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MalereiZeichnung

9 Tipps im Umgang mit der Pastellkreide

Die wichtigsten Tipps, um schöne Pastellbilder zu malen

Pastellkreide BeispielFoto: Ivailo Nikolov / shutterstock.com

1 – Berücksichtige die Oberfläche

Die Oberfläche, für die du dich entscheidest, ist die Grundlage des Stückes. Obwohl oft übersehen, beeinflusst die Oberfläche oder das Papier, an dem du arbeitest, stark den Erfolg der Arbeit.

Wie andere Zeichenpapiere sind auch Pastellpapiere in einer Vielzahl von Farben und Oberflächenstrukturen erhältlich. Die Arbeit auf einer getönten Oberfläche ermöglicht es dem Künstler, näher an der Mitte der Werteskala zu beginnen und die Farben dunkler oder heller zu verschieben. Dies gibt dem Künstler ein sofortiges und präziseres Feedback über den Kontrast der aufgetragenen Farbe.

Die Farbtönung des Papiers wird oft durch die finale Zeichnung durchscheinen gelassen, um die Gesamttemperatur des Bildes und den Kontrast der Farben zu beeinflussen.

Die Textur des Papiers spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für das fertige Erscheinungsbild der Arbeit. Glatte Oberflächen mit einer besseren Kontrolle der Wert- und Farbabstufungen sind jedoch begrenzt, da nur wenige Schichten in dieser Form auf die Oberfläche gebracht werden können.

Mittelgrobe Texturen ermöglichen eine höhere Anzahl von Lagen, aber einige Künstler finden es schwierig, Details bereits in der frühen Phase des Malprozesses zu entwickeln. Aber sobald einige wenige Schichten der Pastellkreide vorhanden sind, können Details leicht ausgearbeitet werden.

Oftmals beeinflussen das Motiv und die Farben innerhalb der Szene das gewählte Papier. Es gibt keine Regeln, welche Farben oder Texturen “am besten” sind. Wenn du jedoch Kontrast bevorzugst, wähle eine Papierfarbe, die sich in der Farbtemperatur von deinem Motiv unterscheidet. Wenn du auf Harmonie aus bist, dann wähle eine Papierfarbe, die der Farbtemperatur deines Motivs entspricht.

2 – Farben übereinanderlegen

Pastellkreide Beispiel
Foto: Ivailo Nikolov / shutterstock.com

Da Pastelle so eng mit den Medien fürs Malen verwandt sind, können die Kreiden mit der gleichen Denkweise angegangen werden. Wie bei opaken Malmedien können Farben über frühere Aufträge geschichtet werden, entweder indem sie vollständig abgedeckt werden oder indem Farbflecken durchscheinen.

Schichtung führt oft zu Komplexität in der Farbe, was die Farben natürlicher und überzeugender erscheinen lässt. Natürlich vermischen sich die Farben durch die Überlagerung miteinander – entweder optisch oder durch Vermischung. Wenn Farben gemischt werden, bringen sie Abwechslung und Interesse in die Arbeit.

Erwarte aber nicht, dass eine einzige Farbe schon ausreicht, um die Komplexität der Realität abzubilden. Du wirst dich darin üben müssen, mehrere Schichten übereinanderzulegen, um einen vollendeten und natürlichen Look zu erhalten.

3 – Lerne die Farbmischung

Wie wir gerade erwähnt haben, führt die Überlagerung von Farben auf natürliche Weise zum Vermischen und Verblenden von Farben, was wiederum essenziell für ein kräftig wirkendes Bild ist. Bei Pastellfarben erfolgt das Mischen auf der Oberfläche statt auf einer Palette. Farben können gemischt werden, indem man Farben übereinander schichtet, sie mit dem Finger mischt oder mit einer sogenannten Estompe verschmiert. Das Mischen tritt auch dann auf, wenn unvermischte Striche über frühere Schichten gelegt werden, was zu einer optischen Farbmischung führt.

Anstatt nach dem hergestellten “Grün” zu greifen, versuche es zuerst durch Mischen von Gelb und Blau selbst zu erzeugen. Du kannst die Farbe jederzeit mit dem hergestellten “Grün” intensivieren, wenn dein gemischtes “Grün” nicht ganz deinen Vorstellungen entspricht.

