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Die wichtigsten Elemente der abstrakten Fotografie

Foto: Ahmad Dirini / Unsplash

Die abstrakte Fotografie erkundet das Konzept der Wahrnehmung. Fotografen kreieren Bilder ohne sich auf gegenständliche Motive zu verlassen.

Die abstrakte Fotografie macht sich häufig die grundlegenden Elemente und Prinzipien der Kunst und des Designs zu eigen.

Aber was genau macht ein gutes abstraktes Foto aus? Hier sehen wir uns verschiedene Aspekte an, mit denen du die Besonderheiten der abstrakten Fotografie besser nachvollziehen kannst.

Was versteht man unter abstrakter Fotografie?

Abstrakte Fotografen wollen Bilder vermitteln, denen es an identifizierbaren Inhalten fehlt. Durch die Abwesenheit eines gegenständlichen Motivs versuchen sie, die dem Betrachter innewohnenden Emotionen anzusprechen, anstatt sich an den Limitierungen des Bekannten zu orientieren.

Es gibt einige Beispiele für die frühe gegenstandslose Fotografie. Aber erst im 20. Jahrhundert begannen die Fotografen, sich gezielt der Abstraktion zu widmen.

Alfred Stieglitz und Paul Strand experimentierten schon früh mit abstrakten Kompositionen.

Moderne Fotografen verwenden abstrakte Konzepte, um einzigartige Bilder zu erzeugen. Im Laufe der Zeit sind die Möglichkeiten in diesem Bereich der Fotografie enorm gestiegen. Durch die abstrakte Fotografie und die immer neuen Potenziale werden auch heute noch die Grenzen der Fotografie erweitert.

Trotz der Neuerungen und Grenzverschiebung lassen sich einige Charakteristiken definieren, die großen Einfluss auf die Wirkung einer abstrakten Fotografie haben:

  • Form und Gestalt
  • Textur
  • Minimalismus
  • Abbildungsmaßstab
  • Farbe

1. Unterschiede zwischen Form und Gestalt

Obwohl die beiden Begriffe Gestalt und Form zusammenhängen, beschreiben sie zwei verschiedene optische Phänomene.

Gestalt vs Form

Foto: Martim Braz / veeterzy - Unsplash - Veranschaulichung Gestalt vs. Form

  • Die Gestalt ist ein flacher, geschlossener Raum, der durch die Linie entsteht. Die Gestalt eines Objekts hat sowohl eine Länge als auch eine Breite.
  • Die Form eines Gegenstands wird um das Element der Tiefe erweitert, sodass es sich um ein dreidimensionalen Konzept handelt.

Die Gestalt verstärkt ein Motiv und signalisiert Unmittelbarkeit, Räumlichkeit und Kontrast. Das Herunterbrechen eines Bildes in seine Gestalt zerlegt ein Bild in visuelle Komponenten. Eine verschwommene Gestalt des Bildes deutet beispielsweise Bewegung und Dynamik an.

Wie die Gestalt bringt auch die Form Struktur in ein Foto.

Die Dimensionalität der Form fördert auch die Realitätsnähe. Die Form appelliert an unsere visuelle Wahrnehmung der Welt. Dies verleiht einer abstrakten Fotografie Tiefe und Leben.

Gestalt und Form bilden die Grundlage für einen Großteil der abstrakten Fotografie. Aber erst die Beschaffenheit dieser Elemente beschreibt letztlich das Erscheinungsbild eines Bildes. Organische Gestalten und Formen vermitteln beispielsweise ein Gefühl der Entspannung und Ruhe. Anorganische Gestalten und Formen strahlen ein Gefühl von Bewegung und Dringlichkeit aus.

2. Textur einbinden

Abstrakte Fotografie Textur

Foto: Paweł Czerwiński / Unsplash

Textur beschreibt die Haptik eines Fotos. Die Textur, die unsere innewohnenden Assoziationen anspricht, verleiht einem Foto eine physische Qualität.

Die Textur ankert unseren Blick an bestimmten Punkten in einem Bild. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten regt die Textur an und betont Tiefe und Form.

