Malerei

Auf Leinwand malen – Das Malerlebnis schlechthin

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Es kratzt und reibt, wenn der Pinsel über die Leinwand gleitet. Der Geruch von Terpentin und Farbe liegt in der Luft. Du malst!

Du hast auf Leinwand malen noch nie probiert? Versuch es! Klar, es ist etwas Vorbereitung notwendig. Wenn du auf Papier zeichnest, holst du einfach den Block und den Bleistift raus und los geht´s. Eine Leinwand musst du dir erst erarbeiten. Dieser Malgrund benötigt einen Spannrahmen. Würde der Stoff lose liegen, könnte man kaum darauf malen. Deshalb spannt man ihn. Das geschieht in einem Rahmen aus Holzleisten. Die kannst du im Künstlerfachhandel bekommen. Du steckst die vier Leisten an den Ausfräsungen ineinander und richtest das Ganze mit einem Winkel aus. Darauf wird mit einem Handtacker und etwas Geschick die Leinwand aufgezwickt. Die kleinen Keile schlägt man anschließend in die Schlitze und spannt damit den Rahmen. Falls du rohe Leinwand aufgespannt hast, musst du jetzt noch eine Grundierung aufbringen. In mehreren dünnen Schichten pinselst du Gesso auf. Das ist ein Gemisch aus Leim, Kreide und weißen Pigmenten.

Einfacher ist es, du kaufst dir den Spannrahmen mit Leinwand gleich fertig. Diese sind beschichtet und du kannst sofort loslegen. Die gängigen Formate wie 50 x 70 oder 40 x 50 cm gibt es manchmal preiswert im Restpostenmarkt. Wenn du nun den Rahmen vor dir hast, benötigst du eine Staffelei oder wenigstens einen schräg gestellten Tisch, um das werdende Bild wackelsicher vor dir zu haben. Dann brauchst du mindestens einen Satz Flachpinsel, Lappen, eine Mischpalette und Farben.

Mit welchen Farben kann man auf Leinwand malen?

Leinwandmaler

Auf Leinwand kannst du mit Ölfarben, Acrylfarben oder Gouache malen. Nicht geeignet ist er für Aquarellfarben. Du kannst auf Leinwand mit Ölkreide arbeiten oder mit dem Bleistift deine Skizze aufbringen. Wenn du mit Ölfarben malst, dann benötigst du zu den Farben noch Terpentin und Malmittel. Für Acryl und Gouache reicht ein Becher mit Wasser. Viele Künstler bringen zuerst eine Skizze auf. Entweder malst du dein Motiv direkt auf den Spannrahmen oder du überträgst deine gezeichnete Vorlage mit Kohlepapier auf das Bild. Wenn du dich für die Öl-Maltechnik begeisterst, dann führst du die Skizze mit stark verdünnter Farbe aus. Das Terpentin richt sehr nach Harz, ist aber nicht gesundheitsschädlich. Das gilt übrigens für alle im Handel erhältlichen Farben oder Pigmente.

Mit Ölfarbe auf Leinwand malen

Wenn du Bäume oder Gegenstände malst, kannst du die Silhouetten deiner Motive in einem Gemisch aus Terpentin und Schwarz aufbringen. Es sieht dann erst einmal wie ein Schwarz- Weis Foto aus. Am nächsten Tag kannst du nun die farbliche Gestaltung beginnen. In der Ölmalerei musst du immer wieder Trockenzeiten einplanen. Sonst vermischt sich die untere Farbschicht mit der oberen und die Farben verlieren an Brillanz. Deshalb ist Ölmalerei eher etwas für den geduldigen Maler. Je mehr Schichten dann übereinander liegen, umso mehr entsteht eine geheimnisvolle Tiefe in deinem Bild. Ein Effekt, den man mit keiner anderen Technik so erzielen kann. Deine Geduld wird also belohnt werden. Außerdem erhalten die Farben eine hohe Dichte, sie beginnen zu leuchten und zu leben.

Acrylfarbe auf Leinwand

Bist du eher der Künstler, der im kreativen Rausch große, abstrakte Gemälde erschaffen möchte? Dann solltest du mit Acrylfarben arbeiten. Die Leinwand muss hierfür sehr straff gespannt sein. Du benötigst eine stabile Staffelei, die nicht gleich umkippt, wenn du mit einer Spachtel die Strukturpaste aufträgst. Der Malgrund selbst ist sehr robust und hält deine schöpferisch wirkenden Kräfte gern aus. Bei diesen Gemälden kannst du den Rand des Spannrahmens mit bemalen. Dann brauchst du keinen Rahmen. Nur einen Bilderaufhänger solltest du mittig auf der Rückseite montieren, damit das Bild später gerade an der Wand hängt.

Gouache auf Leinwand

Für das Malen mit Gouache brauchst du keine all zu steile Aufrichtung der Leinwand anstreben, sonst läuft dir die Farbe runter. Eine schräg gestellte Arbeitsplatte ist ausreichend. Auch hier immer ausreichend Lappen bereithalten, oder einen Malerkittel anziehen. Sonst hast du mehr mit Waschen deiner Kleidung zu tun als mit dem Malen!

Weitere Tipps

Bespannter Keilrahmen

Noch ein Tipp: Den Spannrahmen immer schön am Rand anfasse! Sonst gibt es Dellen in der Leinwand, die du kaum wieder herausbekommst. Solche Vertiefungen musst du mit Farbe schrittweise auffüllen und verspachteln. Diese Arbeit lässt sich durch sorgsamen Umgang mit den Bildern vermeiden. Man soll fertige Bilder auch nicht auf der Bildfläche berühren. Ölbilder kannst du nach etwa einem halben Jahr mit einer Firnisschicht versiegeln. Das macht Spaß, denn du bringst die Farben richtig zum Leuchten.

Auf Leinwand malen – egal in welcher Technik du dein erstes Bild geschaffen hast, dieser leicht federnde Untergrund mit der Struktur des Stoffes wird dich nicht mehr loslassen. Fahre vor dem Malen einfach mal drüber. Spürst du diese Rauigkeit, die nach Pinsel und Farbe verlangt?

Fotos: Syda Productions  / Pressmaster / Mike_O  – shutterstock.com