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Zeichnung

Zeichnen lernen für Kinder – Die wichtigsten Tipps für Eltern

Foto: MarkoBr / Shutterstock

Viele haben Angst davor, die Kreativität ihrer Kinder zu hemmen, und verzichten darauf, ihnen das Zeichnen gezielt beizubringen. Aber die Kleinen erhalten Anregungen aus der gesamten Umgebung und viele Kinder wollen ständig malen und zeichnen. Damit du das kreative Potenzial in die richtigen Bahnen lenkst, sind hier einige Tipps und methodische Herangehensweisen zum Zeichnen lernen für Kinder.

Verschiedene Entwicklungsstadien des Kindes

Wie geht man den Zeichnenunterricht für Kinder richtig an? Das hängt ganz davon ab, in welchem Alter sich das Kind befindet. Selbstverständlich sind auch individuelle Faktoren zu berücksichtigen.

Eine erste visuelle Bildsprache: Aus Bilderbüchern lernen Kleinkinder, dass Formen Bezeichnungen tragen und Objekte darstellen. Sie beginnen, vertraute Formen in ihren Kunstwerken zu beschriften, und beginnen dann, einfache Formen zu verwenden, um Objekte und vor allem Gesichter zu konstruieren.

Das visuelle System wird erweitert: Wenn Kinder älter werden, fangen sie an, ihren Zeichnungen Details und Komplexität zu verleihen. Gesichter finden sich nun als Köpfe von Körpern wieder, während sie neue Methoden entdecken, weitere Objekte darzustellen.

Im Alter von etwa 5 Jahren ist bei vielen Kindern die Mustererkennung schon ausgeprägt. Sie entwickeln ein Gefühl bekannte Formen und erkennen Muster, um mit Häusern, Bäumen und Familien vertraute Geschichten zu erzählen.

Grenzen werden offenbart: Die meisten Probleme der künstlerischen Entwicklung beginnen im Alter von rund 10 Jahren, wenn die Realität und das Aussehen wichtiger werden, als die Fantasie und das Kreative.

Das ist auch die Zeit, in der die symbolische Bildsprache nicht mehr so gut funktioniert. Einige Kinder sind in diesem Entwicklungsstadium davon besessen, feine Details zu zeichnen und die Realität abbilden zu wollen. 

Einige Kinder werden häufig zeichnen, um diese Ziele zu erreichen. Der Großteil der Kinder wird allerdings aufgeben, bevor die künstlerische Entwicklung wirklich los geht.

Zeichnen lernen für Kinder: Regeln kennen, bevor sie gebrochen werden können

Zeichen mit Kind Kindergarten

Foto: Billion Photos / Shutterstock

Zeichnen, Malen, Bildende Kunst im Gesamten: All das sollte in gewissen Regeln und Vorgehensweisen gelehrt werden. Nur wer die Regeln kennt, kann sie auch bewusst brechen.

Niemand würde vorschlagen, dass man großartige Musik ohne jahrelangen Musikunterricht spielen kann. Doch dieselbe Logik wird meist nicht bei der schaffenden Kunst angewendet.

Das brauchst du, um ein guter Lehrer zu sein

Zuerst solltest du dich selbst mit dem Zeichnen beschäftigen. Der Unterschied zwischen dem Zeichnen eines quadratischen Hauses mit viereckigen Fenstern und Schornstein und dem Zeichnen einer realistischen Darstellung eines Hauses ist ein immenser Erkenntnisgewinn. Zeichnen lernen für Kinder benötigt die Erfahrung eines Lehrers, der selbst in der Lage ist, künstlerisch zu sehen und diese Erkenntnisse umzusetzen.

Das ist wichtig:

  • 1
    Um deinem Kind beizubringen, auf diese Weise zu sehen, musst du es zuerst selbst erlernen. Absolviere selbst einen Zeichenkurs. Auch ein paar Zeichenbücher können dir dabei helfen, das nötige Zeichen- und Kunstverständnis zu erlernen.
  • 2
    Erhoffe dir keine sofortigen Resultate. Der Prozess des Zeichenlernens ist langwierig und geschieht oft in Jahren, je nachdem wie gut die Feinmotorik und die kognitive Entwicklung des Kindes verläuft. Ein Kind zu schnell drängen zu wollen, führt nur zu Unzufriedenheit für alle Beteiligten. Ein sanftes Nähren der Kreativität lässt das natürliche Talent zur Entfaltung kommen.
  • 3
    Lerne zuzuhören. Wenn du Kunst mit Kindern erschaffen willst, bleibe stets positiv. Vermeide beim Zeichnen lernen für Kinder das direkte Korrigieren von "Fehlern", sondern gib zu Beginn der Malsession Anweisungen, um eine grobe Richtung vorzugeben, ohne ein bestimmtes Ergebnis zu erwarten.