Texturen können auch dazu eingesetzt werden, um eine Geschichte zu erzählen und ein Gefühl der Räumlichkeit zu vermitteln.

Frederick Sommers abstrahierte Landschaften voller Texturen. Minor Whites atmosphärische Bilder zeigen seine umfangreiche Verwendung von Texturen.

3. Minimalismus verwenden

Der Minimalismus ist ein Bereich der abstrakten Kunst, der in der westlichen Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Anfang fand. Es geht darum, so viel wie möglich mit so wenig wie möglich zu sagen.

Minimalisten verwenden einfache geometrische Formen, um ein Erlebnis zu vermitteln.

Fotografen kreieren minimalistische Fotolandschaften, die visuelle Intensität und Zurückhaltung veranschaulichen. Es gibt viele Möglichkeiten, auf diese Weise eine einfache, aber trotzdem effektive abstrakte Fotografie zu entwickeln. Wenn du dir die Frage stellst "Was kann ich noch aus dem Bild herausnehmen" ohne die Essenz zu verändern, wirst du schnell zu einem Ergebnis gelangen.

Dieser Schritt ist auch eine einfache Vorgehensweise, um sukzessive von der figurativen Darstellung zur Abstraktion zu gelangen.

Auch das Beschneiden eines Bildes kann als Stilmittel eingesetzt werden, um beim Betrachter Verwunderung darüber auszulösen, was außerhalb des Bildausschnitts liegt und was möglicherweise bewusst weggelassen wurde.

4. Mit der Makrofotografie experimentieren

Menschliches Auge Makro

Foto: v2osk / Unsplash - Foto eines menschlichen Auges

Die Makrofotografie zeigt Bildwelten, die für das bloße Auge unmöglich zu sehen sind.

Für die Makroaufnahmen benötigst du entweder ein Makroobjektiv oder einen Adapter. Echte Makroaufnahmen zeigen das Bild auf dem Sensor in der gleichen Größe oder sogar größer als im wirklichen Leben.

Die abstrakte Makrofotografie ist wie die herkömmliche Makrofotografie. Es geht um Nahaufnahmen.

Abstrakte Makrofotografen legen den Fokus auf kompositorische Elemente. Dazu gehören Textur, Farbe und Licht, um Emotionen zu wecken. Es isoliert Komponenten einer Szene. Die abstrakte Makrofotografie eliminiert den eigentlichen Kontext und stellt Ausschnitte einer Komposition heraus.

5. Farbe hinzufügen

Farbe

Foto: Efe Kurnaz / Unsplash

Erst in den 1930er Jahren rückte die Farbe in den Fokus der Fotografie. Es wirkte wie eine Neuheit, wobei die Betrachter dadurch mit der Fotografie auf einer ganz neuen Ebene verbunden wurden.

Farbe ist ein mächtiges Werkzeug, dessen Einfluss heutzutage häufig übersehen wird. Die Verwendung bestimmter farblicher Elemente kann die gesamte Dynamik eines Fotos verändern.

Die Atmosphäre eines abstrakten Werks hängt zu großen Teilen von den dominanten Farben ab. 

Rot beispielsweise signalisiert Hitze, Gefahr und Liebe. Blau weckt Assoziationen mit dem Himmel, dem Wasser und der Ruhe.

Es sind diese Assoziationen mit Farben, die das Verständnis des Betrachters für ein Bild prägen. Sie pflegen einen emotionalen Austausch, der den Ton einer Fotografie wiedergibt.

Was du über die Abstrakte Fotografie wissen musst

Die Abstrakte Fotografie ist vielseitig und lebendig. Es gibt viele Faktoren, die zu einem gelungenen abstrakten Kunstwerk beitragen, egal ob es gemalt, modelliert oder fotografiert wurde.

Es ist entscheidend, die Abstraktion anhand ihrer wichtigsten Eigenschaften Gestalt, Form, Textur, Schlichtheit, Bildausschnitt/Nähe und Farbe zu verstehen. In diesem Genre der Fotografie werden kompositorische Elemente und nicht gegenständliche Inhalte betont.

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