Malerei

4 der einzigartig schönen Frauenporträts von Bronzino im Vergleich

Porträts von Bronzino Titelbild

Agnolo di Cosimo (1503-1572), besser bekannt als Agnolo Bronzino oder nur Bronzino, war ein italienischer Maler des Manierismus.

Er lebte und arbeitete in Florenz und wurde der Hofmaler von Cosimo I. de'Medici. Bronzino wurde von Jacopo da Pontormo ausgebildet, der seinen Stil nur bedingt beeinflusste. Seine Bilder sind viel ruhiger und distanzierter als die emotionalen und dramatischen Werke Pontormos. 

Am Hof der Medici konzentrierte er sich vor allem auf Porträts. Einige von ihnen sind beeindruckende Darstellungen von adeligen Frauen seiner Zeit. Sehen wir uns vier dieser Porträts von Bronzino etwas genauer an.

Eleonora di Toledo

Agnolo Bronzino, Eleonora di Toledo mit Sohn, um 1545

Agnolo Bronzino, Eleonora di Toledo mit Sohn, um 1545

Bronzino malte mehrere Porträts von Eleonora di Toledo und sie alle teilen die für seine Hofbilder typische Unnahbarkeit.

Eleonora di Toledo wurde in Spanien als Tochter des Vizekönigs von Neapel geboren, wodurch auch die äußerst kostspielige Kleidung im Gemälde zu erklären ist. Obendrein war sie nicht nur Ehefrau von Cosimo I. de’ Medici, sondern ihr Ehemann betrachtete sie als gleichwertige Partnerin, sodass sie in seiner Abwesenheit als Regentin von Florenz fungierte. Durch ihr geerbtes Reichtum und die Stellung ihres Mannes war sie eine der bedeutendsten Förderinnen der damaligen Kunst.

In diesem Porträt schaut Eleonora dem Betrachter mit einer Zuversicht entgegen, die von Verachtung oder Langeweile geprägt ist. Sie muss uns nichts beweisen. Sie ist reich, schön und Mutter eines Sohnes der Medici, den sie schützend mit ihrer Hand umfasst.

Der tiefblaue Hintergrund bietet gleichzeitig einen starken Kontrast, um die Ausdruckskraft der Dargestellten zu erhöhen und gleichzeitig den Reichtum der Auftraggeber zu unterstreichen.

Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?)

Agnolo Bronzino, Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?), ca. 1533 | CC BY-SA 4.0 Städel Museum, Frankfurt am Main

Agnolo Bronzino, Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?), ca. 1533 | CC BY-SA 4.0 Städel Museum, Frankfurt am Main

Lange Zeit wurde dieses Porträt Bronzinos Meister Pontormo zugeschrieben. Man vermutet, dass die Dargestellte Francesca Salviati war, die nach dem Tod ihres Mannes Piero Gualterotti im Jahr 1533 Ottaviano de' Medici heiratete. Im Jahre 1535 bekam das Paar einen Sohn, Alessandro, der später als Papst Leo XI. in die Geschichtsbücher einging. 

Die vorherrschenden Farben des prächtigen Gewandes der Dame erinnern an das Rot und Weiß des Wappens der Familie Salviati und ihr Ring erinnert an ein Familienwappen der Medici.

Genau wie bei Eleonoras Porträt ist das Kleid äußerst prunkvoll, doch liegt der gestalterische Schwerpunkt mehr auf dem Stoff als auf dem Gold und Silber der Verzierungen. Alle Schmuckstücke und der Rosenkranz sind mit äußerster Liebe zum Detail bemalt.

Laura Battiferri

Porträts von Bronzino

Agnolo Bronzino, Laura Battiferri, ca. 1550

Laura Battiferri war eine Dichterin der Renaissance und Frau des Architekten und Bildhauers Bartolomeo Ammannati sowie eine Freundin von Eleonora di Toledo. Zweifellos begegnete sie Bronzino am Hof. Da Bronzino auch Gedichte schrieb, kann dieses Porträt als Darstellung einer Dichterkollegin angesehen werden. Er verwies mit ihrer Haltung auf das Buch und lenkte unsere Aufmerksamkeit auf das, was ihr am wichtigsten war. Sie entgegnet nicht den Blick des Betrachters, sondern konzentriert sich auf das, was sich unserem Blick entzieht, sowohl im wörtlichen als auch im metaphorischen Sinne.

Angesichts der strengen Farbpalette und der Pose der Dargestellten könnte man geneigt sein, ihr Kleid als verhältnismäßig einfach zu bezeichnen, doch präsentieren sich dem Betrachter bei genauem Hinsehen (vor allem beim Anblick vor Ort) feinste Details des Stoffes. Auch der Kragen ist meisterhaft ausgearbeitet und wird nur noch von der durchschimmernden Qualität des Schleiers übertroffen.

Dennoch kann man im Vergleich zu den beiden zuvor angesprochenen Porträts von Bronzino feststellen, dass das Kleid und der Schmuck der Dame nicht so üppig ist, wie das der adeligen Frauen.

Lucrezia Panciatichi

Agnolo Bronzino, Porträt der Lukrezia Panciatichi, ca. 1545

Agnolo Bronzino, Porträt der Lukrezia Panciatichi, ca. 1545

Lucrezia Panciatichi, geborene Pucci, war die Ehefrau des Florentiner Akademikers Bartolomeo Panciatichi.

Sie schaut dem Betrachter entgegen, doch zeigt ihr Gesicht keine Emotionen. Während sie in stiller Perfektion sitzt, berühren ihre langen Finger sanft das Gebetbuch. Die Sinnlichkeit triumphiert über die Religiosität, da Bronzino den Lichtschein auf ihre hochgekrempelten Ärmel lenkt und jede Farbnuance in ihrem Kleid wiedergibt.

Im Kontrast zum dunklen Hintergrund wirken ihr Hals und ihr Gesicht porzellanartig.

Die Porträts von Bronzino sind Ausdruck der Perönlichkeiten der Dargestellten 

Die Frauenportäts von Bronzino sind nicht nur schön, sondern drücken auch auf beeindruckende Art und Weise die Persönlichkeiten aus, die selbst in einem so formalen Porträtstil zu erkennen sind.