Malerei

Die Gouache im Überblick – Techniken und Zubehör

Dein Start in die Gouachemalerei

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Gouache ist eine Farbe, die schon viele Jahrhunderte alt ist, aber nur wenigen Nicht-Künstlern bekannt ist. Die Farbe, deren Eigenschaften zwischen denen der Acryl- und denen der Wasserfarbe einzuordnen sind, ist eine ausführliche Vorstellung wert.

Was genau ist Gouache?

Gouache ist eine einzigartige Farbe, die wie Wasserfarbe aufgetragen wird, aber wie Acryl- oder Temperafarbe wirkt. Im Gegensatz zu gewöhnlicher Aquarellfarbe ist die Pigmentierung der Gouache sehr hoch, sodass sie wenig des Untergrunds durchschimmern lässt.

Genau wie Acrylfarbe trocknet Gouache dunkler als die Farbe im nassen Zustand wirkt.

Weder Acrylfarbe, noch Aquarellfarbe. Also wie sollst du die Gouache verwenden? Normalerweise wird Gouache, nachdem sie aus ihrem Behältnis gedrückt wurde, mit einer guten Menge Wasser verdünnt. Erstens nimmt die Verdünnung mit Wasser der Farbe ihre hohe Deckkraft, zweitens macht es sie auch wesentlich dünnflüssiger und geschmeidiger im Auftrag.

Gouache AusrüstungGouache Zubehör

Pinsel

Gouachepinsel sind im Prinzip wie Wasserfarbenpinsel. Sie werden aus natürlichen oder synthetischen Fasern hergestellt und sind in verschiedenen Formen und Größen erhältlich. Da sich das Medium so leicht auf dem Papier herumschieben lässt, ist die Form des Pinsels nicht so wichtig wie bei Öl- oder Acrylfarben. Halte deine Bürsten bei der Arbeit immer feucht. Dies trägt dazu bei, die Gouache zu verteilen und sie während des Malens bearbeitbar zu halten.

Farben

Ich bevorzuge die Gouache-Farben von Schmincke, wobei es jede Menge gute Alternativen gibt. Winsor & Newton bietet gute Gouache an, Kreul und einige andere auch. Für den Anfang ist die Auswahl der Schmincke-Gouache relativ preiswert, weshalb diese Farben sicherlich keine schlechte Wahl für dich sind.

Genau wie bei der Acrylfarbe sind auch hier viele verschiedene Pigmentfarben erhältlich. Du brauchst nur ein Farbspektrum ähnlich dem des Regenbogens. Von da aus kannst du dir dann die gewünschte Farbe selbst mischen. Du kannst Gouache direkt aus der Tube verwenden oder auf einer Palette mischen. Es kann verwässert werden, um wie Aquarell auszusehen, oder opak wie Acryl aufgetragen werden.

Erste Malschritte

Die Bemalung ähnelt einer Glasur. Im Wesentlichen deckt man den Bereich, der gemalt werden soll, mit ein wenig mit Wasser verdünnter Farbe ab, um eine Grundlage für das Werk zu schaffen.

Ich fange damit an, meine Farbe zu mischen und dann mit einem nassen Pinsel aufzunehmen. Dies hilft dem Pigment, sich leichter auf dem Papier zu bewegen. Mit gleichmäßigen Strichen und dem Nachfüllen meines Pinsels nach Bedarf lege ich eine gleichmäßige Schicht auf die Fläche, die ich bemalen möchte.

Deckende Farbschichten

Gouache Farbwirkung

Deckende Schichten werden verwendet, um darunter liegende Schichten zu verstecken – vergleichbar mit Acrylmalerei. Weil Gouache eine so reiche und lebendige Qualität hat, ähnlich wie Pastellfarben, wird sie auf eine schroffe Art und Weise verwendet. Mit dem Muster von vorhin lege ich eine Wolkenform mit Deckfarbe auf die vorige Lage. Das bedeutet, dass ich der Farbe kaum Wasser zuführe, während ich sie auf dem Papier verteile.

Kanten abschwächen

Genau wie die Wasserfarbe auch, kann Gouache Stunden oder gar Tage nach dem eigentlichen Auftrag noch einmal angerührt werden. Im Grunde genommen kann sie sogar Jahre später noch einmal mit Wasser angerührt und verändert werden. Um einen Farbverlauf zwischen den Pinselstrichen zu erzeugen, musst du nur den Pinsel ins Wasser halten und an die Farbkante halten. Anschließend wischst du die Farbe in die Richtung weg, in der du den Farbverlauf erzeugen willst.

