Malerei

Raoul Dufy – Biografie und bekannte Werke des häufig vergessenen Fauvisten

Raoul Dufy, La Fée Electricité, 1937, Palais de Tokyo ParisRaoul Dufy, La Fée Electricité, 1937, Palais de Tokyo Paris | Foto: Pierre Metivier / Flickr

In den 1870er Jahren legten zukunftsorientierte Künstler in Frankreich die Wogen für die Kunst der Moderne, als sie sich mit Ausdrucksformen beschäftigten, die später als impressionistisch beschrieben wurden (siehe auch: Impressionismus). Zur Wende des 20. Jahrhunderts waren mehrere Bewegungen der Moderne im ganzen Land in vollem Gange, darunter der Jugendstil und der Post-Impressionismus, der als loser Begriff für Kunst, die als Reaktion auf den Impressionismus geschaffen wurde, verwendet wird.

Zum Post-Impressionismus werden auch Strömungen wie der Fauvismus gezählt. Farbbewusste Künstler wie Raoul Dufy führten dieses Interesse an der Farbigkeit der Kunstwerke zu neuen Gipfeln.

Während Dufy als Aquarellmaler begann, entwickelte sich seine Kunst im Laufe seiner 50-jährigen Laufbahn weiter. Er versuchte sich im Design, setzte sich mit dekorativen Künste auseinander und experimentierte mit monumentalen Wandmalereien. Der französische Künstler fand seine Inspiration in der bunten Lebensfreude des damaligen Frankreich.


Biografie von Raoul Dufy

Frühes Interesse an der Kunst

Am 3. Juni 1877 wurde Raoul Dufy in der französischen Hafenstadt Le Havre geboren. Schon im Jugendlichenalter bekundete Dufy sein Interesse an der Kunst, was ihn veranlasste, sich mit 18 Jahren in Abendkurse des französischen Künstlers Charles Lhuillier an der École des Beaux-Arts in Le Havre einzuschreiben.

Dufy schaute zu Lhuillier auf, der selbst unter dem einflussreichen klassizistischen Porträtmaler Jean-Auguste-Dominique Ingres studiert hatte.

Der Impressionismus als Inspirationsquelle

Während seiner Zeit an der Kunstschule war Dufy vor allem vom Impressionismus inspiriert, einer Bewegung, die flüchtige Eindrücke des Alltags über den akademischen Realismus und den Naturalismus stellte. So arbeitete er vor allem mit Aquarellfarben und ließ sich von den regionalen Land- und Meereslandschaft inspirieren.

Dufy zog ins Landesinnere, als er 1900 ein Stipendium für ein Studium bei Léon Bonnat an der Pariser École nationale supérieure des Beaux-Arts erhielt.

Der Start seiner Karriere in der französischen Hauptstadt erwies sich als überaus erfolgreich. Schon im folgenden Jahr wurde sein Werk in die Ausstellung französischer Künstler aufgenommen, 1902 in der Galerie der Kunsthändlerin Berthe Weill gezeigt und 1903 im Salon des Indépendants ausgestellt.

Bekannt ist Dufy für seine fauvistische Kunst

Angesichts seiner Nähe zu den wichtigsten Pariser Künstlern zur Zeit der Jahrhundertwende ist es kein Wunder, dass Raoul Dufy 1905 beschloss, seine Bemühungen auf eine aufregende neue französische Strömung zu konzentrieren. Er beschloss, sich dem Fauvismus und den damit einhergehenden Tendenzen zu widmen.

Der Fauvismus wurde von den französischen Künstlern André Derain und Henri Matisse ins Leben gerufen. Inspiriert von Matisse' Luxe, Calme et Volupté beschloss Dufy, einige der charakteristischen Merkmale der Bewegung zu übernehmen: Vereinfachte Formen und eine Vorliebe für helle und kräftige Farben. Besonders die Farbe Blau hatte es ihm angetan.

"Blau ist die einzige Farbe, die ihren eigenen Charakter behält. In all ihren Farbtönen wird sie immer blau bleiben", sagte Dufy.

Ab 1905 bedeckte Dufy seine Leinwände mit Flächen blauer Ölfarbe. Diese kontrastierte er mit leuchtenden Feldern aus intensivem Gelb, tiefem Rot und Grün. Mit seinen azurblauen Flächen malte er Szenen von der französischen Mittelmeer bis hin zum klaren Himmel über Paris.

Raoul Dufy

Seine vielfarbigen Gemälde fielen auch dem französischen Modeschöpfer Paul Poiret ins Auge, der ihn mit dem Entwurf heller. gewagter Textilmuster beauftragte.

"Was ich zeigen möchte, wenn ich male, ist die Art und Weise, wie ich die Dinge mit meinen Augen und in meinem Herzen sehe."

Im Jahr 1910 nahm Dufy eine etwas verhaltenere Farbskala an, die von den Werken des Paul Cézanne inspiriert war. Gegen Ende des Jahrzehnts fand er jedoch erneut zum Stil der Fauvisten zurück.

Spätwerk von Raoul Dufy

Ab 1920 wurden Dufys Bilder farbenfroher als je zuvor. Wie seine früheren fauvistischen Werke teilen auch die Gemälde aus dieser Zeit illustrative Momentaufnahmen seines Lebens im Frankreich des 20. Jahrhundert. 

Was seine späteren Gemälde von energischen Häfen und sonnenbeschienenen Ateliers jedoch von früheren Werken unterscheidet, ist der Umgang mit der Farbe. Diese skurrilen Werke, die in dünnen Schichten aus lebhaften Aquarellen und Ölfarben gemalt sind, sind sowohl höchst dekorativ als auch erfrischend modern.

Raoul Dufy
The Artist's Studio (Raoul Dufy)

Dufy beschäftigte sich für den Rest seiner künstlerischen Laufbahn mit verschiedenen Materialien. Dieser vielschichtige Ansatz gipfelte in einem Werk, das Keramiken, Holzschnitte, stilvolle Bühnenbilder, auffällige Wandteppiche und monumentale Wandmalereien umfasst.

Er verfeinerte weiterhin seine Fähigkeit im Umgang mit Textilien und erweiterte sein Gesamtwerk um eine 16-jährige Zusammenarbeit mit dem in Lyon ansässigen Seidenhersteller Bianchini-Férier.

Leider wurde ab 1950 seine Malerei durch eine sich intensivierende Arthritis erschwert. Nicht lange danach verstarb starb Dufy am 23. März 1953.


Künstlerisches Vermächtnis von Raoul Dufy

Fast 70 Jahre nach seinem Tod, bleibt Dufy ein bedeutender Künstler der Moderne, der allerdings viel zu selten neben den Größen seiner Zeit erwähnt wird.

Obwohl seine fauvistischen Gemälde oft im Mittelpunkt seines Schaffens stehen, haben auch seine Textildesigns im 21. Jahrhundert mehr Aufsehen erregt.

Mehrere Ausstellungen wurden dem Künstler gewidmet, in denen seine Gemälde und seine Textilentwürfe präsentiert wurden.