Fotografie

10 Tipps für Wildtieraufnahmen, die die Betrachter berühren

Tierfotografie Elefanten spazierenFoto: Matthew Spiteri / Unsplash

Die Wildtierfotografie ist ein anspruchsvolles Hobby, da es viel Einsatz erfordert. Um sich in diesem Bereich zu behaupten, musst du nicht nur deine Kamerafähigkeiten entwickeln, sondern auch etwas über die Tiere lernen, die du fotografierst.

Wenn du dich jemals gefragt hast, wie die Fotos in Tierbüchern und -zeitschriften aufgenommen wurden, dann werden dir diese zehn Tipps helfen zu verstehen, wie das alles gemacht wird. Sobald du mit den grundlegenden Techniken vertraut bist, wirst du feststellen, dass das Fotografieren von Wildtieren eine sehr lohnende Erfahrung sein kann.

1. Die Ausrüstung für die Tierfotografie

Wenn man an die Fototechniken der Tierfotografie denkt, gibt es ein paar Dinge, die auffallen. Überraschenderweise haben die ersten, die in den Sinn kommen, nichts mit der eigentlichen Ausrüstung zu tun. Allerdings spielt deine Ausrüstung eine wichtige Rolle.

Dein Kit für die Tierwelt muss nicht riesengroß sein, aber ein paar Dinge werden sich als nützlich erweisen:

  • Kamera. Das Teleobjektiv ist in der Naturfotografie fast unerlässlich, und Objektive von 200 mm bis 600 mm sind Standard. Einige hervorragende Resultate in der Tierwelt stammen aber auch von Aufnahmen mit einem Weitwinkelobjektiv.
  • Stativ. Welche Marke, Sensorgröße und welchen Kameratyp du wählst, hängt ganz von dir ab. Viele Kameras, auch einige fortgeschrittene "Point and Shoot"-Kameras eignen sich hervorragend für die Tierwelt.

Aber lass dich nicht von deiner Ausrüstung zurückhalten. Sei kreativ und knipse mit dem, was du hast. Du brauchst nicht immer ein großes Teleobjektiv, um schöne Tierfotos zu machen.

2. Respektiere deine Umwelt

Wildtierfotografie Fotograf

Foto: Diana Parkhouse / Unsplash

Als Wildtierfotograf hat es für dich oberste Priorität, den Tieren und der Umwelt, die du fotografierst, keinen Schaden zuzufügen.

Tiere sollten immer einen Fluchtweg haben; man sollte sie nicht in die Enge treiben. Achte auf ihr Verhalten. Wenn ein Tier beginnt, aufgeregt zu wirken, solltest du dich zurückhalten.

Wann immer ein Tier flieht, bedeutet das, dass du zu nahe gekommen bist, und dieses Tier kostbare Energie verbrauchen musste, um zu entkommen. Jedes Mal, wenn das passiert, bedeutet das zusätzlichen Stress für das Tier, deshalb solltest du es nicht auslösen.

Folge den Regeln der Orte, an denen du fotografierst. Bleibe auf den Pfaden und respektiere andere Besucher. Vor allem unter Fotografenkollegen sollte die Höflichkeit gewahrt werden.

3. Sei ein Naturforscher

Die wichtigste Fähigkeit in der Wildtierfotografie hat nichts mit Kameras oder Technik zu tun: Sei ein Naturforscher.

Lerne die Tiere kennen, die du fotografieren möchtest.

Finde heraus, wo sie leben, zu welcher Jahreszeit sie sich dort aufhalten, was sie essen und wie sie mit ihrer Umwelt umgehen.

Dieses Wissen wird dir nicht nur helfen, Wildtiere zu finden, es wird dir auch helfen, bessere Bilder zu machen.

Du kennst die Geschichte, die du erzählen möchtest, und bewegst dich schnell über die Tierportraits hinaus zu überzeugenden, erzählerischen Bildern von Wildtieren und ihrer Umgebung.

4. Wildtierfotografie ist nicht bequem

Bilder von Wildtieren sind fast immer am besten, wenn sie von der Augenhöhe (oder niedriger) des zu fotografierenden Tieres aufgenommen werden. Das kann bedeuten, dass du so tief wie möglich kommen musst. Manchmal bedeutet das auch, sich flach auf den Bauch zu legen.

