Zdzislaw Beksinski, Untitled
Malerei

Die dystopisch-surrealistische Kunst von Zdzisław Beksiński

Foto: Muzeum Historycznego w Sanoku / CC BY-SA 3.0

Es gibt viele Fans von gruseliger und blutiger Kunst, die sich vom dystopischen Surrealismus von Zdzisław Beksiński angezogen fühlen. Schließlich hat er in seinen Bildern eine so unheimliche, eindringliche und belastende Atmosphäre geschaffen, dass es einem schwer fällt, wegzuschauen.

Er war ein Pionier der polnischen zeitgenössischen Kunst. Sehen wir uns sein Leben und vor allem seine Werke an!

Künstlerische Anfänge von Zdzisław Beksiński

Zdzisław Beksiński wurde am 24. Februar 1929 in Sanok, im Süden Polens, geboren. Er studierte Architektur an der Technischen Universität Krakau. Er erlebte den Zweiten Weltkrieg und zeichnete weiterhin provokante Werke während der kommunistischen Zeit in Polen, als viele Formen der Kunst verpönt waren, insbesondere durch die sowjetische Regierung.

Nach Abschluss seines Studiums kehrte Beksiński 1955 nach Sanok zurück und arbeitete als Bauleiter und Busdesigner. Ihm gefiel keiner der beiden Jobs.

Während seiner Arbeit auf der Baustelle beschäftigte sich Beksiński auch mit Fotografie und Bildhauerei. Seine fotografischen Arbeiten wurden als surrealistisch und expressionistisch bezeichnet.

In den frühen 1960er Jahren gab er die Fotografie auf. Er war enttäuscht über die begrenzten Möglichkeiten, die Bilder zu bearbeiten. Und so wandte er sich der Malerei zu.

Experimente und Durchbruch in der Malerei

Beksiński begann hauptsächlich mit Ölfarbe zu experimentieren, obwohl er auch Acryl ausprobierte. Er begann mit der Arbeit an den Fotos, die er zuvor gemacht hatte, indem er das Originalfoto benutzte und alles ergänzte, was er wollte. Er besuchte nie Museen und bewunderte auch keine großen Künstler.

Hinweis: Beim Malen hörte er meist klassische Musik, manchmal auch Rockmusik. Es war die Musik, die seine Inspiration schuf.

Bezüglich der Bedeutung seiner Werke bestand Beksiński darauf, dass es keine gab. Das ist auch der Grund, warum die überwiegende Mehrheit von ihnen ohne Titel ist. Er überließ es dem Betrachter, jedes Stück so zu verstehen, wie er es wollte.

Die dystopisch-surrealistische Kunst von Zdzisław Beksiński

Foto: Muzeum Historycznego w Sanoku / CC BY-SA 3.0

Die dystopisch-surrealistische Kunst von Zdzisław Beksiński

Foto: Muzeum Historycznego w Sanoku / CC BY-SA 3.0

Eine Dystopie ist eine fiktionale, in der Zukunft spielende Erzählung mit negativem Ausgang. Der Surrealismus war eine Bewegung des 20. Jahrhunderts, die die vollständige Befreiung des Unterbewusstseins förderte. Zusammen bilden diese beiden Konzepte den dystopischen Surrealismus von Beksiński. Es ist dieses alptraumhafte Ambiente mit Szenen des Grotesken, des Horrors, des Todes, der Angst und des Verfalls.

Beksiński nannte diese Periode "Fantastische" Periode und sie dauerte bis Mitte der 80er Jahre. Das Konzept im Laufe der Jahre und auch in seinen neuesten Werken bleibt das gleiche: einsame und höllenhafte, verstörende Landschaften und Figuren.

Trotz der düsteren Akzente empfand er, dass seine Werke missverstanden wurden. Ihm zufolge waren sie optimistisch und sogar humorvoll. Außerdem hat er sehr detailliert gemalt, denn nach seinen Worten:

Ich möchte so malen, als würde ich Träume fotografieren.
Die dystopisch-surrealistische Kunst von Zdzisław Beksiński

Foto: Muzeum Historycznego w Sanoku / CC BY-SA 3.0

Zdzisław Beksiński

Foto: Muzeum Historycznego w Sanoku / CC BY-SA 3.0

Internationale Anerkennung

Mitte der 80er Jahre erlebte Zdzisław Beksiński einen sprunghaften Anstieg seiner Bekanntheit, der auf zwei Faktoren zurückzuführen war:

Der erste war sein Vertrag mit Piotr Dmochowski im Jahr 1984. Dmochowski verbreitete Beksinskis Kunst im Westen. Er hatte Ausstellungen in den USA, Frankreich und sogar Japan. 

Der zweite Faktor ist Beksińskis Verweigerung, das zu malen, was in der Kunstindustrie beliebt war. Er hatte kein Interesse daran, der Liebling der Kunstpresse zu werden. Er schuf stets das, was er wollte und was ihm am meisten ansprach.

Wystawa Zdzisława Beksińskiego w Nowohuckim Centrum Kultury

Der tragische Tod des Künstlers

1977 zog Beksiński mit seiner Frau Zofia und ihrem Sohn Tomasz nach Warschau. 1998 starb Zofia an Krebs. Im nächsten Jahr beging Tomasz, selbst ein bekannter Radiomoderator, Musikjournalist und Filmübersetzer, Selbstmord. Beksinski erholte sich nie davon und verschloss sich, obwohl er ohnehin nicht sehr sozial war. 

Im Jahr 2005, im Alter von 75 Jahren, wurde er von dem 19-jährigen Sohn seines Hausmeisters Robert Kupiec erstochen, weil er sich weigerte, dem Teenager etwas Geld zu leihen. Kupiec wurde am 9. November 2006 zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

Zdzisław Beksiński vollendete sein letztes Werk (das untere) am Tag seines Todes, dem 21. Februar 2005.

Künstlerisches Erbe

Beksinski inspirierte viele Künstler. Guillermo del Toro schreibt ihm den Film Pans Labyrinth zu, für den er 2006 einen Oscar erhielt.

Außerdem werden Beksinskis Werke oft mit denen von Hans Giger verglichen, dem Schweizer Maler, der 1979 die unheimlichen Kreaturen des Films Alien entwarf.