Gemälde verdeutlicht den prunkvollen Charakter dieser überzogenen Zeremonie, die an die Wandlung des militärischen Herrschers in einen von Gott gesandten Kaiser von Frankreich erinnern sollte.

Notre-Dame in der Kunst des Impressionismus

Notre-Dame in der Kunst Hassam

Childe Hassam, Notre Dame Cathedral, Paris, 1888

Im 19. Jahrhundert kam in Paris der Impressionismus auf. Mit dem Fokus auf die Aufnahme kurzlebiger Impressionen aus ihrer Umgebung dokumentierten impressionistische Künstler oft den Alltag in ihren Bildern. 

Während viele der in dieser Zeit entstandenen Werke die idyllische französische Natur zum Thema haben, fand der amerikanische Impressionist Childe Hassam oft in Städten seine Inspiration. Auf einer seiner Reisen nach Paris hielt er diesen kraftvollen Eindruck der Kirche Notre-Dame fest.

Maximilien Luce und sein Punktbilder der Notre-Dame

Notre-Dame in der Kunst – Ein Lauf durch die Jahrhunderte

Maximilien Luce, Die Uferstraße von Saint-Michel und Notre- Dame, 1901

Der Pointillismus zeichnet sich durch kleine, bunte Punkte aus, die ab einer gewissen räumlichen Distanz zur Bildoberfläche optisch miteinander verschmelzen und ein Motiv ergeben. Während die Bewegung vor allem mit den Pionieren Georges Seurat und Paul Signac in Verbindung gebracht wird, sind sie nicht die einzigen Künstler, die sich dem Pointillismus widmeten.

Das Augenmerk des in Paris lebenden Malers Maximilien Luce lag auf Details und der kohärenten Verwendung der Farbe. Besonders deutlich wird dies in seiner Notre-Dame-Serie, deren Gemälde die gefragtesten Arbeiten des Künstlers sind.

Matisses Interpretationen der Kirche im Wandel der Zeit

Notre-Dame in der Kunst – Ein Lauf durch die Jahrhunderte

Henri Matisse, Ansichten von Notre-Dame, 1900, 1902 und 1914

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schuf Henri Matisse mehrere Gemälde der Kathedrale Notre-Dame. Das Wahrzeichen konnte er sogar von seinem Pariser Atelier aus sehen.

Die Darstellung von Notre-Dame in der Kunst von Matisse variieren in ihrem Stil, anhand dessen man die Entwicklung des Künstlers gut nachvollziehen kann.

Edward Hopper und seine Reisen nach Paris

Die Mehrheit der Gemälde von Edward Hopper beschäftigt sich mit dem modernen Leben in der großen amerikanischen Metropole New York City. Doch schon früh in seiner Karriere fand Hopper Inspiration in Paris.

Seine idyllische Wahrnehmung von Paris zeigt sich in Notre Dame de Paris und anderen Gemälden, die zwischen 1906 und 1910 entstanden sind - einer Zeit, in der er mehrere Reisen in die französische Hauptstadt unternahm.

Picassos (qualmende?) Notre-Dame von 1954

Der in Spanien geborene Pablo Picasso verbrachte die meiste Zeit langen Karriere in Frankreich. Wie viele seiner Zeitgenossen der Moderne teilte er seine Zeit zwischen Südfrankreich und Paris, wo er im Jahr 1954 das bekannte Gemälde Notre-Dame de Paris malte.

Das Gemälde verdeutlicht seine geniale Herangehensweise an die Landschaftsmalerei, die er vorwiegend in seinem Frühwerk praktizierte.

Viele Betrachter sind von dem Gemälde Picassos heute so verblüfft, da es tatsächlich danach aussieht, als würde Rauch aus der Kathedrale aufsteigen.

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