Zeichnungen geben die Weltanschauung des Kindes wieder. Wir müssen darauf achten, dass wir dies nicht durch die Art und Weise, wie wir den Kindern das Zeichnen lehren außer Kraft setzen.

Die Kunst sollte ein Bereich echter Freiheit für Kinder sein, ohne Fehler, ohne Wertung, ohne Korrektur. Biete Möglichkeiten an, anstatt Regeln aufzustellen. Wenn ein Kind mit den eigenen Bemühungen zufrieden ist, teile die Freude. 

Wenn das Kind das Gefühl hat, dass die Zeichnung nicht das ist, was es sich erhofft hatte, solltet ihr gemeinsam darüber reden, warum es nicht so gut geklappt hat. Lobe stets positive Aspekte und klärt gemeinsam Dinge, die man verändern kann, um zu einem anderen Ergebnis zu kommen.

Folgende Themen kannst du beispielsweise ansprechen, um Fortschritte langfristig anzuregen:

  • Was hältst du von deinem Bild?
  • Wie gefallen dir diese Farben?
  • Erzähl mir von diesen Objekten.
  • Magst du die größere oder lieber kleinere Pinsel?
  • Das ist ein sehr kreativer Ansatz.

Unangemessene Reaktionen auf die Zeichnungen deines Kinds könnten folgende Beispiel sein:

  • Das Aufzwingen unserer eigenen Erinnerungen oder Wahrnehmungen: "Oh, das ist ein schöner Hund. Ach, es ist doch ein Pferd? Naja, für mich sieht es aus wie ein Hund."
  • Kritik am Mangel von naturalistischer Malweise oder unrealistischen Erwartungen. Hast du bemerkt, dass wir immer erwarten, dass Kinder aus der Erinnerung heraus arbeiten, auch wenn sie Dinge malen sollen, die ihnen gar nicht richtig vertraut sind? Dinge, die sie möglicherweise noch nie gesehen haben?

Sei ein gutes Künstler-Vorbild

Zeichnen mit Kindern Vorbild

Foto: NadyaEugene / Shutterstock

Kinder lernen zu zeichnen, so wie sie auch das Sprechen lernen. Durch das Kopieren von Erwachsenen. Die Symbole, die wir zum Ausdruck von Ideen verwenden, seien es Klänge, geschriebene oder bildliche Zeichen, sind in der Regel angelernt.

Das Zeichnen lernen mit Kindern hilft den jungen Künstlern dabei, zu verstehen, dass Formen Bedeutungen haben und Assoziationen tragen. So lernen sie auch, dass sie selbst in der Lage sind, sich diese Formen zu eigen zu machen und so die Umwelt bzw. ihr Kunstwerk nach ihren Vorstellungen zu beeinflussen.

Nachfolgend findest du einige Ideen, welche Lehrmethoden du in bestimmten Entwicklungsstadien des Kindes anwenden kannst.

Kleinkinder: Modellzeichnung

Das Zeichnen mit Kleinkindern macht viel Spaß. Fangt mit einfachen Formen an und benennt sie. Die Kleinkinder werden viele Formen aus ihren Bilderbüchern erkennen.

Zeichne einfache Gesichtszüge. Während du zeichnest, erkläre Picasso-Junior, was du tust: Ein glückliches Lächeln, ein trauriges Gesicht, lockiges Haar, glattes Haar. Anschließend kannst du dasselbe mit weiteren einfachen Motiven wie Bäumen, Blumen, einem Haus oder Tieren machen.

Vorschulkinder: Erweiterung des Vokabulars

Du kannst den Wortschatz deines Kindes an visuellen Symbolen genauso wie beim geschriebenen Wort erweitern, indem du sie vorliest und schreibst.

Wenn dein Kind zu zeichnen beginnt, solltest du dein Kind fragen, was es darstellt. Du kannst sanfte Anweisungen geben, ohne die Kreativität einzuschränken. So könntest du beispielsweise fragen "Oh, ein Pferd - wie viele Beine hat es? Vier? Wer reitet auf dem Pferd?"

Auf diese Weise kannst du bestimmte Dinge herausarbeiten, ohne Grenzen zu setzen.

Schulalter: Bereit zum Aufbau von Fähigkeiten

Wenn ein Kind anfängt, sich für die Erstellung komplexer Bilder zu interessieren, es eine gute Feinmotorik aufweist und den Wunsch äußert, so zeichnen zu können, wie die Dinge tatsächlich aussehen, dann geht es daran, die handwerklichen Fähigkeiten auszubauen.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die naturalistische Abbildungsweise nur ein winziger Teil des Malen und Zeichnens ist. Hier können mit gezielten Übungen zur Farbtheorie, dem motorischen Geschick und dem Analysieren einer Vorlage gute Fortschritte verzeichnet werden. Auf diese Weise kann auch der Umgang mit abstrakter Kunst eingeleitet werden.

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