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Malerei

Die besten Pinsel für Acrylfarbe und Ölfarbe

Pinsel für Acrylfarbe

Beim Kauf geeigneter Pinsel für Acrylfarbe oder Ölfarbe kommt es vor allen Dingen auf die folgenden Eigenschaften an:

  • Größe: Für kleinere Farbflächen benötigst du kleinere Pinsel, für größere Flächen größere Pinsel. Die Gesamtgröße (das Format) deines Werks ist bei der Wahl geeigneter Pinsel von zweitrangiger Bedeutung.
  • Material: Naturhaar oder synthetisches Haar? Beide Alternativen werden häufig genutzt. Später in diesem Artikel erfährst du, wozu welche Option besser geeignet ist.
  • Form: Pinsel werden in den aufregendsten Formen angeboten. Einige davon sind nützlich, andere stiften lediglich Verwirrung. Hier erfährst du, welche Pinselform für welche Strichform am besten geeignet ist und welche Striche du in deinem Bild integrieren solltest.

Und genau diesen drei Fragen gehen wir in diesem Artikel zu Malpinseln auf den Grund. Wie groß, welches Material und welche Form sollten deine Pinsel haben?

Der Aufbau eines Malpinsels

Pinsel Aufbau

Ein Pinsel besteht aus einer Menge Einzelteilen. Obwohl das fertige Produkt, das du in den Händen hältst, recht simpel aussieht, steckt einiges an Überlegung in ihnen.

Griffstück

Das Griffstück ist der Teil des Pinsels, an dem du ihn hältst. Meist besteht das Griffstück aus einem lackierten Holz oder Kunststoff.

Die Länge des Griffstücks entscheidet zu großen Teilen über die Gesamtlänge des Pinsels. Es gibt sie von kurz bis sehr lang, wobei die meisten Künstler eine mittelkurze bis mittlere Länge bevorzugen, da sie eine ausgewogene Balance haben.

Haare oder Borsten

Die Haare oder Borsten saugen die Farbe auf und halten sie, bis sie auf den Malgrund gestrichen wird.

Pinselhaar kann synthetisch hergestellt werden oder aus Tierfell geformt werden. Meist handelt es sich dabei um Nebenprodukte der Pelzindustrie, die die besonders feinen Haare benötigen. Borsten stammen gewöhnlicherweise vom Schwein und können auch hierzulande als Nebenprodukt der Tierzucht verwertet werden.

Haarpinsel eignen sich besser für weiche Farbübergänge mit geringer Sichtbarkeit der Pinselführung. Die Borsten sind hingegen besser für einen pastösen Farbauftrag mit sichtbarem Pinselstrich geeignet.

Ferrule

Die Ferrule (deutsch: Zwinge) verbindet das Griffstück mit den Haaren. Eine kleine Riffelung oder eine Klemme fixiert die Ferrule am Griff. An den Haaren wird die Ferrule zusammengepresst, um die Haare sicher zu halten.

Eine gute Ferrule rostet auch nach vielen Jahren nicht und löst sich nicht vom Griff. Der Übergang zwischen Ferrule und Pinselhaar ist insofern wichtig, dass er regelmäßig von Farbresten befreit werden muss, die sonst die Pinselhaare erstarren und ausfallen lassen.

Pinselgröße

Malpinsel Größe

Die Faustregel gilt nach wie vor: Kleine Pinsel für genaues Arbeiten, Größere Pinsel für flächigeres, schnelles Arbeiten mit wenigen Details.

Die Größe eines Pinsels wird stets mit einer Nummer angegeben, die sich darauf bezieht, wie dick das Haarbüschel an der Ferrule ist. Gängige Größen starten mit 0 oder 1 als kleinsten Pinsel und werden kontinuierlich größer, je größer die Nummer.

Das Schlechte an diesem System ist, dass jeder Hersteller eine unterschiedliche Größenskala für ihre Pinsel anwendet. Auch, wenn die Hersteller sich weitestgehend angeglichen haben, lässt sich diese Angabe verschiedener Hersteller nur schwer vergleichen, wenn du keine Referenzwerte des Herstellers kennst.

Abgesehen von der aufgedruckten Zahl, die den Durchmesser des Haarkopfs angibt, spielen die Maße des Griffstücks die wichtigste Rolle.

Länge, Dicke und Form des Griffstücks entscheiden darüber, wo sich der Schwerpunkt des Pinsels befindet, der wiederum auf die natürliche Griffposition am Pinsel Einfluss hat.

