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Pointillismus
KunstMalerei

Pointillismus – Wie das “Dot-Painting” entstand

Ausschnitt: Paul Signac, 1901

Die Merkmale des Pointillismus und sein Einfluss auf die modernen Dot-Paintings

Merkmale des Pointillismus

In der bildenden Kunst beschreibt der Begriff “Pointillismus” (vom französischen Wort “point” = “Punkt”) eine Technik der Malerei des Neoimpressionismus, bei der Hunderte oder gar Tausende kleine Punkten oder Striche reiner Farbe auf die Leinwand aufgebracht werden, um maximale Leuchtkraft zu erzeugen. Das heißt, anstatt zunächst Farbe auf einer Palette zu mischen und dann die Farbmischung auf das Gemälde aufzutragen, trägt ein Pointillist kleine Punkte reiner, ungemischter Farbe direkt auf das Bild auf. Betrachtet man das fertige Werk im richtigen Abstand, ergeben die Farbpunkte einen intensiveren Effekt, als dies mit herkömmlichen Maltechniken erreicht werden kann.

Der Pointillismus war einer der einflussreichsten Stile der postimpressionistischen Malerei und wurde von postimpressionistischen Malern aus verschiedenen Schulen ausgeführt. Der italienische Divisionismus, angeführt von Vittore Grubicy De Dragon war besonders aktiv.

Einordnung in den Divisionismus und Neoimpressionismus

Streng genommen bezieht sich der Pointillismus nur auf den Farbauftrag auf der Leinwand. Die eigentliche Theorie des visuellen Mischens von Farbpigmenten auf der Leinwand anstatt auf einer Platte wird als Divisionismus bezeichnet. Um die Dinge noch mehr durcheinander zu wirbeln, war der Pointillismus der charakteristische Stil des französischen Neoimpressionismus.

Um es anders auszudrücken: Neoimpressionistische Maler übernahmen die Farbtheorien des Divisionismus und setzten den Farbauftrag des Pointillismus ein, um möglichst strahlende Farben zu schaffen.

Ursprünge des gepunkteten Farbauftrags

Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte
Georges Seurat, Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte, 1884-6

Der Begründer des Pointillismus war Georges Seurat (1859-91), ein Musterschüler an der Ecole des Beaux-Arts in Paris. Als traditioneller und konventionell klassischer Maler lehnte er den Impressionismus ab, einen Malstil, der auf den subjektiven Eindrücken des einzelnen Künstlers beruhte. Stattdessen bevorzugt Seurat eine wissenschaftlichere Methode, die er um 1884 entwickelte und die er Pointillismus nannte.

Basierend auf der wissenschaftlichen Farbtheorie des französischen Chemikers Michel Eugene Chevreul (Gesetz des simultanen Farbkontrasts) und des amerikanischen Physikers Ogden Rood wurde die Methode von den impressionistischen Malern in gewissem Maße angewendet und erst in Seurat systematisch entwickelt.

Seurats wichtigster Schüler war der Impressionist Paul Signac (1863-1935). Der Landschaftsmaler Signac wurde von der wissenschaftlichen Methode des Pointillismus und Divisionismus stark angezogen und wurde nach Seurats Tod im Jahr 1891 zum führenden Repräsentanten des Neoimpressionismus. Neben Ölbildern und Aquarellen entstanden auch eine Reihe von Lithografien, Radierungen und Federzeichnungen, die aus kleinen, mühsam angeordneten Punkten bestehen. Signac, der sich stark für jüngere Künstler innerhalb der postimpressionistischen Bewegung einsetzte, war Berichten zufolge die erste Person, die ein Bild von Henri Matisse gekauft hat.

Die bekanntesten Maler des Pointillismus

Camille Pissarro, Children on a Farm, 1887
Camille Pissarro, Children on a Farm, 1887

Seurat und Signac bleiben die größten Vertreter des Pointillismus. Neben ihnen waren auch der Impressionist Camille Pissarro (1830-1903) aktives Mitglied der Bewegung. Henri-Edmond Cross und Maximilien Luce sind ebenfalls bekannte Künstler des Pointillismus, die Industrie- und Arbeiterszenen darstellten. Andere Künstler, die ferner mit dieser Malweise in Verbindung gebracht werden, sind: Henri Matisse und sogar Van Gogh, der gelegentlich im pointillistischen Stil malte.

Einfluss des Stils auf folgende Generationen

Der Neoimpressionismus hatte einen erheblichen Einfluss auf die nächste Generation, darunter Künstler wie Matisse und Derain. Insbesondere die Orientierung Farbe und ihrer Wirkung sorgte für ein Aufkommen des Fauvismus, sodass sein Rolle auf dem Weg in die moderne nicht unterschätzt werden darf.