Zeichnung

5 hilfreiche Zeichenübungen für Anfänger & Fortgeschrittene

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Zeichenübungen für Erwachsene – Kein Problem

Viele Menschen, die in ihrer Kindheit nicht kreativ gefördert wurden, denken, dass sie das Potenzial zu hervorragender Kunst nicht in sich tragen. Vor allem weiterführende Schulen legen größeren Wert auf das Auswendiglernen mathematischer Formeln oder Begriffe und einen untergeordneten Wert auf die Entfaltung echter kindlicher und jugendlicher Kreativität. In dieser Zeit werden dann die haptischen Qualitäten des Schaffens vernachlässigt, die für die weitere künstlerische Entwicklung prägend sind.

Das bedeutet allerdings nicht, das du das verpasste Lernen und Kreieren nicht mehr als Erwachsener nachholen kannst. Mit den richtigen Zeichenübungen kannst du auch als Erwachsener einen reibungslosen Einstieg in die Kunst des Zeichnens finden. Hier sind 5 Schritt-für-Schritt Zeichenübungen, die deine Fähigkeiten im Umgang mit dem Bleistift verbessern werden, ganz egal, auf welchem “Leistungsniveau” du dich zurzeit befindest.

1. Doodling

Beim Doodling geht es um das Kritzeln einfacher Formen und Figuren. Oft wird das Doodlen auch als die Form der Zeichnung beschrieben, die man nebenher beim Telefonieren anfertigt. Du musst nicht einmal gerade Linien zeichnen. Kritzeleien gibt es in jeder Form und in jeder Farbe. Aber lass dich nicht von der Einfachheit dieser Zeichenübung täuschen!

Doodling erhöht deine Beobachtungsgabe und hilft dir, Ideen zu verarbeiten, auch wenn du dich nur beiläufig darauf konzentrierst! Experimentiere mit verschiedenen Bleistiften und Zeichenmaterialien und zeichne, was dir in den Sinn kommt.

2. “Entopic Graphomania” à la Dolfi Trost

Diese Übung basiert auf einer surrealistischen Ansicht der Kunst. Der rumänische Dolfi Trost hat einige dieser skizzenartigen Zeichnungen entworfen und den Begriff der “Entopic Graphomania” geprägt.

Schnappe dir einfach ein Blatt Papier, beispielsweise eine Seite aus einem alten Taschenbuch, und setze punkte auf bestimmte Wörter oder einzelne Buchstaben. Du wählst, welche Menge an Zeichen, Wörtern oder Buchstaben du markieren willst.

Anschließend verbindest du die Punkte mit gekrümmten, gezackten oder gerade Linien, um versteckte Muster in einem definierten Raum aufzudecken. Bei dieser Zeichenübungen geht es nicht um technische Meisterschaft, sondern um die Erkenntnis, wie spontane Entscheidungen einen Unterschied in deiner Zeichnung machen können. Obendrein hilft es dir dabei, dich auf die Zufälligkeiten und die Ungewissheiten einer neuen Zeichnung einzulassen.

3. Zeichenübungen mit der nicht-dominanten Hand

Wenn du schon seit einer Weile zeichnest und du denkst, das deine Zeichentechnik ein wenig festgefahren ist, solltest du deine Herangehensweise an das Zeichnen auflockern.

Was ist Kunst und was darf Kunst? Stelle dir die Fragen und versuche mal mit deiner nicht-dominanten Hand etwas zu zeichnen. Wenn du regelmäßig mit deiner nicht-dominanten Hand zeichnest und anschließend zu deiner dominanten Hand wechselst, wirst du das Motiv auf unterschiedliche Weise in seine Bestandteile zerlegen. Die Einschränkungen, in die du dich unbewusst mit der Zeit hereingedrungen hast, werden aufgelockert und du kannst befreit an anspruchsvolle neue Zeichnungen herantreten.

Sei dir darüber im Klaren, dass das Zeichnen mit der nicht-dominanten Hand deine festgefahrene Herangehensweise nur dann nachhaltig verändern wird, wenn du diese Zeichenübung regelmäßig über einen längeren Zeitraum praktizierst.

4.  Ein Tag, ein Thema

Wähle ein Thema oder eine Art von Objekt und male ausschließlich dieses Objekt innerhalb einer Zeichensession. In dieser Zeichenübung setzt du dich tiergehend mit einem bestimmten Objekt auseinander, indem du die Perspektive veränderst, Größe variierst oder es in verschiedenen Farben abbildest. Auch die Stimmung des Bildes und den Ausdruck des Objekts kannst du variieren, um deine Fähigkeiten zur Konzepterstellung sowie deine Handfertigkeiten zu verbessern.

5. Motiv-Mischung

Nimm 25 leere Karteikarten und schneide sie in Drittel. Auf das erste Drittel schreibst du Substantive, die du zeichnen willst, auf das zweite Adjektive und auf das dritte Drittel Verben. Mische die einzelnen Stapel gründlich und ziehe nun aus jedem Drittel eine Karteikarte, lege sie nebeneinander und versuche, das kreative Wortpaar zu zeichnen, das sich durch die Kombination dreier zufälliger Wörter ergibt.
Diese Zeichenübung wird einerseits deine Fähigkeiten mit dem Bleistift verbessern, andererseits dir zeigen, dass du keine Angst vor auch nur irgendeinem Motiv haben musst.

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