Von oben aufgenommene Bilder haben keine Verbindung zum Tier. Auf den Knien oder im Liegen wirkt die Aufnahme wesentlich persönlicher und interessanter. Du wirst überrascht sen, wie sehr eine niedrigere Perspektive deine Tierfotografie verbessern kann.

5. Lange Brennweiten sind wichtig

400 mm Wildtierfotografie

Oryxantilope mit 400 mm Brennweite | Foto: Nick Karvounis / unsplash

Ein Objektiv mit einer Brennweite von 500mm lässt das Tier viel näher erscheinen und nimmt einen größeren Teil des Bildrahmens ein. Ein solches Objektiv ermöglicht es dir auch, ablenkende Elemente aus deinem Bild herauszufiltern. Du kannst einen schmalen Teil der Szene vor dir aufnehmen, die besten Teile isolieren und den Rest ausschneiden.

Ein Teleobjektiv komprimiert auch die Schärfentiefe. Die Schärfentiefe beschreibt den Anteil des Bildes, der von vorne nach hinten im Bild scharf erscheint. Solche Objektive eignen sich besonders gut für verschwommene Vorder- und Hintergründe. Dadurch hebt sich dein eigentliches Motiv von seiner Umgebung ab und wird in den Fokus gerückt.

6. Kurze Brennweiten und Weitwinkelobjektive haben ihre Berechtigung

Lange Objektive sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausrüstung eines Wildtierfotografen, aber nicht jedes Wildtierbild muss mit einem langen Objektiv aufgenommen werden. Weitwinkelobjektive können unter den richtigen Umständen großartige Fotos liefern.

Obwohl es einen Platz für Tierporträts gibt, lässt dieser Stil ein sehr wichtiges Element aus, die Geschichte. Um die Geschichte einzubinden, muss man einen Kontext haben. Um den Kontext einzufangen, musst du dich zurückziehen. Wie bei meinem Jäger in der Tundra spielen die Lage und die Umgebung eine Rolle. Um die Geschichte im Bild zu erzählen, ist das wohl das Wichtigste.

7. Den Tieren näher kommen

Lange Brennweiten sind ideal, um ein Tier näher erscheinen zu lassen. Und wenn es um große, gefährliche oder empfindliche Wildtiere geht, sollte dies der einzige Weg sein, wie man sich ihnen nähert.

Wie auch immer du vorgehen magst, der Kontakt zu Tieren (ohne sie zu stören) bietet eine interessante Verbindung. Details wie die Texturen in Fell oder Federn entstehen, die Augen scheinen zu glitzern, und deine Betrachter werden anfangen, sich mit dem Tier auf dem Bild zu befassen.

Wie man näher kommt, ist ein ganz anderes Thema, aber der beste Weg ist der einfachste: Geduld. Sich in einen möglichst vielversprechenden Bereich zu begeben und zu warten, ist eine bewährte Methode.

Eine Diskussion über andere Methoden, um der Tierwelt näher zu kommen, rechtfertigt eigene Artikel. Selbst Fahrzeuge sind in Gebieten, in denen Tiere an sie gewöhnt sind, eine gute Möglichkeit, in ihre Nähe zu kommen.

8. In der Wildtierfotografie geht es um Schärfe

Wildtierfotografie Tiger

Um mit einem langen Objektiv ein scharfes Bild von Wildtieren zu machen, benötigt man eine kurze Verschlusszeit. Eine allgemeine Faustregel ist, die Verschlusszeit mindestens so schnell einzustellen wie die Brennweite des Objektivs.

Wenn du mit einem 500-mm-Objektiv fotografierst, brauchst du mindestens eine Verschlusszeit von 1/500 Sekunden, um ein scharfes Bild zu erzeugen. Wenn du auf Schärfe setzt, ist es umso besser, je kürzer deine Verschlusszeit ist.

