Zeichnung

Effektiv Zeichnen lernen: Die 3 essenziellen Themenkomplexe, um die sich Anfänger kümmern müssen

zeichnen lernen

Zeichnen lernen ist viel einfacher als du denkst. Dazu brauchst du nur ein paar Materialien, deine Fantasie und ein wenig Geduld.

In dieser Übersicht erfährst du, welche Lektionen und Tipps du befolgen solltest, um möglichst schnell zu den gewünschten Ergebnissen zu gelangen.

1. Benötigtes Zubehör um das Zeichnen zu lernen

Zeichenmaterial Zeichnen lernen

Foto: ldutko / Shutterstock

Wenn du anfängst, brauchst du nur einen Bleistift und Papier zum Zeichnen. Ein einfacher HB Bleistift und ein günstiges Zeichenpapier sind dafür ausreichend.

Willst du die Möglichkeiten der Zeichnung auskundschaften, brauchst du ein kleines Sortiment an Stiften in unterschiedlichen Härtegraden. Ein hochwertiges Zeichenpapier, ein bis zwei Radiergummis und ein Anspitzer und du bist für die komplette Vielfalt der Bleistiftzeichnung gewappnet. 

All das bekommst du schon für 30 bis 40 Euro. Die Materialien werden sich auch eine ganze Zeit lang halten, selbst wenn du jeden Tag intensiv übst.

Hier eine Aufzählung des Materials, das du zum Zeichnen lernen zumindest berücksichtigen solltest:

Bleistifte: Bleistifte werden in einer Härteskala von 9B (sehr weich) bis zu 9H (sehr hart) angeboten. Je härter das Graphit-Ton-Gemisch der Mine, desto feiner der Strich. Für die meisten Künstler ist eine Auswahl von 2H bis 6B ausreichend. Extrem harte Stifte bringen in der Zeichenkunst quasi keine weiteren Vorteile, weshalb du auf sie verzichten kannst. Viele Hersteller von Zeichenmaterialien haben diesen Umstand bereits berücksichtigt und ihre Sets auf diese Bandbreite angepasst.

Radiergummis: Knetradiergummis sind das beste Mittel, um aktiv und gezielt Flächen in der Zeichnung auszuarbeiten. Ein heller Kunststoffradiergummi ist hingegen gut geeignet, um einzelne Linien möglichst vollständig auszuradieren. So kannst du diesen festen Radierer gut einsetzen, um eine Vorzeichnung zu bearbeiten, während du den weichen Knetradiergummi in der fortgeschrittenen Schattierung nutzen kannst. Beide Radierer im Sortiment zu haben ist wünschenswert.

Spitzer: Ein einfacher Spitzer ohne Gehäuse ist perfekt für Anfänger geeignet. Eine Spitzmaschine ist nicht zwingend erforderlich.

Zeichenpapier: Ein mittelschweres, reißfestes und säurefrei hergestelltes Zeichenpapier ist eine gute Wahl für Einsteiger. Du musst nicht gleich das teuerste Papier im Sortiment wählen, um schöne Ergebnisse zu erzielen, doch solltest du dich zumindest vom Druckerpapier fern halten. Dies besitzt nämlich eine zu glatte Oberfläche, um den nötigen Abrieb zu erzielen, den es für eine vielschichtige Zeichnung erfordert. Ein Zeichenpapier im A4 oder A5 Format ist eine gute Lösung für die ersten Experimente in der Zeichnung.

Hast du deine Materialien beisammen, solltest du dich eine ganze Weile auf die Grundlagen der (realistischen) Zeichnung konzentrieren.

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2. Die Grundlagen der Zeichnung

Willst du fundiert zeichnen lernen, solltest du so viel Zeit wie möglich mit den grundlegenden Fähigkeiten verbringen.

