Skulptur

3 beeindruckende Beispiele des Herakles in der Kunst der Antike

Herakles in der Kunst

In der griechischen Mythologie war Herakles als Sohn des Zeus und der Alkmene ein Halbgott von unmenschlicher Stärke.

Herakles vollendete die sogenannten zwölf Arbeiten (ἔργα) - eine Reihe von zermürbenden Herausforderungen, die enorme körperliche Anstrengung mit sich brachten. Während er diese schaurigen Taten vollbrachte, reiste er der Mythologie nach durch viele griechische Städte und Landschaften. Obwohl er nicht als Gründer einer bestimmten Stadt genannt wird, lassen sich seine Spuren in ganz Griechenland und später auch im römischen Reich erkennen, wo er als Herkules bezeichnet wurde.

Herakles hatte eine herausragende Stellung in der antiken Kultur. Er wurde in den Olymp entrückt, wo er für seine Leistungen die Unsterblichkeit erhielt.

Da sportliche Leistungen im antiken Griechenland eine der höchsten Auszeichnungen waren, galt Herkules als das perfekte Vorbild. Seine Athletik stellte sich während der zwölf Arbeiten heraus, die er mit seiner geistigen Überlegenheit kombinierte.

Werfen wir einen Blick auf 3 Darstellungen des Herakles in der Kunst der antiken griechischen und römischen Bildhauerei.

Herakles in der Kunst: Der Herkules Farnese

Herakles in der Kunst

Foto: Marie Lan-Nguyen / Wikipedia / CC BY SA 2.5

Der Herkules Farnese ist eine römische Marmorskulptur aus dem Jahr 216 n. Chr., die auf dem Sockel vom Bildhauer Glykon signiert ist. Es handelt sich um eine vergrößerte Nachbildung eines früheren griechischen Originals aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., das von Lysipp in Bronze gegossen, aber leider im Laufe der Zeit eingeschmolzen wurde. Die römische Skulptur wurde 1540 in den Caracalla-Thermen in Rom entdeckt.

Beschreibung: Herkules stützt sich auf seine Keule, die mit der undurchdringlichen Haut des nemeischen Löwen bedeckt ist, den er bei seinen ersten Arbeiten erlegte. Mit einer beeindruckenden Höhe von 3,15 m zeigt er hinter seinem Rücken eine weitere Trophäe - die legendären goldenen Äpfel, die er aus dem Garten von Hesperides gestohlen hat. Dies war eine der letzten Arbeiten des Herkules, und seine nach unten gerichteten Augen zeigen uns, dass er trotz seiner heroischen Leistungen immer noch ein menschlicher Held ist, der die körperlichen Anstrengungen zu spüren bekommen hat. Der Betrachter wird von seinem muskulösen Körperbau beeindruckt, der seine schiere Stärke und den Mut betont, die für die Bewältigung der Arbeiten ausschlaggebend waren.

Der jugendliche Herkules

Jugendlicher Herkules

Diese Marmorskulptur wird auf die Zeit 69-96 n.Chr. geschätzt. Man vermutetet, dass sie als Paarskulptur mit einem älteren Herkules geschaffen wurde und in einem Badehaus im antiken Rom aufgestellt wurde. 

Beschreibung: Im Kontrapost stehend ruht Herkules' Körpergewicht auf einem Bein. Seine ausgeprägte Gesichtsstruktur, der noch nicht vorhandene Bart, die breiten Schultern und die weiche Muskulatur veranschaulichen seine Jugendlichkeit und Stärke. An die Tapferkeit des Herkules erinnern uns das Löwenfell über seiner Linken und die Keule, die er mit der rechten Hand greift.

Bärtiger Herkules

Bärtiger Herkules

Es wird vermutet, dass diese Marmorskulptur das Gegenstück zum jugendlichen Herkules war.

Beschreibung: Auffällig ist die Platzierung des Löwenfells über dem Kopf des Herkules, die beispielsweise auch im 2014 erschienen Kinofilm Hercules vielfach verwendet wurde. Er tötete den nemeischen Löwen mit seinen bloßen Händen, wenngleich diese durch eine Beschädigung an der Skulptur nicht mehr zu sehen sind.

Alleine durch seine Haltung strahlt Herkules Zuversicht aus. Die Selbstsicherheit wird durch die gefurchte Stirn und den nach vorne gerichteten Blick unterstrichen.