Dry Brushing mit Gouache

Das Dry Brushing ist eine Methode, um die Farbe so zu überlagern, dass die Textur erhalten bleibt. Meinen Pinsel lade ich mit halbnasser Gouache voll. Ich streiche den Pinsel ein wenig aus bis nur noch etwa 30 Prozent der ursprünglichen Farbmenge übrig sind. Dann streiche ich mit schnellen Strichen und ohne Wasser die Bürste schnell und leicht über die Oberfläche. Du kannst sehen, wie die Textur von Papier und Pinsel dabei hilft, einen zerklüfteten Effekt zu erzeugen.

7 Gefahren beim Malen mit Gouache

Verdünnte Gouache

Neue Farbschichten reagieren mit den alten Schichten

Genau das ist der Grund, wieso du gewöhnlicherweise mit den wässrigsten Farbschichten anfängst und immer trockener wirst, je mehr Lagen du darüber legst. Das ist auch dafür verantwortlich, wieso du halb getrocknete Stellen komplett trocknen lassen solltest, da bereits der kleinste Kontakt mit ihr sie verwischt.

Gouache verändert die Farbe, sobald es getrocknet ist

Nicht nur werden helle Farben dunkler, sondern dunkle Farben werden auch heller, wenn sie trocknen. Im getrockneten Zustand ist die Gouache insgesamt farblich einheitlicher. Das ändert allerdings nichts, daran, dass es schwierig ist, denselben Farbton noch einmal neu anzumischen, nachdem er getrocknet ist. Willst du große Flächen mit Gouache malen, solltest du die benötigte Farbe in einem Rutsch vorbereiten und die ganze Fläche mit ein und derselben Mischung bedecken.

Die Farboberfläche ist sehr empfindlich

Um deine Werke zu schützen, solltest du in einem Skizzenbuch oder einem Malheft mit festem Rücken malen. Lose Blätter sind nur dann zu empfehlen, wenn du sie nach dem Malen gleich in Sicherheit bringst, indem du sie einrahmst oder gesichert stapelst.

Im Sommer trocknet die Farbe extrem schnell

An heißen, trockenen Tagen ist die Verarbeitungszeit der Farbe minimal. Du musst die Farbe mit Wasser verdünnen, damit sie nicht sofort eintrocknet. Auch eine Beschichtung mit Gesso zur Grundierung des Malgrundes kann dabei helfen, den Malgrund etwas weniger aufsaugend zu machen.

Deckende Farbschichten verbergen die Untermalung

Auch in diesem Zusammenhang gilt die Regel, sich vom farbschwachen, wässrigen Farbauftrag ins deckende zu wagen, um Tiefenwirkung zu erzeugen. Die deckenden Farbschichten mit geringem Wasseranteil sind gnadenlos darin, die dahinterliegenden, schwächeren Schichten zu verdecken.

Zu deckender Auftrag oder nicht deckend genug

Wenn du einen transparenten, durchschimmernden Farbauftrag wünschst, aber dir lediglich deckende Farben gelingen, solltest du am Wasseranteil feilen. Alternativ kannst du auch Wasserfarben für diese Stellen verwenden und später mit Gouache weitermalen.

Falls du das Problem genau umgedreht hast, dir also ein deckender Farbauftrag nicht möglich ist, liegt das wahrscheinlich an der Qualität der Farben. Minderwertige Farben bestehen häufig zu einem geringen Anteil aus Pigment und zu einem hohen Anteil aus Binde- und Lösungsmittel. Versuch es einmal mit Gouache-Farben, deren Qualität sich bewährt hat.

Zu viele leuchtende Farben im Bild

Zu viele leuchtende, lebendige Farben in einem Werk stören häufig die Bildharmonie. Beschränke dich stattdessen auf wenige Farben. Fünf bis sechs verschiedene, qualitativ hochwertige Farben sind vollkommen ausreichend, um beinahe alle Farben unter Wasserzugabe zu mischen.

Fotos: Motortion Films / Barbara Rus / tiger4214 / lokkis – shutterstock.com