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Horizontlinie in der Kunst
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Die Funktion der Horizontlinie in der Malerei, Zeichnung und Fotografie

Foto: WildThingShoot / Shutterstock

Eine Horizontlinie ist in der realistischen Kunst unerlässlich, denn sie ermöglicht es dir, die Perspektive des Betrachters auf dein Bild zu kontrollieren.

In den meisten Fällen in Landschaftsbildern verwendet, steuern Horizontlinien die Perspektive und geben dir einen Anhaltspunkt, um die Objekte in deinen Zeichnungen, Gemälden und anderen Kunstformen zu kontrollieren.

Die Horizontlinie ist allerdings nicht auf Außenaufnahmen beschränkt. Für Darstellungen von Innenräumen wird der Begriff der "Augenhöhe" verwendet. Beide Mittel geben dem Künstler die Kontrolle, zu steuern, worauf sich der Betrachter konzentriert.

Die Bedeutung von Horizontlinien verstehen

Die Horizontlinie ist in einer perspektivischen Zeichnung eine horizontale Linie, die über das Bild verläuft. Es kann eine vorläufige Bleistiftlinie sein oder sich in eine permanente Linie verwandeln, wo sich Himmel und Erde treffen.

Die Position der Horizontlinie bestimmt, aus welchem Winkel wir auf die Szene zu schauen scheinen. Der tatsächliche Horizont mag vielleicht gar nicht sichtbar sein, aber mit der Linie kannst du einen gedachten Horizont entwerfen, um ein Bild mit der gewünschten Perspektive zu konstruieren.

Fast jedes Kunstwerk - Malerei, Zeichnung, Fotografie, etc. - hat eine Horizontlinie. Sie erfüllt einige wichtige Funktionen:

  • Sie ermöglicht es dem Künstler, die Proportionen seines Motivs genau darzustellen, um eine realistischere Szene zu schaffen.
  • Sie ermöglicht es, die richtigen Perspektiven für jedes Objekt in einer Szene beizubehalten, so dass der Blick des Betrachters nicht durch ein Element gestört wird, das fehl am Platz oder verzerrt erscheint.
  • Die Horizontlinie legt Bezugspunkte fest und ermöglicht es, den Betrachter auf bestimmte Schwerpunkte innerhalb der Szene aufmerksam zu machen.
  • Sie gibt dem Betrachter ein Gefühl dafür, wo er sich im Bezug auf die Szene befindet.

Um dir ein besseres Gefühl für Horizontlinien in der Kunst zu geben, sollten wir einen Blick auf zwei häufige Beispiele werfen: Die Landschafts- und die Stilllebenaufnahme.

Die Horizontlinie in einer Landschaft

Wenn man auf einer offenen Ebene steht, ist es leicht, den Horizont zu sehen. Es ist ganz unkompliziert zu erkennen, wo sich Himmel und Land treffen. Doch wenn man sich niederkniet, wird diese Horizontlinie höher. Wenn du eine Leiter erklimmen oder eine Stufe besteigen würdest, bewegt sich diese Horizontlinie in der Szene nach unten. 

Horizontlinie Landschaft

Menschen sind es gewohnt, die Welt aus ihrer eigenen Perspektive zu betrachten, so dass ein Werk, das mit einer ungewöhnlichen Horizontlinie konstruiert wurde, das Interesse erwecken kann.

Frage dich, wenn du ein Kunstwerk beginnst und deine Horizontlinie platzierst: "Welcher Blickwinkel passt am besten zu meinem Motiv?"

Der Blick auf eine Landschaft, die nicht flach ist, kann etwas verwirrender sein, wenn es um die Horizontlinie geht. Eine Bergszene zum Beispiel scheint beispielsweise den Horizont dort zu haben, wo die Felsformationen den Himmel berühren, aber das sollte nicht mit der Horizontlinie verwechselt werden.

Horizontlinie Berglandschaft

Foto: Pietro de Grandi / Unsplash

In dem Fall wird die Horizontlinie wahrscheinliche die Basis des Berges sein, die in den Vordergrund übergeht. Dies kann der See vor dem Berg oder das flache, grasbewachsene Feld sein, auf dem du während der Aufnahme stehst.

Die Augenhöhe eines Stilllebens

Wenn wir uns im Inneren bewegen, sprechen wir eher von der Augenhöhe als von Horizontlinie. Das Stillleben ist ein perfektes Beispiel dafür.

Stillleben Horizontlinie

Foto: Florencia Potter / Unsplash

Die Auswirkungen der Augenhöhe in der Stilllebenskunst sind faszinierend und ein Werkzeug, mit dem Künstler die Wahrnehmung und die Perspektive der Betrachter verändern können. Probiere es selbst mit einer Tasse aus und bewegen sie vor dir auf und ab. Wie verändert sich die Wahrnehmung über dieses Objekt?

Es ist eine gute Sache für jeden Künstler, das Experimentieren mit dem Horizont und der Augenhöhe zu üben, um naturalistische Darstellungen gezielter abbilden zu können.

2 Kommentare

  • Wenn ich auf einen Leuchtturm steige STEIGT der Horizont ! Dafür wurde er gebaut.
    Wenn ich mich am Strand ans Wasser setze , ist der Horizont ganz NIEDRIG !
    ( Vogelperspektive und Froschperspektive )
    Das ist BASISWISSEN!
    Anne Held grüßt

    • Hallo Anne Held,

      wenn ich auf einen Leuchtturm steige und die Kamera dabei gerade halte (ohne Neigung), sinkt die Horizontlinie, weil sich der Winkel zum Horizont vergrößert.
      Halte ich die Kamera gerade und lege sie in den Sand, steigt die Horizontlinie – Der Vordergrund (Sand) nimmt den Großteil des Bildes ein.

      Mit dem Horizont an sich, der besseren Aussicht oder der Perspektive (die auch vom Kippwinkel zum Objekt bestimmt wird) hat diese grundlegende Erklärung erstmal nichts zu tun.

      Ein Bild zur Visualisierung: http://www.siranah.de/pictures/sail040o_A.png

      Lennart

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