Malerei

Malen mit Pastellkreide – Eine Einleitung

Alles was du als Einsteiger zur Pastellkreide wissen musst

Malen mit Pastellkreide
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Hier erfährst du, wie du mit Pastellkreiden malen kannst, was du dafür benötigst und wie du Schritt-für-Schritt zu deinem ersten Werk gelangst.

Pastellkreiden-Basics

Was sind eigentlich Pastellkreiden? Pastellkreide ist eine Mischung aus Bindemittel und Pigment, die in Klötzchen- oder Stiftform gepresst werden. Gewöhnliche Pastellkreiden lassen sich unproblematisch verarbeiten, indem sie über einen rauen Maluntergrund gerieben werden. Dieser agiert wie eine Feile – der Pigmentstaub lagert sich auf in den den Fasern ab und bleibt darauf liegen. Deshalb liegt auf dem Bild immer eine Staubfilm, der entweder mit den Fingern ins Bild eingearbeitet wird oder durch sanftes Pusten weggeweht wird.

Ölpastellkreiden bestehen aus Öl als Bindemittel, sodass sie tiefer ins Gewebe einziehen und keinen Staubfilm hinterlassen. Der Nachteil der Ölstifte liegt vor allem darin, dass sie sich nur mit einem Lösungsmittel verdünnen oder vom Maluntergrund entfernen lassen. Im Vergleich zu einfachen Pastellkreiden lassen sich Ölpastellkreiden auch schlechter mischen.

Benötigte Materialien für die Pastellmalerei

Pastellkreide Zubehör
Foto: Kostiantyn Kravchenko / Shutterstock.com

Pastellkreide

Gute Pastellkreiden werden von einer Reihe Hersteller angeboten. Am bekanntesten sind sicherlich die Pastellkreiden von Faber-Castell, die schon seit vielen Jahrzehnten für höchste Qualität stehen. Auch die Kreiden von Schmincke genügen hohen Ansprüchen. Im deutschsprachigen Raum ein wenig unbekannter sind die Kreiden von Jaxon bzw. Jaxell, die sowohl Soft- als auch Ölpastellkreiden in verschiedensten Farbausführungen und Set-Zusammenstellungen im Angebot haben.

Pastellpapier

Um ein möglichst ansehnliches Ergebnis zu erzielen, benötigst du spezielles Pastellpapier. Anstatt lediglich die Farbe aufzunehmen und zu tragen, wie es in vielen anderen Bereichen der Malerei üblich ist, übernimmt das Pastellpapier eine zusätzliche Funktion. Durch seine raue Struktur wir die Kreide regelrecht von ihrem Block geraspelt. Achte deshalb stets darauf, dass dein Papier für die Pastellmalerei grobkörnig ist, damit das Pigment auf ihm haften kann.

Bekannte Hersteller von Pastellpapier sind Canson, Jaxell und Winsor & Newton.

Es ist ratsam, sich gleich zu Beginn eine Auswahl verschiedenfarbiger Papiere zuzulegen, da die Farbe maßgeblich die Bildwirkung beeinflusst. Die Farbwahl richtet sich nach dem Motiv, das du abbilden und dem Stil, den du anwenden willst. Mit einem Sortiment aus erfarbenen Papieren machst du zu Beginn sicherlich nichts falsch.

Pastellstifte

Pastellstifte sind eine gute Ergänzung zu den Kreideblöcken. Das Medium ist das gleiche, allerdings ist es in Minen gepresst und demanch wesentlich punktueller anwendbar. Ein spitzer Pastellstift hinterlässt immer feinere Kreidespuren als die Kante eines Kreideblocks.

Malpappe und Abklebeband

Das Pastellpapier wird normalerweise in einzelnen Bögen versandt. Das bedeutet, du benötigst eine Malpappe als Untergrund, auf denen du den Bogen deiner Wahl zu Bearbeitung aufkleben solltest. Erstens sorgt die Pappe dafür, dass das Malpapier an Ort und Stelle bleibt, zweitens erzeugt es eine angenehm zu bemalende Fläche – wesentlich nachgiebiger als ein harter Tisch.

Gewöhnliches Abklebeband wird entweder über die Ecken zur Fixierung geklebt, oder entlang der vier Pastellpapierseiten aufgeklebt, um einen Rahmen für dein Motiv zu erschaffen.

Malen mit Pastellkreide: Erste Schritte

Wenn du mit Pastelkreiden malen willst, musst du drei essenzielle Dinge beherrschen:

Du musst:

  • Farbige Linien auftragen und mit deinem Finger verreiben können
  • Farbwirkungen und -mischungen mehrerer Farben verstehen und erzeugen können
  • Die Farben in mehreren Lagen auftragen können

Sehen wir uns die einzelnen Schritte einmal genauer an, bevor du dich einem vollständigen Motiv widmest.

Linien auftragen und verwischen

Ein Bild besteht aus vielen einzelnen Linien, die miteinander verschmolzen werden, indem du die Farben mit deinem Finger oder einer Estompe verreibst. Experimentiere deshalb zunächst mit mehreren Linien aus Pastellkreide: Wie präzise kannst du sie auftragen, wie verändert sich die Farbintensität, wenn du sie mit dem Finger verreibst und welche Effekte kannst du erzeugen? Mache dich bereits in diesem Schritt mit dem Pastellpapier vertraut, indem du die ersten Gehversuche auf ihm wagst.

Auch das Zusammenspiel aus Kreide und Papier ist in dieser Phase des Lernens äußerst wichtig. Versuche nicht, Material zu sparen und auf gewöhnlichem Druckerpapier oder anderem Malpapier mit der Pastellkreide zu malen. Du wirst dich schnell an falsche Eigenschaften bezüglich Haftung, Abrieb und Farbintensität gewöhnen.

Farben miteinander mischen

Wenn du die Grundlagen des Farbauftrags mit einer Farbe gelernt hast, solltest du dich dem Zusammenspiel mehrerer Farben widmen. Pastellkreide ist in dieser Hinsicht sehr interessant. Du kannst zwei Farben übereinanderlegen und anschließend verreiben, um einen einzigen Farbton mit weichen Übergängen zu erschaffen. Du kannst aber auch die rauen Farben übereinander stehen lassen, sodass sie sich nicht vermischen und der untere Farbton noch durchschimmert. Ein richtig oder ein falsch gibt es hier nicht. Das ist Stil- bzw. Stimmungssache.

Pastellkreiden in mehreren Lagen auftragen

Zu guter Letzt solltest du dich damit auseinandersetzen, was passiert, wenn du mehrere Lagen Pastellkreide übereinander schichten willst. Abgesehen vom Mischverhalten spielt hier die Sättigung und die Reinheit der Farbe eine wichtige Rolle. Auch Prinzipien der Optik und der Bildgestaltung spielen eine wichtige Rolle hinsichtlich der Unterteilung eines Bildes in Hinter-, Mittel- und Vordergrund. Im Hintergrund sind die Farben dumpfer und weniger kontrastreich, im Vordergrund hingegen sehr intensiv und markant.

Sind Pastelle Malerei oder Zeichnung?

Man spricht von der Pastellmalerei, aber die Kreide ist doch trocken? Müsste es dann nicht eher eine Zeichnung sein? Die Pastellkreide ist ein Farbmedium, bei dem die Grenze zwischen Malerei und Zeichnung verschwimmt.

Fotos: Ivailo Nikolov / Kostiantyn Kravchenko – shutterstock.com