Sekundärfarben Farbenlehre
Kunst

Was du beim Mischen von Sekundärfarben beachten musst

Foto: Julia Lototskaya / Shutterstock

In der für Künstlerinnen und Künstler relevanten Farbenlehre werden die Sekundärfarben - Grün, Orange und Violett - durch Mischen zweier Primärfarben erzeugt. Das Verhältnis der Primärfarben, die du beim Mischen verwendest, bestimmt den Farbton der Sekundärfarben.

Das Mischen von Sekundärfarben nach Itten

Die Farbtheorie nach Itten besagt ganz grundlegend, dass man durch Mischen zweier gleicher Anteile von zwei verschiedenen Primärfarben entweder Grün, Orange oder Violett erzeugen wird. 

Tertiärfarben Itten

1 = Primärfarbe, 2 = Sekundärfarbe, 3 = Tertiärfarbe

Dies ist eine grundlegende Annahme zur Erstellung eines Farbkreises und eine Lehre, die oft in der frühen künstlerischen Ausbildung unterrichtet wird.

  • Blau und gelb ergeben Grün
  • Gelb und Rot ergeben Orange
  • Rot und Blau ergeben Violett

Die Sekundärfarbe, die du durch das Mischen tatsächlich erhältst, hängt von dem Verhältnis ab, mit dem du die beiden Primärfarben mischst. Wenn du zum Beispiel einer rot-gelben Mischung mehr Rot als Gelb zufügst, erhältst du ein rötliches Orange, und wenn du mehr Gelb als Rot zufügst, erhältst du ein gelbliches Orange.

Wenn wir einen Schritt weiter gehen und eine Primärfarbe mit einer Sekundärfarbe mischen, erhalten wir eine Tertiärfarbe

Im Farbkreis nach Itten und anderen Farbenlehren mit zwölf Farben sind drei von ihnen Primärfarben, drei Sekundärfarben und sechs Tertiärfarben.

Farbtöne sorgen für große Unterschiede

Der Farbkreis in Itten ist insofern gut, dass er uns eine Orientierung liefert. In der Realität bestehen die einzelnen Farben allerdings aus ganzen Farbspektren.

Blau ist nicht einfach Blau.

Blau ist Ultramarinblau, Kobaltblau, Ceruleanblau, Preußischblau und noch eine ganze Menge anderer Farbtöne.

Passend: Die Bedeutung der Farbe Blau in der Kunst

Künstler wissen, dass es mehr als eine Option gibt, wenn es um die Wahl der Grundfarbe geht. Hinter dem Begriff der Grundfarbe verbirgt sich wiederum ein eigenes Farbspektrum mit unterschiedlichen Farbtönen. Je nachdem, welche Farbtöne du für deine Mischung verwendest, werden sich auch die Sekundärfarben voneinander unterscheiden.

Diese Unterschiede mögen zwar fein ausgeprägt sein, aber es ist wichtig, sich ihrer bewusst zu sein. Eine Sache, die für viele Künstler hilfreich ist, ist ein Farbmischtabelle (auch Mixing Chart aus dem Englischen). Dort kannst du die einzelnen Töne in kleinen Mengen mischen und deine Resultate dokumentieren, um später bei neuen Motiven schnell die richtigen Farbtöne mischen zu können.

Besonders sinnvoll ist eine solche Tabelle dann, wenn du neues Material kennenlernen willst.

Eine Anleitung zur Erstellung einer solchen Farbtabelle findest du in diesem Video:

Die Komplementärfarben der Sekundärfarben

Wenn du ein wenig tiefer in die Farbtheorie eintauchst, lernst du auch, dass jede Farbe des Farbkreises eine Komplementärfarbe hat. Für jede unserer drei Sekundärfarben ist die Komplementärfarbe jeweils die Primärfarbe, die nicht zur Herstellung verwendet wurde.

Das Wissen über Komplementärfarben kann dir helfen, eine passende Farbe auszuwählen, um Kontraste zu beeinflussen und die Wahrnehmung des Betrachters zu steuern (siehe auch: Komplementärkontrast).

Im Falle der Sekundärfarben ergeben sich folgende Komplementärfarben:

  • Die Komplementärfarbe von Grün ist Rot
  • Die Komplementärfarbe von Orange ist Blau
  • Die Komplementärfarbe von Violett ist Gelb

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