Malerei

Peter Paul Rubens – Biografie, bekannte Werke und künstlerisches Vermächtnis

Peter Paul Rubens, Selbstporträt, 1623Peter Paul Rubens, Selbstporträt, 1623

Der am 28. Juni 1577 geborene flämische Künstler Peter Paul Rubens war einer der produktivsten Künstler der europäischen Barockkunst.

Zu seinen Auftraggebern gehörten Königshäuser ebenso wie die Kirche. Seine Kunst stellt Themen aus Religion, Geschichte und Mythologie dar. Stilistisch kombinierte Rubens die Techniken der Renaissance mit einer energiereichen Pinselführung und einem lebendigen Realismus, was wiederum stilbildend für die Kunst des Barocks war.

Biografie von Peter Paul Rubens

Frühe Jahre und künstlerische Ausbildung

Peter Paul Rubens wurde am 28. Juni 1577 im westfälischen Siegen (damals Flandern zugehörig) als eines von sieben Kindern eines wohlhabenden Anwalts geboren.

Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1587 zog die Familie nach Antwerpen in die spanische Niederlande, wo der junge Rubens seine künstlerische Ausbildung erhielt. Er diente als Lehrling bei mehreren führenden Künstlern seiner Zeit und wurde 1598 in die Antwerpener Berufszunft der Maler aufgenommen.

Frühwerk und Reisen durch Europa

Im Jahr 1600 reiste Rubens nach Italien, wo er Werkre von Meistern der Renaissance wie Tizian, Tintoretto, Raffael und Michelangelo sah. Kurze Zeit darauf beauftragte Vincenzo I. Gonzaga, Herzog von Mantua, ihn als Hofmaler, um Porträts der adeligen Bekanntschaften zu malen. 

Rubens wurde nach Spanien, nach Genua in Italien und dann zurück nach Rom geschickt. Als begabter Geschäftsmann und hochbegabter Künstler erhielt Rubens in dieser Zeit erste Aufträge für religiöse Werke für Kirchen und Porträts für private Auftraggeber.

Durchbruch in Antwerpen

Rubens kehrte 1608 nach Antwerpen zurück, wo er Isabella Brant heiratete und sein eigenes Atelier mit einer Reihe von Assistenten errichtete. Er wurde zum Hofmaler des Erzherzogs Albert und der Erzherzogin Isabella ernannt, die im Auftrag Spaniens die südlichen Niederlande regierten. In einer Zeit des sozialen und wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Krieg stockten die wohlhabenden Antwerpener Kaufleute ihre privaten Kunstsammlungen auf.

Auch die kirchliche Gemeinschaft vor Ort hatte einen hohen Bedarf nach neuen Kunstwerken. Rubens erhielt den prestigeträchtigen Auftrag, zwischen 1610 und 1614 zwei große religiöse Werke für die Antwerpener Kathedrale zu malen. Das Ergebnis waren "Kreuzaufrichtung" und "Kreuzabnahme", wobei vor allem letzteres als Meisterwerk Rubens, sowie als Paradebeispiel der Barockmalerei gilt.

Peter Paul Rubens, Die Kreuzabnahme, 1614

Peter Paul Rubens, Die Kreuzabnahme, 1614

Spätwerk von Rubens

Nach dem Tod seiner Frau Isabella im Jahre 1626 reiste Rubens mehrere Jahre lang und verband seine künstlerische Karriere mit diplomatischen Besuchen in Spanien und England.

Nach seiner Rückkehr nach Antwerpen heiratete er seine zweite Frau Helena Fourment. Seine Darstellung "Rubens, seine Frau Hélène Fourment (1614–1673) und eines ihrer Kinder" zeugt von seinem häuslichen Glück mit seiner Frau und seinem Sohn.

Peter Paul Rubens, Rubens, seine Frau Hélène Fourment (1614–1673) und eines ihrer Kinder

Peter Paul Rubens, Rubens, seine Frau Hélène Fourment (1614–1673) und eines ihrer Kinder

In den 1630er Jahren schuf Rubens mehrere seiner wichtigsten mythologischen Werke, darunter auch "Das Urteil des Paris".

Peter Paul Rubens, Das Urteil des Paris, um 1636

Peter Paul Rubens, Das Urteil des Paris, um 1636


Künstlerisches Vermächtnis von Peter Paul Rubens

Am 30. Mai 1640 starb Peter Paul Rubens in Antwerpen. Zu diesem Zeitpunkt war Rubens einer der bedeutendsten Künstler Europas. Er hinterließ acht Kinder sowie zahlreiche Ateliergehilfen, von denen einige selbst einen erfolgreichen künstlerischen Werdegang einschlugen. Am bekanntesten ist wohl Anthonis van Dyck, der einige wichtige Barockkunstwerke schuf.

Rubens' Fähigkeit, komplexe Figurengruppen in einer Komposition zu arrangieren und seine Fähigkeit, in großem Maßstab zu arbeiten, waren maßgeblich für seinen kommerziellen Erfolg. Auch wird berichtet, dass seine ausgezeichneten zwischenmenschlichen Fähigkeiten ihn im Umgang mit Auftraggebern überzeugen ließen, weshalb er schon früh zu wichtigen Aufrägen gelangte.

Sein Stil verband die ideale menschliche Form in der Renaissance mit üppiger Pinselführung, dynamischen Posen und einem lebendigen Realismus. Seine Vorliebe für die Darstellung kurvenreicher Frauenkörper hat den Begriff der "Rubensfigur" geprägt.

Peter Paul Rubens, Ankunft der Maria de' Medici in Marseille, 1622-1625

Peter Paul Rubens, Ankunft der Maria de' Medici in Marseille, 1622-1625