4 – Details Stück für Stück herausarbeiten

Bei vielen Farbmedien müssen die Details bereits frühzeitig ausgearbeitet werden, damit sie ihre farbliche Strahlkraft beibehalten, anstatt auszugrauen und stumpf zu wirken. Bei Pastellkreide ist das anders. Du kannst die Details zu einer späteren Zeit ausarbeiten, ohne dass die Kreidefarbe matt und kraftlos wirkt. Selbstverständlich lohnt es sich, mit ein paar Detailstudien anzufangen und eine Skizze auf dein Malpapier zu bringen, bevor es losgeht.

Die Zeit zu Beginn einer neuen Arbeit sollte am besten damit verbracht werden, die Töne und die Farben des Motivs herauszuarbeiten. Große Farbflächen werden aufgetragen, damit du sie später ausarbeiten kannst. Wenn die zugrundeliegende Farbe bereits aufgetragen wurde, kannst du die Details auf die Oberfläche auftragen und die grob gehaltenen Farbflächen genauer definieren.

Lass dich zu Beginn nicht von den Details eine Motivs überwältigen. Bei Pastellkreiden wird die Arbeit mit der Zeit immer besser – du brauchst beinahe keine Angst haben, dass ein tristes, dumpfes Bild malst.

5 – Bleibe locker und arbeite zügig

Pastellkreide können schnell aufgetragen werden, um in kurzer Zeit große Farbflächen zu entwickeln. So kann der Künstler in der Anfangsphase eines Werkes schnell und locker einzelne Farbfelder entwickeln. Details und Verfeinerungen können im Laufe der Entwicklung des Bildes ausgearbeitet werden, aber “locker und schnell” zu bleiben, kann dem Künstler helfen, Ergebnisse in den frühen Phasen zu sehen.

6 – Einfach mal locker lassen

Es ist üblich, dass eine lockere Malweise aus dem Handgelenk oder dem Ellenbogen geschieht. Versuche, eine schwungvolle Bewegung auszuüben, anstatt dich in deinem Handgelenk zu verkrampfen. Wenn du so schnell so viel Farbe wie möglich auf die Oberfläche bringst, dann trainierst du dich darin, dich nicht zu versteifen. Ein Element des Zufalls schadet nicht, solange es im angemessenen Maße angewendet wird.

7 – Bleibe geduldig

Dieser Tipp steht nicht im Widerspruch zu dem vorigen. Hier geht es darum, dass ein komplettes Werk Geduld benötigt, um es konzentriert zu Ende zu malen. Auch wenn du die ersten Schichten umkompliziert malen kannst, wirst du gerade bei den Feinheiten viel Konzentration benötigen.

Im übergeordneten Sinne ist es auch wichtig zu bedenken, dass deine künstlerische Reise ebenfalls sehr viel Zeit benötigen wird. Deine Talente arbeitest du nicht von heute auf morgen aus, sondern dafür bedarf es viel Zeit und noch mehr Geduld, auch wenn es einmal nicht so aussieht, als würdest du signifikante Fortschritte erzielen.

8 – Benutze Pastellstifte für Details

Pastellstifte
Foto: happy window / shutterstock.com

Pastellkreiden werden in der Regel als sperrige Blöcke hergestellt. Während Details mit Pastellstiften auf hohem Niveau ausgearbeitet werden können, ist es für einige Künstler schwierig, dies zu tun. Wenn dies auf dich zutrifft, dann wirst du feststellen, dass Pastellstifte eine geeignete Lösung sind.

Pastellstifte bestehen, wie der Name der schon verrät, aus demselben Pastellkreidestaub, der allerdings in einer Holzfassung eingeschlossen ist. Dadurch kannst du äußerst präzise Arbeiten und mit der Spitze selbst die feinsten Farbflächen ausmalen.

9 – Verzichte auf reines Schwarz weitestgehend

Schwarz ist die intensivste Farbe, die uns zur Verfügung steht. Wenn du zu viel Schwarz verwendest, verliert das Bild seine Wirkung – es scheint flach und unnatürlich. Da Pastellkreide ohnehin schwer zu bändigen ist, solltest du es nicht mit schwarzer Farbe auf die Spitze treiben.

In den meisten Fällen ist es besser, ein sehr dunkles grau anstatt schwarz zu verwenden. Lässt es sich nicht vermeiden, solltest du nur kleine Flächen mit Schwarz malen, um dort die Highlights zu setzen.