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Gemälde

Beschreibung und Interpretation von “Die Verleumdung des Apelles” (Sandro Botticelli)

Die Verleumdung des Apelles Botticelli

Botticellis letztes Gemälde mit einem mythologischen Motiv trägt den Titel “Die Verleumdung des Apelles” und basiert auf einem verlorenen Gemälde des altgriechischen Malers Apelles.

Botticelli versuchte, das Werk nach einer Beschreibung zu malen, die Lucian in seinen “Dialogen” hinterließ. Obwohl Botticelli weder der erste noch der letzte Künstler war, der das Thema darstellte, ist sein Werk mit vielen Details, Allegorien und Präzision beeindruckend, aber leider nicht sehr bekannt.

Das Bild ist mit 62 x 91 cm im Vergleich zu seinen anderen Werken wirklich klein, wohingegen seine detaillierte Technik nicht an ein ein Bild auf Holz in diesem Format erinnert.

Betrachtest du die mythologischen und religiösen Szenen im Miniaturformat auf den architektonischen Reliefs im Hintergrund wirken sie so scharf und klar, so durchdacht.

Die geringe Größe und die Technik deuten darauf hin, dass das Gemälde nicht für die Ausstellung bestimmt war, sondern dazu diente, nur zu einem besonderen Anlass genossen und nicht permanent ausgestellt zu werden.

Bildbeschreibung und Deutung von “Die Verleumdung des Apelles”

Es ist ungewiss, ob “Die Verleumdung des Apelles” in Auftrag gegeben wurde oder ob Botticelli es aus eigenen Stücken malte. Es könnte von Botticelli gemalt worden sein, um seinen Unmut über eine ungerechte Anschuldigung eines Verbrechens auszudrücken, das er nicht begangen hatte. Zu der Zeit lag gegen ihn eine anonyme Anklage vor, die ihn der Sodomie beschuldigt hatte. Da das Gemälde eine Allegorie für eine ähnliche Geschichte einer ungerechten Anschuldigung die dem Maler Apelles geschah, liegt dieser Gedanke nah.

Ausschnitt Die Verleumdung des Apelles 1

Apelles war von dem rivalisierenden Maler Antiphilos beschuldigt worden, angeblich an einer Verschwörung gegen den König von Ägypten teilgenommen zu haben. Apellus wurde zum König gerufen und erfuhr Wut und Scham gleichermaßen. Die fehlende Bekleidung und die Darstellung ausschließlich im Lendenschurz verdeutlichen diese Gefühle.

Er wird von der personifizierten Verleumdung vor den Thron des Königs geschleppt. Sie hält eine Fackel in der Hand, die suggeriert, dass die Verbreitung von Lügen so schnell ist wie die Verbreitung von Licht. Ihr Haar wird von der personifizierten Schurkerei mit weißen Bändern arrangiert, während das Böse ihren Kopf mit Rosen schmückt. Beide Symbole der Reinheit und Unschuld werden durch diese Darstellung untergraben.

König Midas

Kann er ein gerechtes Urteil erwarten? Es scheint nicht so, als ob der König leichtgläubig zwei schönen Gestalten zuhört, die Dummheit und Anmaßung verkörpern. Sie flüstern Verleumdungen in die Eselsohren von König Midas. Er streckt seinen Arm zu einem Mann in einem schwarzen Umhang aus, der den Hass darstellt und den Blick des Königs auf die Szene darunter verdeckt.

Sandro Botticelli Wahrheit und Bestrafung

Eine junge Frau auf der linken Seite stellt natürlich die nackte Wahrheit dar. Sie ist voller Empörung und zeigt gen Himmel, als Zeichen dafür, dass das letzte Gericht von Gott kommt. Ihre schöne Figur wird einer alten Frau in schwarzem Gewand gegenübergestellt, die für Bestrafung steht und die Wahrheit mit Verachtung betrachtet.