Selbst wenn du die obige Faustregel anwendest, wird die Verwendung einer Objektivstütze dir helfen, die gewünschte Schärfe zu erreichen. Wenn möglich, solltest du ein Stativ verwenden. Wenn du es nicht kannst, musst du stattdessen erfinderisch werden. Ein Baum, ein Auto, sogar ein Stein könnte funktionieren. Oder du kannst dich auf den Boden legen (um diesen niedrigen Winkel zu erhalten) und deinen Rucksack benutzen, um die Linse zu stützen.

9. Die Unschärfe in der Tierfotografie schätzen

Tiere scheinen in ständiger Bewegung zu sein. Vögel fliegen vorbei, Karibus laufen, und Elefanten wirbeln durch Wasserlöcher. Bilder, die einen Teil dieser Bewegung in Form einer Bewegungsunschärfe zeigen, können sehr effektiv und eindrucksvoll sein.

Die Erstellung einer guten Bewegungsunschärfe erfordert einige Experimente. Fange an, indem du deine Verschlusszeit verlangsamst. Bei einem langen Objektiv ist eine Verschlusszeit von etwa 1/60 Sekunden oft mehr als ausreichend, um bei sich schnell bewegenden Tieren eine ausreichende Bewegungsunschärfe zu erzielen.

Beginne mit diesem Wert und passe dann nach oben oder unten an, bis du die gewünschte Weichzeichnung erhältst.

Es gibt zwei Methoden, um diese Art von Aufnahmen zu erstellen:

  • Stabile Kamera, sich bewegende Tierwelt. Bei dieser Bildform müssen Hintergrund und Umgebung scharf sein, da das Motiv verschwommen ist. Ein zu unscharfes Motiv verschwindet fast im Bild, während ein nicht ausreichend unscharfes Bild einfach unscharf erscheint. Es ist ein Balanceakt und eine knifflige Methode, um richtig zu entscheiden.
  • Schwenkunschärfe. Eine Schwenkunschärfe entsteht, wenn du deine Kamera bewegst, um selbst bei sich bewegenden Wildtieren zu bleiben. Dadurch entsteht ein Bild, in dem sowohl der Hintergrund als auch die beweglichen Teile des Tieres verschwommen sind. Die besten dieser Techniken konzentrieren sich auf das Auge und den Kopf der Tiere und erzeugen einen scharfen Motivbereich in einem ansonsten bewegungsunscharfen Bild. Dies können extrem effektive und schöne Aufnahmen sein, wenn sie richtig gemacht werden.

Profi-Tipp: Fokus auf die Augen! Die Augen sind das erste, was wir betrachten, so dass die Schärfe dort doppelt wichtig ist.

10. Eine Geschichte erzählen

In fast jeder Art der Fotografie sind die besten Bilder diejenigen, die eine Geschichte erzählen. In der Wildtierfotografie können diese Geschichten dramatisch sein, wie Raubtiere auf der Jagd.

Aber sie können auch einfach sein. Ein Bild eines Tieres in seinem Lebensraum ist eine Möglichkeit. Eine einfache Interaktion zwischen zwei Individuen wäre eine andere.

Denke an die Arten, die du fotografierst. Wie oder wo lebt es? Was tut es, um zu überleben? Dann überlege, wie dein Bild diese Geschichte erzählen kann.

In der Wildtierfotografie legt man großen Wert darauf, den Motiven näher zu kommen. Man kauft Objektive mit langen Brennweiten, oder sitzt stundenlang in Bäumen und wartet auf die richtige Gelegenheit.

Aber ein nahes Bild ist nicht immer ein gelungenes Bild. Noch ist ein entferntes Tier per se ein schlechtes Motiv. Was zählt, ob nah oder fern, ist die Geschichte, die Beziehung und die Art und Weise, wie sich der Betrachter auf das Thema bezieht.

Fazit zur Wildtierfotografie

Wenn du all diese Dinge zusammenführst, von der Ausrüstung bis zur Kameraeinstellung, von der Perspektive bis zum Geschichtenerzählen, wirst du anfangen, die Wildtierfotografie zu meistern.

Denke über deine kreativen Entscheidungen nach und nutze sie, um die Geschichte des Tieres zu erzählen. Wenn du das tust, wirst du viel mehr Erfolg haben und viel bessere Bilder schaffen.