Genauer gesagt bedeutet das, dass du diese Skills lernen musst:

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    Sehen lernen: Die zugrundeliegende Schwierigkeit in jeder realistischen Zeichnung besteht darin, dass du ein dreidimensionales Objekt auf eine zweidimensionale Zeichenoberfläche überträgst. Daher musst du lernen, die realen Objekte in ihre Grundformen zu zerlegen und diese dann zu zeichnen. Ausgehend davon kannst du die Formen genauer ausarbeiten. Eine guter Ansatz, um zeichnerisch sehen zu lernen, ist das Zeichnen von sehr einfachen Motiven, die aus einfachen Formen konstruiert werden können. Bist du damit vertraut, wird es dir einfach fallen, die Umrisslinien einer Form perspektivisch korrekt abzubilden.
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    Schraffieren lernen: Von der Umrisszeichnung benötigst du handwerkliche Fertigkeiten in der Schraffur. Es gibt zahlreiche Schraffurtechniken, die du einsetzen kannst, um helle und dunkle Bereiche zu kennzeichnen. Setze dich mit den unterschiedlichen Techniken auseinander und werde mit ihnen vertraut.
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    Schattieren: Kannst du Objekte auf ihre Grundformen reduzieren und bist in der Lage, sie mit den richtigen Schraffurtechniken zu zeichnen, steht deinen realistischen Zeichnungen nur noch das Wissen über Schatten und Schattierung im Wege. Du verwendest die Schraffur, um die Schattierung deines Motifs wiederzugeben. Dazu musst du in der Lage sein, den Aufbau eines Schattens zu erkennen und zu sehen, wo die hellen und dunklen Bereiche in deinem Motiv liegen.

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3. Konstanz und die richtige Herangehensweise

Das Material stimmt, du bist dir der Wichtigkeit für Form und Schatten bewusst und hast erste handwerkliche Fertigkeiten entwickelt, um diese Merkmale in die Zeichnung zu übertragen. Nun kommt es darauf an, wie du dich dem Zeichnen lernen langfristig widmest.

Zwei Variablen entscheiden darüber, wie schnell du Fortschritte erzielst:

  • Konstanz und Regelmäßigkeit
  • Lernmethodik

Konstanz: Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien, die Erfolge beim Lernen neuer Fähigkeiten mit unterschiedlichen Herangehensweisen vergleichen.

Oft wird die regelmäßige Übung mit geringer Übungslast pro Übungseinheit der unregelmäßigen Übung bei hoher Übungslast pro Übungseinheit gegenüberrgestellt.

Das Ergebnis ist dabei immer gleich: Konstantes, regelmäßiges Üben in kürzeren Zeiteinheiten führt schneller zu Fortschritt als unregelmäßiges Üben in langen Sitzungen.

 
 

Tipp: Du solltest es dir zur Gewohnheit machen, jeden Tag (oder jeden zweiten) ein wenig zu zeichnen und deine Fähigkeiten zu verbessern. 20 bis 30 Minuten pro Tag werden dich schon nach kurzer Zeit viel weiterbringen als beispielsweise 3 Stunden am Stück ein Mal pro Woche.

Lernmethodik: Weiterhin steht eine falsche Herangehensweise an die Zeichenübungen dem Lernfortschritt im Weg.

Es ist leicht, eine Vorlage einfach nur nachzuzeichnen, anstatt die Grundformen des Objekts zu erkennen und das Motiv von Grund auf zu konstruieren.

Nur dann, wenn du künstlerisch sehen und Form und Schatten erkennen kannst, bist du in der Lage jedes beliebige Motiv zu zeichnen. Trainierst du dies nicht, meisterst du zwar die handwerklichen Fähigkeiten der Zeichnung, doch sind diese nur die Spitze des Eisbergs.

 
 

Tipp: Bei all unseren Zeichenanleitungen solltest du dir der richtigen Methodik bewusst sein. Mittel- und langfristig wird sich diese anfangs aufwendigere Herangehensweise beim Zeichnen lernen positiv auswirken. 

Verfeinerst du nur deine handwerklichen Fertigkeiten, wird dein Lernfortschritt schon nach kurzer Zeit ins Stocken geraten.