Disney Figuren in der Kunst Titelbild
Kunst

So unterschiedlich werden Disney Figuren in der Kunst dargestellt

Wer mag denn keine Disney Figuren? Sie sind süß, niedlich und liebenswert. Sie stellen gleichzeitig ein Idealbild dar und vereinfachen unser Weltbild. In Filmen ist diese Darstellung in Ordnung, aber in der bildenden Kunst werden die Charaktere auf eine ganz neue Art und Weise interpretiert. 

Einige Künstler nutzen die bekannten Gesichter, um ihre Kritik and der amerikanischen Konsumkultur auszudrücken. Künstler wie Heather Theurer sind in der Lage, die besten Eigenschaften der Figuren zu erkennen und in ihren großformatigen Ölgemälden zu zeigen.

Hier sind vier Beispiele von bekannten Disney Figuren in der Kunst.

Disney Figuren in der Pop Art

Roy Lichtenstein

Die Pop Art eignet sich hervorragend zur Darstellung der idealisierten Welt, da sie sich vor allem von der Werbebranche und der Populärkultur inspirieren lässt. Diese Bilder sind Symbole des Erfolgs und des Wolhstands. Die Pop Art Künstler bezogen diese banalen Dinge in die Kunst ein, um sie zu entfremden, zu ironisieren oder zu fetischisieren.

Der Amerikaner Roy Lichtenstein übertrug Bilder von Comics auf große Leinwände, um Stereotypen zu betonen. Es war seine Art, die Konsumgesellschaft zu kritisieren. Sowohl der Malstil als auch die Verwendung von Farbe können als einfach und fast mathematisch beschrieben werden. Eine Oberfläche ist rot, blau oder gelb. Farbübergänge sind nirgendwo zu finden.

Genau wie die Disney-Figuren oder die Comic-Helden von Marcel und Co.: Es gibt nur Gut gegen Schlecht. Der positive Held gegen den negativen Anti-Helden. Es gibt selten einen Charakter, der sowohl gute als auch schlechte Eigenschaften vereint.

In Look Mickey (oben abgebildet) borgt sich Lichtenstein einen Druck von einem Donald Duck Bilderbuch. Er kopierte den Druck, führte aber eine Vereinfachung in das Farbschema ein. Die Grundfarben verleihen dem Werk einen "Pop Art"-ähnlichen Look und sind somit einem breiteren Publikum zugänglich.

Banksys dunkle Vision von Disneyland

Disney Figuren in der Kunst, Dismaland Banksy

Banksy, Dismaland | Foto: Kathryn / Flickr

Pop Art mag zwar ansprechend erscheinen, aber mit Dismaland verpasste der britische Straßenkünstler Banksy Disneyland eine eher unheimliche Note.

Dismaland war ein zeitweilig angelegtes Projekt, das in der Küstenstadt Weston-super-Mare in England entstand. Die Ausstellung war von August bis September 2015 geöffnet.

Es handelt sich eindeutig um eine Kritik am magischen Disneyland und war, so Banksy, daher nicht für Kinder geeignet.

 Glücklicherweise hat dieses Projekt auch eine positive Seite. Nach der Schließung wurden die Baumaterialien in Unterkünfte für obdachlose Migranten recycelt.

Napalm: Eine Kritik am Vietnamkrieg und der amerikanischen Kultur

Banksy, Street / Art, Um Panorama Urbano, Caixa Cultural da Sé, São Paulo, Brazil..

Girl with a Balloon ist vielleicht Banksys beliebtestes Werk. Napalm ist mindestens ebenso prägnant mit Kritik am Kapitalismus übersät.

Banksy nimmt einige amerikanische Stereotypen als Beispiele: Er stellt die USA als einen Ort dar, an dem wir den Rest der Welt und ihre Probleme vergessen, um Fahrgeschäfte im Freizeitpark, Cartoons und billige Hamburger zu genießen. Disney ist also ein sicherer Ort, weit weg vom Krieg, wo Landsleute ihr Leben riskieren. 

Napalm, auch bekannt als Can't Beat That Feeling (ein Werbeslogan von Coca-Cola in den 90er Jahren), ist ein kraftvoller Druck, der sich an der international bekannten Vietnamkriegsaufnahme des Fotografen Nick Ut orientiert.

Das neunjährige Mädchen namens Phan Thi Kim Phuc läuft unbekleidet eine Straße hinunter zusammen mit anderen Kindern und Soldaten der vietnamesischen Armee. Sie hat ihre brennenden Kleider weggerissen, als das Napalm ihre Haut verbrannte.

Banksy platziert dieses Mädchen neben die bekannten Kinderfiguren Mickey Mouse und Ronald McDonald. Während das Mädchen auf dem Originalbild allein läuft, wird sie in Banksys Druck an beiden Händen gehalten. Auf den ersten Blick scheint dies ein Schutzzeichen zu sein; aber wenn man sich die Gesichtsausdrücke genauer ansieht, merkt man nur den Kontrast zwischen dem Mädchen und den beiden amerikanischen Figuren.

Die Disney Figuren in der Kunst Banksys wirken von den Emotionen des Mädchens unberührt. Auf diese Weise greift der Künstler die amerikanische Konsumkultur an und verurteilt ihren Mangel an Menschlichkeit und Empathie.

Eine zusätzliche Dimension des Bildes betont die Kommerzialisierung des Krieges selbst. Der Krieg ist zu einem Milliardengeschäft geworden, nicht nur für die politischen Lobbys, sondern auch für die Rüstungsindustrie.

Neben der Kritik an der Konsumgesellschaft fragt man sich vielleicht, was aus dem neunjährigen Mädchen geworden ist. Als junge Erwachsene studierte sie Medizin in Vietnam und Kuba, wo sie ihren Mann traf. Auf dem Weg zu ihren Flitterwochen in Moskau verließen sie das Flugzeug in Kanada und baten um politisches Asyl, das gewährt wurde. Heute leben sie noch immer in Kanada.

Heather Theurer zeigt Disney Figuren in der Kunst von ihrer schönsten Seite

We're all mad here Alice in Wonderland Heather Theurer

Heather Theurer, We're all mad here, Alice in Wonderland

Disney Figuren müssen nicht immer als Form der Kritik der amerikanischen Kultur eingesetzt werden. Man kann sie auch ganz ohne versteckte Botschaft malen.

Heather Theurer gelingt diese Darstellung der Disney Charakter so schön, wie du sie wahrscheinlich noch nie gesehen hast.

Die großformatigen Ölgemälde betonen die Eigenschaften der einzelnen Figuren. Häufig werden sie mit anderen Charakteren und wichtigen Requisiten aus ihren Erzählungen abgebildet.

Oben wird Alice in dem Moment gezeigt, als sie in den Kaninchenbau fällt und sie in eine unbekannte Welt gesogen wird. Während im oberen Teil des Bildes noch der Eingang zu dem Erdloch zu sehen ist, erwarten sie im unteren Abschnitt bereits die Gestalten im Wunderland.