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Gemälde

Wieso waren Babys in der mittelalterlichen Kunst so hässlich?

Ein kunstgeschichtlicher Exkurs in das dunkle Zeitalter

Wieso waren Babys in der mittelalterlichen Kunst so hässlich hero

Die Antwort auf die Frage “Wieso waren Babys in der mittelalterlichen Kunst so hässlich?”  ist denkbar einfach: Damals nahm die Kirche an, dass Christus wie ein “perfekt geformter und unveränderlicher” Mensch geboren wurde, der bereits im Neugeborenen- und im Kindesalter aussah wie ein Erwachsener.

Da die Kirche zu dieser Zeit der größte Treiber der Kunst war, wurden stets christliche Motive unter dieser Annahme gemalt. Weil es sich dabei meistens um Darstellungen von Jesus Christus mit seiner Mutter Maria handelte, besitzt ein Großteil der im Mittelalter gemalten Neugeborenen das Gesicht eines mittelalten Mannes. Häufig wurden jedoch auch andere Neugeborene, die nicht Jesus darstellen sollten, mit einem ähnlich alt aussehenden Gesicht gemalt.

Diese Ansicht hat sich mit der Verbreitung der Renaissance grundlegend geändert. Auch die Tatsache, dass die katholische Kirche ihre Monopolstellung als Kunstförderer nicht mehr halten konnte, trug zu dieser veränderten Präsentation von Neugeborenen bei. Wohlhabende Familien verlangten zunehmend Porträts ihres jungen Nachwuchses, um diese Zeit im Leben ihrer Kinder für immer zu verewigen. Die besten Porträtmaler dieser Zeit malten die Kinder ihrer Auftraggeber mit höchster Präzision in einer naturalistischen Malweise, und selbstverständlich nicht mit dem Gesicht des Jesuskindes.