Skulptur

Die 15 spannendsten Fakten zur Venus von Milo

Venus von MiloFoto: Pablo Ibañez / CC BY 2.0 / flickr.com

Für einen Großteil der Welt liegt das Geheimnis der Venus von Milo in ihren fehlenden Armen. Aber diese ikonische Statue hat viel mehr zu bieten als ein paar fehlende Gliedmaßen.

1. Der Titel der Venus von Milo ist etwas irreführend

Es wird allgemein angenommen, dass diese griechische Statue die griechische Göttin der Liebe und Schönheit darstellt, die oft halbnackt dargestellt wurde.

Die Griechen hätten diese Gottheit jedoch Aphrodite genannt. Dennoch setzte sich die durch die römische Mythologie geschaffene Bezeichnung der Venus von Milo durch.

2. Sie ist nach dem Entdeckungsort benannt

Am 8. April 1820 stieß ein Bauer namens Yorgos Kentrotas auf die in ihre Einzelteile zerlegte Statue in den Ruinen einer alten Stadt auf der Insel Milos.

3. Alexandros von Antiochia wird ihre Schöpfung zugeschrieben

Alexandros von Antiochia, ein Bildhauer der hellenistischen Epoche, soll dieses Meisterwerk zwischen 130 und 100 v. Chr. geschaffen haben. Die Inschrift auf dem Sockel, die ihn als Schöpfer der Venus de Milo identifizieren sollte, ging vor fast 200 Jahren verloren.

4. Sie ist vielleicht nicht die Venus

Einige haben vorgeschlagen, dass die Skulptur nicht Aphrodite/Venus ist, sondern Amphitrite, die Meeresgöttin, die auf Milos besonders beliebt war.

Wieder andere schlugen vor sie sei die Siegesgöttin. Da ihre Arme fehlen, sind vermeintliche Kontexthinweise seit Jahrhunderten verloren gegangen. Ein Speer oder ein anderes Symbol hätte die Identitätsfrage endgültig geklärt.

Wenn sie einen Apfel hielt – wie einige Berichte behaupten – könnte das bedeuten, dass es sich dabei um Aphrodite handelte, die das Geschenk von Paris erhielt, bevor der Trojanische Krieg begann.

Bis heute ist dies Gegenstand leidenschaftlicher Diskussionen.

5. Sie war ein Geschenk an den französischen König

Venus de Milo at the Louvre

Als Kentrotas einen französischen Marineoffizier aufforderte, ihm beim Ausgraben der spektakulären Skulptur zu helfen, stoß er eine Reihe von Ereignissen an. Diese Handlungskette führte schließlich dazu, dass der Marquis de Rivière die Venus von Milo Louis XVIII. präsentierte. Der Herrscher wiederum übergab die Statue dem Louvre, wo sie noch heute ausgestellt ist.

6. Der Verlust der Arme ist die Schuld der Franzosen

Kentrotas fand Fragmente eines Armes und einer Hand, als er die Statue in den Ruinen enthüllte, aber als die Venus de Milo wieder aufgebaut wurde, wurden diese Arme wegen ihres groberen Aussehens abgelegt.

Moderne Kunsthistoriker glauben, dass die Variation der Oberflächenbeschaffenheit nicht bedeutet, dass diese Arme nicht der Venus gehörten. Dennoch sind sowohl die Arme als auch der ursprüngliche Sockel seit dem Umzug des Werkes nach Paris im Jahr 1820 verloren gegangen.

7. Sie wurde beraubt

Der Venus fehlt mehr als nur ihre Arme. Sie war ursprünglich in Schmuck gehüllt, einschließlich eines Armbandes, Ohrringe und eines Stirnbandes. Diese Verzierungen sind längst verschwunden, aber die Löcher für die Befestigung am Stück bleiben im Marmor und geben Hinweise auf die fehlenden Accessoires.

8. Venus von Milo sollte eine nationale Blamage ausgleichen

Napoleon Bonaparte hatte bei seinen Eroberungen eines der schönsten Beispiele griechischer Skulptur, die Venus de’ Medici, aus Italien geplündert. 1815 kehrte die französische Regierung diese geliebte Skulptur zurück, aber 1820 nahm Frankreich die Gelegenheit wahr, das Loch zu schließen, das die Rückführung der Venus de Medici verursachte. So wurde die Venus de Milo bei ihrem Louvre-Debüt als noch bedeutender beworben als die Venus de’ Medici. Der Trick funktionierte, und das Stück wurde von Künstlern und Kritikern beinahe ausnahmslos gelobt.

9. Renoir war nicht beeindruckt

Der wohl berühmteste Kritiker der Venus von Milo, der berühmte impressionistische Maler Auguste Renoir, wies diese zarte Darstellung von Anmut und weiblicher Schönheit als “einen großen Gendarmen” zurück.

10. Sie wurde während des Zweiten Weltkriegs versteckt

Im Herbst 1939 drohte der Krieg über Paris auszubrechen, so dass die Venus von Milo zusammen mit einigen anderen unbezahlbaren Stücken wie der Nike von Samothrake und den Sklaven von Michelangelo zur Aufbewahrung in verschiedenen Schlössern auf dem französischen Land verlagert wurde.

11. Der Sockel wurde mit Absicht weggeworfen

The crowd for Venus de Milo

Kunsthistoriker des frühen 19. Jahrhunderts entschieden, dass die neu entdeckte Venus das Werk des griechischen Künstlers Praxiteles gewesen sein muss und veröffentlichten das Werk als solches. Diese Zuschreibung hätte das Stück in die klassische Periode (5. bis 4. Jahrhundert v. Chr.) eingeordnet, die künstlerisch angesehener war als die hellenistische Periode.

Um das Gesicht zu wahren und die Venus von Milo, auch auf Kosten einer Fehlinformation der Öffentlichkeit besser zu bewerben, wurde der Sockel entfernt, bevor er dem König übergeben wurde.

12. Vielleicht hat sie ihre Farbe verloren

Während es für heutige Kunstliebhaber leicht ist, griechische Statuen als weiß zu betrachten, wurde der Marmor oft vielfarbig bemalt. Von der ursprünglichen Farbgebung auf der Venus de Milo ist jedoch heute keine Spur mehr zu sehen.

13. Sie ist größer als die meisten Menschen

Trotz ihrer leicht gekrümmten Haltung misst die Venus 2,02 m und ist damit leicht überlebensgroß.

14. Sie könnte eine Kopie sein

Kunsthistoriker haben festgestellt, dass die Venus von Milo eine auffällige Ähnlichkeit mit der Aphrodite von Capua aufweist, die eine Kopie aus der Römerzeit eines möglicherweise späten griechischen Originals aus Bronze aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. ist. Diese Ähnlichkeit sorgte für eine Reihe von Spekulationen, dass beide Statuen tatsächlich Nachbildungen einer älteren Statue sind.

15. Ihre Unvollkommenheit sorgt für ihre Schönheit

Die fehlenden Arme der Venus sind so viel mehr als die Quelle zahlreicher Vorträge, Debatten und Aufsätze von Kunsthistorikern. Ihr Fehlen war auch eine unbeabsichtigte Einladung an die Welt, sich vorzustellen, wie sie positioniert sein könnte, was sie hielt und was sie damit machen würde. Unerwarteter Weise verleihen ihre fehlenden Arme der Statue ihre Schönheit.

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