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Francisco de Goya – Biografie, Lebenslauf und bedeutende Kunstwerke

Francisco de Goya BiografieVicente López Portaña, Porträt von Goya, ca. 1826

Francisco Goya, mit vollem Namen Francisco José de Goya y Lucientes, (geboren am 30. März 1746; gestorben am 16. April 1828) war ein spanischer Künstler, dessen Gemälde, Zeichnungen und Gravuren die historischen Umwälzungen seiner Zeit widerspiegelten und wichtige Maler des 19. und 20. Jahrhunderts beeinflussten. 


Biografie von Francisco de Goya

Kindheit, Ausbildung und erste Projekte

Goya wurde am 30. März 1746 in der kleinen Stadt Fuendetodos in der Nähe von Saragossa geboren. Sein Vater war Maler und Vergolder von Altaraufsätzen, und seine Mutter stammte aus einer Familie des Kleinadels von Aragon.

Fakten über Goyas Kindheit sind heute nur noch wenige bekannt. Er besuchte die Escuelas Pias in Saragossa. Goyas formale künstlerische Ausbildung begann, als er im Alter von 14 Jahren beim lokalen Meister Jose Luzan in die Lehre ging und dort vier Jahre verbrachte.

Künstlerisches Frühwerk

Im Jahr 1763 zog der junge Künstler nach Madrid, wo er hoffte, einen Preis an der Königlichen Akademie der Schönen Künste von San Fernando zu gewinnen. Zwar gewann er nicht den erhofften Preis, doch machte er dort die Bekanntschaft mit seinem Schwager Francisco Bayeu, einem ebenfalls aus seiner Heimatregion stammenden Künstler, der am Hof in der akademischen Tradition arbeitete.

Bayeu prägte den frühen Stil Goyas und war verantwortlich für seine Mitarbeit an einem wichtigen Auftrag: Den Fresken für die Basílica del Pilar in Saragossa.

Mitleres Werk und stilistischer Wandel

1771 ging Goya für ein Jahr nach Italien. Seine Tätigkeit dort ist relativ unbekannt. Fest steht, dass er einige Monate in Rom verbrachte und bei einer Ausschreibung an der Akademie von Parma teilnahm, bei der er erfolgreich war. 

Nach seiner Rückkehr nach Spanien um 1773 nahm Goya an mehreren anderen Freskenarbeiten teil, darunter die Werke in der Kartause Aula Dei in der Nähe von Saragossa. Zu dieser Zeit begann Goya, Drucke nach Gemälden von Velazquez anzufertigen, der neben Rembrandt seine größte Inspirationsquelle bleiben sollte.

Jahre als Hofmaler

1786 arbeitete Goya in offizieller Funktion für König Karl III., den aufgeklärten spanischen Monarchen des 18. Jahrhunderts.

1799 wurde Goya schließlich zum ersten Hofmaler ernannt. 

Seine in den späten 1780er und frühen 1790er Jahren entstandenen Karikaturen wurden wegen ihrer unverblühmten Darstellungen des spanischen Alltagslebens hoch gelobt. Mit diesen Karikaturen revolutionierte Goya die Tapisserieindustrie, die bis zu diesem Zeitpunkt die flämischen Genreszenen des Malers David Teniers aus dem 17. Jahrhundert reproduziert hatte. 

Einige von Goyas schönsten Porträts seiner Freunde, Hofmitglieder und des Adels stammen aus den 1780er Jahren. Goya malte damals auf eleganteste Art und Weise, die ein wenig an den Stil seines englischen Zeitgenossen Thomas Gainsborough erinnerte.

Radierungen und Gemälde nach seiner Erkrankung

Im Winter 1792 erkrankte Goya bei einem Besuch in Südspanien an einer schweren Krankheit, die ihn völlig taub werden ließ und einen Wendepunkt in seiner künstlerischen Laufbahn markierte. Eine pessimistische Stimmung hielt Einzug in Goyas Werk. 

Zwischen 1797 und 1799 zeichnete und radierte er der erste seiner Radierungszyklen Los caprichos, die in ihrem satirischen Humor die gesellschaftlichen Sitten und den Aberglauben der damaligen Zeit verspotteten.

Francisco Goya Caprichos

Francisco Goya, Der Traum der Vernunft gebiert Ungeheuer, ca 1797-1799

Die späteren Serien, wie Desastres de la guerra (Die Schrecken des Krieges, 1810 - 1814) und Disparates (Torheiten, 1820-1823), sind schärfere Kommentare an den Abscheulichkeiten und Torheiten der Menschheit. 

Die Schrecken der Kriegsführung beunruhigten Goya sehr, der die Kämpfe zwischen französischen Soldaten und spanischen Bürgern während der blutigen Jahre der napoleonischen Besetzung Spaniens am eigenen Leib miterlebte.

Francisco de Goya, Desastres de la guerra, Blatt 36

Francisco de Goya, Desastres de la guerra, Blatt 36

Im Jahr 1814 vollendete er sein Meisterwerk Die Erschießung der Aufständischen. Das Gemälde zeigt schreckliche Szenen des Krieges zwischen Gruppen unbewaffneter spanischer Straßenkämpfer und französischen Soldaten. 

Das Gemälde ist in dicken, kräftigen Strichen dunkler Farbe gemalt, die von gelben und roten Lichtern unterbrochen werden.

Die Erschießung der Aufständischen, 1814

Francisco de Goya, Die Erschießung der Aufständischen, 1814

Geradlinigkeit und Direktheit finden sich auch in Goyas späteren Porträts, wie z.B. Die Familie Karls IV., in denen die königliche Familie in einer völlig unidealisierten, an Karikatur grenzenden Art und Weise als eine Gruppe auffallend häuslicher Individuen dargestellt wird.

Francisco de Goya Bilder, Die Familie Karls IV., 1800 - 1801

Francisco de Goya, Die Familie Karls IV., 1800/01

Spätwerk und die furchteinflößenden Pinturas Negras

Die Schwarzen Gemälde (Pinturas Negras) sind Szenen von Hexerei und anderen bizarren Aktivitäten. Sie gehören zu den herausragendsten Werken der späten Jahre von Francisco de Goya.

Francisco Goya Die schwarzen Gemälde

Diese um 1820 entstandenen Gemälde befinden sich heute im Prado in Madrid, wurden allerdings ursprünglich als Fresken an den Wänden von Goyas Landhaus gemalt. Sie zeugen von seiner sich zunehmend verschlechternde Gemütslage, die möglicherweise durch eine bedrückende politische Situation in Spanien, die ihn 1824 zur Abreise nach Frankreich zwang, noch verschlimmert wurde.

Im Bordeaux griff er die damals neue Kunst der Lithografie auf und schuf eine Reihe von Stierkampfszenen, die zu den schönsten Lithografien aller Zeiten zählen.

Obwohl er 1826 für einen kurzen Besuch nach Madrid zurückkehrte, starb er zwei Jahre später, am 1. April 1826, im selbst auferlegten Exil in Bordeaux.