KunstSkulptur

Junk Art – Die Kunst, die aus Schrott, Gerümpel und Sperrmüll besteht

Subodh Gupta, Very hungry God, 2006 | Foto: Fred Romero / FlickrSubodh Gupta, Very hungry God, 2006 | Foto: Fred Romero / Flickr

Während des gesamten 20. Jahrhunderts haben Künstler im Rahmen des Aufbegehrens der modernen Kunst gegen die Verwendung traditioneller Materialien Skulpturen, Assemblagen und Installationen aus einer immer breiteren Auswahl ungewöhnlicher Objekte und Materialien geschaffen.

Der Begriff Junk Art wurde 1961 vom britischen Kunstkritiker und Kurator Lawrence Alloway geprägt, um Kunstwerke zu beschreiben, die aus Metallschrott, Stoffresten, Holz, Altpapier und anderem "Gerümpel" hergestellt wurden.

Die Entstehung der Junk Art als künstlerisches Medium

Bekannte Künstler, die mit der Junk Art als künstlerischer Ausdrucksmedium experimentierten, waren Robert Rauschenberg, Picasso, Duchamp und Schwitters.

Auch wenn sich die Gerümpelkunst als künstlerisches Medium in dieser frühen Phase keiner Kunstrichtung  ausschließlich zuordnen lassen kann, verkörpert die italienische Arte Povera einige der Ansichten, die für die Junk Art charakteristisch waren (vornehmlich die Verwendung einfacher - armer - Materialien).

Marcel Duchamp gilt weitläufig als der bedeutendste frühe Künstler, der mit gefundenen Materialien und Gerümpel experimentierte. Er begann, Kunstwerke aus Müll und anderen Abfallprodukten zu schaffen. Diesen Ansatz trieb er auf die Spitze, als er seine Readymades als hohe Kunst präsentierte.

Ein weiterer Pionier der Junk Art war Kurt Schwitters (1887-1948), dessen einzigartiger Beitrag zur modernen Kunst sein "Merzbau". Dabei handelte es sich um eine komplizierte Installation aus Papier, Pappe und Gerümpel, die sich durch seine Wohnung in Hannover schlängelte und sie raumfüllend auskleidete. 

Kubistische Collagen wie die von Pablo Picasso und Georges Braque waren ein weiterer Vorläufer der Junk Art.

Junk Art wird zu einer Kunstströmung

César, L'homme de figanières, Duisburg

César, L'homme de figanières, Duisburg

Trotz der Bemühungen der oben genannten Pioniere hat sich die Junk Art erst in den 1950er Jahren zu einer Kunstströmung herauskristallisiert, als Künstler wie Robert Rauschenberg durch seine Combines internationale Aufmerksamkeit erhielt.

Bekannter Anwender der Junk Art, wie sie in den 1960er Jahren populär wurde, waren der französisch-amerikanische Künstler Arman und der Marseiller Künstler César, der seinen künstlerischen Ruf mit Skulpturen aus Autoteilen etablierte.

Andere bemerkenswerte Künstler dieser Zeit waren die Bildhauer und Installationskünstler John Chamberlain, Richard Stankiewicz und Bruce Conner.