Haare oder Borsten

Grundsätzlich eignen sich Haarpinsel besser für weichere Übergänge, ungenauere Pinselstriche und eine weichere Pinselführung. Borstenpinsel sind besser für harte Texturen und schnelle Pinselführung mit sichtbaren Übergängen. Für Acrylfarben eignen sich sowohl Haar- als auch Borstenpinsel. Ölfarben werden hingegen meist mit Borstenpinseln oder Palettenmesser verstrichen, da ihre Konsistenz so dickflüssig ist.

Welcher Pinsel für die Acrylmalerei der richtige ist, hängt auch vom Material selbst ab. Natürliches Haar saugt tendenziell die Farbe stärker in die Fasern ein, während synthetische Haare aus Nylon die Farbe in ihrer Gesamtheit aufnimmt, aber nicht in die einzelnen Fasern einziehen lässt. Synthetische Pinsel eignen sich am besten für ganz weiche Pinselstriche, wie sie in der Aquarellmalerei üblich sind.

In der Acrylmalerei hast du hingegen die Qual der Wahl. Sowohl Borsten-, als auch Haarpinsel eignen sich unter Umständen für dein Werk, egal ob sie aus Tierfell hergestellt werden oder von synthetisch fabriziert werden. Am besten hast du eine Auswahl an verschiedenen Pinseln zur Verfügung, um die geplanten Pinselstriche exakt nach deinen Vorstellungen umsetzen zu können.

Pinselformen

Pinselformen

Fächerpinsel

Der Fächerpinsel trägt seinen Namen stolz wegen seines Aussehens. Er sieht aus wie ein Fächer und eignet sich perfekt zum Malen von Gräsern, Bäumen und Sträuchern, wie es Bob Ross stets vorgemacht hat.

Flachpinsel

Die Haarenden des Flachpinsels enden allesamt auf derselben Länge. Die Seiten sind nicht abgerundet, sondern kantig. Ein Flachpinsel eignet sich am besten für eine kraftvolle Pinselführung, mit klar abgegrenzten einzelnen Strichen.

Rundpinsel

Ein Rundpinsel besitzt einen runden Haarzylinder, dessen Ende zu einem Punkt hin ausläuft. Der Standardpinsel schlechthin für die meisten Formen der Malerei.

Katzenzungenpinsel

Der Katzenzungenpinsel wird im Englischen auch Filbert-Pinsel genannt. Der deutsche Name rührt von seiner Form her: Er sieht aus wie eine Katzenzunge. An den Seiten flach, nach vorne hin abgerundet. In gewisser Weise eine Kombination aus Rund- und Flachpinsel, der für seine Vielseitigkeit geschätzt wird.

Schrägpinsel

Die Seiten des Schrägpinsels verlaufen gerade nach vorne. Lediglich die Spitze ist angeschrägt, sodass man mit ihnen besser auf einer Staffelei malt (anstatt eines Flachpinsels).

Detailpinsel

Ein runder Detailpinsel hat kurze Haare, die trichterförmig wie ein Rundpinsel zulaufen. Durch den geringen Durchmesser, die geringe Länge der Haare und eine kurze Ferrule lassen sich diese Pinsel perfekt für feinste Ausarbeiten nutzen.

Darüber hinaus gibt es noch einige Zwischenformen, die auf der Suche nach dem richtigen Pinsel für die Acrylmalerei und die Ölmalerei in Erwägung gezogen werden können.

Palettenmesser

Besondere Erwähnung sollte das Palettenmesser finden, das zwar kein Pinsel ist, aber in jedem Sortiment eines Öl- oder Acrylmalers vorhanden sein sollte. Auch hier gibt es verschiedene Formen, abhängig davon, welche Ergebnisse du dir erhoffst. Am geläufigsten sind die Palettenmesser, die aussehen wie ein Tortenheber in Miniaturformat.

Die richtige Pinselpflege

Pinselpflege

Der beste Pinsel hilft nichts, wenn du dich nicht um ihn kümmerst. Nach jeder Malsession musst du ihn reinigen, damit keine Farbe an den Haaren haften bleibt. Eine trockene Lagerung mit genügend Platz ist wichtig, damit das Material langfristig keinen Schaden erleidet und sich nicht verformt.

Davon einmal abgesehen solltest du dich nun darum kümmern, überhaupt die richtigen Exemplare zu finden. Dazu sehen wir uns die drei eingangs erwähnten Faktoren einmal genauer an.

Fotos: Cafe Racer / Von lim_pix / normallens / Mikhaylovskiy – Shutterstock.com