ArchitekturMalerei

Die sieben Versionen von Vincent van Goghs Porträts der Madame Ginoux

Vincent van Goghs Porträts der Madame Ginoux

Van Gogh malte insgesamt 7 Porträts von Madame Ginoux, der Besitzerin des Café de la Gare in Arles, Frankreich. Van Gogh lernte Madame Ginoux kennen, als er von Mai bis September 1888 in ihrem Café unterkam, bevor er in das Gelbe Haus einzog, wo er seine geplante Künstlerkolonie etablieren wollte. Im August 1888 malte van Gogh Das Nachtcafé, das das Innere des Cafés von Ginoux darstellt.

In diesem Artikel findest du alle Infos zur Entstehungsgeschichte der Gemäldeserien, die Vincent van Goghs Porträts der Madame Ginoux zeigen.

Die ersten zwei Versionen von Vincent van Goghs Porträts der Madame Ginoux (1888)

Kurz nach der Ankunft Paul Gauguins im Gelben Haus erklärte sich Madame Ginoux bereit, für ein Porträt für Gauguin und Van Gogh Modell zu stehen.

Innerhalb einer Stunde schuf Gauguin eine Skizze aus Holzkohle für ein späteres Gemälde, während Van Gogh zur gleichen Zeit Jute-Leinwand verwendete, die Gauguin nach Arles gebracht hatte, und darauf ein komplettes Porträt malte. 

In einem Brief an seinen Bruder Theo vom 6. November 1888 schrieb Vincent folgendes über das Porträt:

"Endlich habe ich eine Arlésienne, eine in einer Stunde gemalte Figur (auf einer Leinwand in Größe 30); Hintergrund blass zitrusfarben, das Gesicht grau, die Kleidung schwarz mit unvermischtem Preußischblau. Sie lehnt auf einem grünen Tisch und sitzt in einem Sessel aus orangefarbenem Holz".

Die erste Version von Van Goghs Porträt der Madame Ginoux L'Arlesienne: Madame Ginoux mit Handschuhen und Regenschirm befindet sich heute im Pariser Musée d'Orsay.

Vincent van Goghs Porträt der Madame Ginoux Regenschirm

Vincent van Gogh, L’Arlesienne: Madame Ginoux mit Handschuhen und Regenschirm, November 1888

Van Gogh schuf die zweite Version, die auf der Komposition seines ersten Porträts basiert, jedoch in einer etwas ausgefeilteren Qualität. Er benutzte eine kräftigere und dicker aufgetragene Farbe und ließ sie vor Büchern statt vor Handschuhen und Regenschirm sitzen.

Diese zweite Version L'Arlesienne: Madame Ginoux mit Büchern ist heute Teil der Sammlung des Metropolitan Museum of Art in New York City.

Vincent van Goghs Porträt der Madame Ginoux Bücher

Vincent van Gogh, L’Arlesienne: Madame Ginoux mit Büchern, 1888

Fünf weitere Vincent van Goghs Porträts der Madame Ginoux (Februar 1890)

Die sieben Versionen von Vincent van Goghs Porträts der Madame Ginoux

L'Arlésienne, Madame Ginoux, Paul Gauguin, 1888

Während seines Aufenthalts in der Heilanstalt Saint-Paul-de-Mausole in der südfranzösischen Gemeinde Saint-Rémy-de-Provence malte Van Gogh 1890 fünf weitere Porträts von Madame Ginoux an.

Grundlage war dieses Mal eine Zeichnung von Gauguin, die er 1888 angefertigt hatte.

Madame Ginoux ging ihm durch den Kopf, wie er am 2. Februar 1890 in einem Brief an Theo schrieb:

"Ich mache mir etwas Sorgen um eine Freundin, die, wie es scheint, immer noch krank ist und die ich gerne sehen würde. Sie ist diejenige, die ich in Gelb und Schwarz porträtiert habe, und sie hat sich sehr verändert. Sie hat Nervenanfälle, die durch eine frühzeitige Veränderung ihrer Lebensumstände erschwert werden, kurzum, sie leidet sehr. Beim letzten Mal sah sie aus wie ein älterer Grossvater. Ich hatte versprochen, in zwei Wochen wiederzukommen, bin aber selbst wieder erkrankt".
Vincent van Gogh, L’Arlesienne: Madame Ginoux, Februar 1890
Die sieben Versionen von Vincent van Goghs Porträts der Madame Ginoux
Die sieben Versionen von Vincent van Goghs Porträts der Madame Ginoux
Die sieben Versionen von Vincent van Goghs Porträts der Madame Ginoux

Eines der Porträts, die im Asyl gemalt wurden, war für Gauguin bestimmt, ein weiteres für Theo, eines für Madame Ginoux und eines für Vincent selbst. Das Porträt, das Frau Ginoux zugesendet wurde, gilt heute als verschollen.