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Gemälde

Das Porträt des Joseph Roulin von Vincent van Gogh

Vincent van Gogh Joseph Roulin

Joseph Roulin arbeitete für eine Postfiliale in der französischen Stadt Arles. Er trug keine Briefe aus, sondern sondern die Post am Bahnhof. 1888 zog Vincent van Gogh nach Arles, eine fünfzehnstündige Zugfahrt von Paris entfernt, in der Hoffnung, dort eine Künstlerkolonie zu gründen.

Der Plan wurde nie verwirklicht, und der Künstler empfand sich einsam und isoliert. Diese Situation wurde durch seine Unfähigkeit, den anspruchsvollen lokalen Dialekt zu sprechen, noch verstärkt.

Beziehung zwischen van Gogh und Joseph Roulin

Joseph Roulin war van Goghs Nachbar; sie lebten in der gleichen Straße und wurden gute Freunde. Der Maler schuf über 20 Porträts von Joseph Roulin und seiner Familie. Das oben dargestellte Gemälde wurde von van Gogh an nur einem Tag gemalt. Anlass des Porträts war die Nachricht, dass Roulin einen besser bezahlten Job in Marseille gefunden hatte.

Einige Kunsthistoriker nehmen an, dass das Gemälde nicht unter direkter Vorlage von Roulin gemalt wurde, sondern das van Gogh es aus seinem Gedächtnis gemalt hat.

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Porträt des Joseph Roulin

Van Gogh fühlte sich von Roulins unverwechselbaren Gesichtszügen, seiner Hingabe an seine Frau und seine Kinder und seiner außergewöhnlichen Freundlichkeit gegenüber ihm inspiriert.

Als van Gogh 1888 nach einem Streit mit Gauguin eine psychotische Episode erlebte, in der er seinen Künstlergefährten bedrohte und dann einen Teil seines eigenen Ohres abschnitt, kümmerte sich Roulin um van Gogh. Er traf ihn in der psychiatrischen Klinik in Arles, wachte über ihn während seiner Zeit in der Anstalt, kümmerte sich um die Korrespondenz mit seiner Familie, um sie von seiner Gesundheit zu überzeugen und bot dem sich erholenden Künstler fortwährend Trost.

In einem Brief an seinen Bruder Theo beschreibt Vincent seinen Freund Joseph als Mann, der nicht bitter, nicht melancholisch, nicht perfekt, nicht glücklich und auch nicht immer vollkommen ehrlich ist. Aber er sei so ein guter Kumpel, so weise, so gefühlvoll und so treu.

Zwischen August 1888 und April 1889 malte van Gogh sechs Porträts von Roulin, in drei von denen Blumen den Hintergrund zierten. Der Briefträger wird in einem fixierten Moment dargestellt, aber ist trotzdem voller Energie. In den Händen, im Gesicht und sogar in den Pinselstrichen der blauen Uniform erkennt der Betrachter einen Mann, der sich bewusst ist, dass er gerade beobachtet wird.

Joseph Roulin

In einem weiteren Brief, den Vincent an Theo schickte, schrieb er, dass ihn ausgerechnet das moderne Porträt am meisten aller Motive begeisterte. Er wollte Männer und Frauen mit einer Zeitlosigkeit malen, wie das das Symbol des Heiligenscheins zu symbolisieren pflegte. Diese Ewigkeit des Subjekts wollte er durch die Ausstrahlung und die Schwingung der Farbgebung zu vermitteln vermögen.

Das Porträt von Joseph Roulin ist ein gutes Beispiel für diese Vorstellung.

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